Vitamin K spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung

Vitamin K und die menschliche Blutgerinnung - zwei Themen, die unmittelbar zusammenhängen. Die Bezeichnung Vitamin K bezieht sich auf eine Gruppe von fettlöslichen Vitaminen, die eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel und insbesondere bei der Blutgerinnung spielen. Sie wirken als Co-Faktor für sieben Vitamin K abhängige Gerinnungsfaktoren, denn ohne Vitamin K kann das Blut nicht gerinnen.

Glücklicherweise erhält der Organismus Vitamin K aus einer Vielzahl von Lebensmitteln. Zu den bevorzugten Quellen gehören Leber, Brokkoli, Grünkohl, Kohl und Spargel. Vitamin K lässt das Blut koagulieren und reduziert so das Blutungsrisiko. Dieser Effekt kann jedoch mit bestimmten Medikamenten interagieren. Mehr dazu gleich.

Über alles, was über den Zusammenhang zwischen Vitamin K und der Blutgerinnung wichtig zu wissen ist, informiert dieser Artikel.

Was ist die Blutgerinnung?

Die Blutgerinnung (in der Fachsprache auch „Koagulation" genannt) ist der Prozess, bei dem das Blut von einer Flüssigkeit zu einem Gel übergeht und ein Blutgerinnsel bildet.

Blutgerinnung

Dadurch kann es zu einer Blutstillung kommen, d. h. zur Einstellung des Blutverlustes aus einem beschädigten Gefäß, gefolgt von einer Reparatur. Der Mechanismus der Blutgerinnung beinhaltet die Aktivierung, Adhäsion und Aggregation von Blutplättchen sowie die Deposition und Reifung von Fibrin. Gerinnungsstörungen sind Krankheitszustände, die zu Blutungen oder obstruktiven Gerinnungen (Thrombosen) sowie Störungen des Blutdrucks bzw. der Werte im Blut führen können.

Die Blutgerinnung beginnt fast sofort, nachdem eine Verletzung des Blutgefäßes das Endothel, welches das Gefäß auskleidet, beschädigt hat. Die Exposition des Blutes löst zwei Prozesse aus: Veränderungen in den Blutplättchen und die Exposition des betreffenden Gewebefaktors, der letztlich zur Fibrinbildung führt. Thrombozyten bilden sofort einen Stopfen an der Stelle der Verletzung; dies wird als primäre Hämostase bezeichnet. Die sekundäre Hämostase erfolgt gleichzeitig: Zusätzliche Gerinnungsfaktoren reagieren in einer komplexen Kaskade zu Fibrinsträngen, die den Thrombozytenpfropfen stärken.

Bei allen Säugetieren besteht die Blutgerinnung sowohl aus einer zellulären (Blutplättchen) als auch aus einer proteinischen (Koagulationsfaktor) Komponente.

Diese Aufgaben hat Vitamin K bei der Blutgerinnung

Vitamin K1 ist bekannt dafür, dass es für die richtige Blutgerinnung extrem wichtig ist. Der Mikronährstoff aktiviert die abhängigen Gerinnungsfaktoren in der Leber und macht damit eine funktionsfähige Blutgerinnung grundsätzlich möglich. Liegt ein Mangel an Vitamin K1 vor, führt dies zum Versagen der Blutgerinnung und damit im Extremfall zu nicht mehr stillbaren Blutungen. Vitamin K1 muss aus pflanzlicher Nahrung aufgenommen werden. Es kommt in vielen grünen und chlorophyllhaltigen Pflanzen vor, z. B. in Salaten, Blattgemüse, Grünkohl und Brokkoli. Auch in Petersilie, Schnittlauch, Zwiebeln, Avocados und einigen Pflanzenölen ist Vitamin K1 in nennenswerten Mengen enthalten. Eine Überdosierung ist kaum möglich, denn selbst extrem hohe Dosen führen nicht zu einer Veränderung im Bereich der Blutgerinnung.

