Vitamin C beugt vor und hilft gegen Arteriosklerose

Arteriosklerose (Arterienverkalkung) stellt weltweit die häufigste Ursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar und hat mittlerweile epidemieartige Ausmaße angenommen. Im deutschsprachigen Raum ist die Krankheit auch unter dem Begriff Atherosklerose bekannt. Gefürchtete Folgen der Arterienverkalkung sind vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Bundesministerium für Gesundheit stellte im Jahr 1990 fest, dass rund 44 Prozent aller Todesfälle in Deutschland auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen waren.

Die westliche Medizin sieht die wesentlichen Gründe für die Entstehung der Arteriosklerose in einer fettreichen Ernährung, Übergewicht und hohen LDL Cholesterinwerten. In den USA gewinnt die Nahrungsergänzung mit Vitamin C und anderen Antioxidantien bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Die nationale Umfrage zu Gesundheit und Ernährung (NHANES II) von mehr als 6.600 Amerikanern ergab, dass Ascorbinsäure das Risiko für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt deutlich vermindern kann. Je höher die tägliche Vitamin C Zufuhr umso seltener traten bei den Befragten Atherosklerose und Herzkrankheiten auf.

In welchem Umfang kann Vitamin C gegen Arteriosklerose helfen?

Vitamin C und Arteriosklerose

Wenn sich LDL Cholesterin, Kalzium, und Fette an den Innenwänden der Gefäße ablagern, verändern sich an diesen Stellen die Fließeigenschaften des Blutes. Der beobachtete Umbau der Arterienwand wird in der Medizin als Arteriosklerose bezeichnet. Entzündungen, Verkalkungen sowie Wucherungen des Bindegewebes führen zu einer Verdickung und Verhärtung des betroffenen Gefäßabschnitts. Als Folge kann es zu Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit), Bluthochdruck oder dem Auftreten der koronaren Herzkrankheit (KHK) kommen.

Die arteriosklerotischen Veränderungen (Plaques) vergrößern sich mit der Zeit, wodurch der Gefäßdurchmesser immer weiter abnimmt. Wenn die betroffene Schlagader stark eingeengt oder komplett verlegt ist, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine Zusammenfassung (Metaanalyse) von 44 klinischen Studien kam zu dem Ergebnis, dass die regelmäßige Einnahme von Vitamin C bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Funktion der Blutgefäße deutlich verbessern kann. Die tägliche Einnahme von mindestens 500 Milligramm Ascorbinsäure verringert demnach die Gefahr von Arteriosklerose und Herzversagen.

Eine norwegische Studie mit 560 Männern im Alter von über 70 Jahren bestätigte diese Ergebnisse: Die ausgewogene Ernährung mit einem hohen Obst- und Gemüseanteil kann einer Arterienverkalkung vorbeugen und die Gesundheit bis ins hohe Alter positiv beeinflussen. Bereits in den 1950 Jahren wies der kanadische Kardiologe Dr. Willis in Tierstudien nach, dass Arteriosklerose durch die Gabe von Vitamin C umkehrbar ist. Bereits nach kurzer Zeit nahm die Anzahl und Größe der arteriosklerotischen Plaques bei den Versuchstieren ab. Ob diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, wurde bis heute nicht durch placebokontrollierte Doppelblindstudien geklärt.

Ist Arteriosklerose die Folge eines Vitamin C Mangels?

Von dem insgesamt fast 100.000 Kilometer langen Geflecht unserer Blutgefäße treten arteriosklerotische Veränderungen nur in einem kleinen Teil der Schlagadern auf. Hauptsächlich sind die Herzkranzgefäße, die Hirnarterien, die beiden Halsschlagadern sowie die großen Beinarterien betroffen. Diese Tatsache lässt sich nicht mit dem schulmedizinischen Modell der Entstehung von Arteriosklerose erklären. Wenn LDL Cholesterin und andere Blutfette zufällig an den Wänden von vorgeschädigten Gefäßen festkleben, müssten die gefährlichen Plaques überall zu finden sein. Der zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling stellte im Jahr 1990 ein alternatives Modell der Arterienverkalkung vor, das anfangs kaum Beachtung fand.