Wichtig zu wissen ist jedoch auch, dass grundsätzlich beide Vitamine der K-Gruppe - also K1 und K2 - bestimmte Gerinnungsfaktoren aktivieren. Konkret gibt es in der Koagulationskaskade vier Koagulationsfaktoren (Faktor 2, 7, 9 und 10), die durch die Vitamine K1 und K2 aktiviert werden. Schon ab einer Dosis von nur 10 µg erreicht Vitamin K2 eine messbare Beeinflussung der spezifischen Gerinnungsfaktoren. Genau genommen hat Vitamin K2 somit einen stärkeren Einfluss auf die Blutgerinnung als sein Pendant, das Vitamin K1. Nimmt der Betroffene regelmäßig Dosen von 50 µg oder mehr Vitamin K2 zu sich, kann sich der INR (Maßeinheit für die Blutgerinnung) um bis zu 50 Prozent verringern.

Wechselwirkungen zwischen Blutverdünnungsmitteln und Vitamin K Präparaten

Manche Menschen neigen dazu, gefährliche Blutgerinnsel zu entwickeln, die dann zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Um dieser Gefahr vorzubeugen, kann der Arzt ein Blutverdünnungsmittel verschreiben. Wem ein Blutverdünner verschrieben wird, der sollte die gleichzeitige Einnahme von Vitamin-K-Präparaten nach Möglichkeit vermeiden - so die bisherige Empfehlung. Der Grund: Vitamin K blockiert die Wirkung des blutverdünnenden Wirkstoffs Warfarin, der in den meisten Gerinnungshemmern enthalten ist. So wird die Wirkung des Medikaments herabgesetzt oder sogar ganz egalisiert. Es handelt sich dabei also um einen Antagonisten.

Aber: Die Empfehlung vieler Mediziner, in bestimmten Fällen und insbesondere bei der Einname von Blutgerinnungshemmern (Vitamin K Antagonisten) auf Vitamin K unbedingt zu verzichten, muss auch kritisch betrachtet werden. Eine solche Empfehlung kann fatale Folgen haben, denn Vitamin K spielt auch in vielen körperlichen Prozessen im Bereich des Stoffwechsels eine sehr wichtige Rolle. Der Mikronährstoff sorgt u. a. für die Aktivierung von Osteokalzin und Matrix-GLA-Proteinen, die wiederum für eine korrekte Verwertung von Calcium im Organismus sorgen. Damit kann Osteoporose und vaskulärer Kalzifikation vorgebeugt werden.

Es ist also immer eine Sache der Abwägung, wie viel Vitamin K bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern noch aufgenommen werden kann. Hier sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

Auswirkungen einer gestörten Blutgerinnung auf das Immunsystem

Das Blutgerinnungssystem im menschlichen Körper bildet Überschneidungen und interagiert mit dem Immunsystem. Die Blutgerinnung kann eindringende Mikroben physikalisch in Form von Blutgerinnseln einfangen. Zudem können einige Produkte des Gerinnungssystems durch ihre Fähigkeit, die Gefäßpermeabilität zu erhöhen und als chemotaktische Mittel für phagozytische Zellen zu wirken, zum funktionierenden Immunsystem beitragen.

Darüber hinaus wirken einige Produkte des Blutgerinnungssystems direkt antimikrobiell. So kann beispielsweise Beta-Lysin, eine Aminosäure, die von Blutplättchen während der Koagulation produziert wird, die Vernichtung diverser schädlicher Bakterien bewirken. Viele Entzündungsproteine sind am Gerinnungssystem beteiligt und beeinflussen dieses.

Fazit: Vitamin K ist extrem wichtig für die Blutgerinnung

Obwohl extrem komplex, ist das System der Blutgerinnung im menschlichen Körper vergleichsweise gut erforscht. Trotzdem gibt es innerhalb dieses Systems immer noch Faktoren, die bislang unbekannt waren oder falsch bewertet wurden. Einer dieser Faktoren bezieht sich z. B. auf die Wirkung von Vitamin K2 auf die Blutgerinnung. Bislang nahm man an, dass die K2-Form kaum Einfluss auf die Gerinnungsfunktion habe. Mittlerweile sieht die Wissenschaft das anders.

Fakt ist also, dass der Vitamin K Haushalt ein entscheidender Faktor für eine funktionierende Blutgerinnung ist. Hier ist insbesondere die Wechselwirkung bzw. die sich gegenseitig aufhebenden Funktionen von Vitamin K und Gerinnungshemmern bzw. Blutverdünnern zu nennen. Wer letztere einnimmt, sollte unbedingt mit seinem Arzt den eigenen Vitamin K Haushalt besprechen und diesen anschließend anpassen.

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