Demnach ist die Arteriosklerose eine Vorstufe von Skorbut. Da unsere Blutgefäße zu einem großen Teil aus Kollagen bestehen, führt ein dauerhafter Vitamin C Mangel zu einer Schwächung der Gefäßwände. Wenn der Kollagenaufbau aufgrund dieses Defizits gestört ist, muss der Körper auf einen alternativen Reparaturmechanismus zurückgreifen. Um ein Einreißen der Gefäßwand zu verhindern, lagert der Organismus absichtlich arteriosklerotische Plaques ab. Eine wichtige Rolle bei diesem Prozess spielt das Reparaturmolekül Lipoprotein(a), das in seinem chemischen Aufbau dem LDL Cholesterin ähnelt. Anders ausgedrückt: Fehlt Vitamin C für die Herstellung des Strukturproteins Kollagen, stellt der Körper stattdessen Lipoprotein(a) her, um die Gefäßwände zu stabilisieren.

Da die Herzkranzgefäße und die Halsschlagadern aufgrund der Pumpleistung des Herzens einer besonders hohen Belastung ausgesetzt sind, treten die Ablagerungen vor allem in diesen Abschnitten der Arterien auf. Im Jahr 2015 bestätigte eine Forschergruppe aus den USA mithilfe eines Tiermodells die Hypothese von Linus Pauling. Die Wissenschaftler züchteten sogenannte transgene Mäuse, die zwei Merkmale des menschlichen Stoffwechsels aufwiesen: Zum einen konnten die Tiere Vitamin C nicht selbst herstellen. Stattdessen war ihr Organismus in der Lage, Lipoprotein(a) zu produzieren. Als die Mäuse über längere Zeit eine ascorbinsäurearme Diät erhielten, erhöhte sich die Konzentration an Lipoprotein(a) im Blut.

Ein chronischer Vitamin C Mangel führte bei den Tieren zur Entwicklung von arteriosklerotischen Ablagerungen in bestimmten Abschnitten der Schlagadern. Die Zufuhr ausreichender Mengen an Vitamin C über die Nahrung sorgte hingegen für eine Verminderung des Lipoprotein(a) Spiegels und für einen reduzierten Einbau dieses Moleküls in die Gefäßwände. Die wissenschaftliche Studie, die in einer renommierten Fachzeitschrift für Herz-Kreislauf-Erkrankungen veröffentlicht wurde, bestätigt somit eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen einem ausgeprägten Vitamin C Mangel und dem Auftreten von Arteriosklerose [1].

Link zur Studie:
[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26064792 Cha J, Niedzwiecki A, Rath M. Hypoascorbemia induces atherosclerosis and vascular deposition of lipoprotein(a) in transgenic mice. Am J Cardiovasc Dis. 2015 Mar 20;5(1):53-62.

Fazit: Vitamin C kann das Risiko von Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall verringern

Da fast jeder zweite Mitteleuropäer an den Folgen der Arteriosklerose stirbt, werden die zugrunde liegenden Ursachen intensiv erforscht. Zahlreiche Tiermodelle und klinische Studien belegen, dass der lebensnotwendige Vitalstoff Vitamin C die Bildung von arteriosklerotischen Plaques verhindern kann. Der regelmäßige Verzehr von Ascorbinsäure und Vitamin C haltigen Nahrungsmitteln reduziert das Risiko von Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt. Eine aktuelle Tierstudie kommt zu dem Schluss, dass Arteriosklerose die direkte Folge eines chronischen Vitamin C Mangels ist. Nach Aussage der Autoren kann Ascorbinsäure die Entstehung der Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden nicht nur verhindern, sondern diesen Prozess in vielen Fällen sogar rückgängig machen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten kostenlose Vitamine- und Gesundheits-Tipps!

Lesen Sie mehr Wissenswertes über weitere Vitamine: