Wie kann ein Vitamin B3 Mangel entstehen?

Bei abwechslungsreicher Ernährung, die auch natürlich belassene Nahrungsmittel enthält, ist im Normalfall kein Mangel an Vitamin B3 zu befürchten. Das gilt für Nicht-Vegetarier in besonderem Maße, weil in vielen Fleischprodukten Vitamin B3 in Form des besonders leicht aufnehmbaren Nikotinamids vorliegt. Aber auch Vegetarier und Veganer tun sich leicht mit einer optimalen Versorgung über Milch- bzw. vegane Vollkornprodukte und verschiedene Nusssorten sowie vielen weiteren veganen Lebensmitteln mit Vitamin B3. Allerdings ist eine kontinuierliche Zufuhr des wasserlöslichen Vitamins wichtig, weil es nur 2 bis 6 Wochen im Körper gespeichert werden kann, bevor die Reserven erschöpft sind. Deshalb sollte einer optimalen Versorgung mit Niacin, wie das Vitamin B3 auch bezeichnet wird, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Zweifelsfall stehen auch Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B3 oder mit einer Kombination aus mehreren B-Vitaminen zur Verfügung.

Neben einer möglichen Mangelernährung gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum es zu einem Vitamin B3 Mangel kommen kann. Angesichts der zentralen Funktionen, die das Vitamin im zentralen Stoffwechsel einer jeden Zelle als Teil der Coenzyme NAD und NADP zu erfüllen hat, könnte beispielsweise eine Störung im zentralen Stoffwechsel durch chemische Substanzen zu Mangelsymptomen führen. Eine weitere Möglichkeit liegt in einem deutlich gesteigerten Verbrauch des Vitamins aufgrund häufiger und anhaltender Stresssituationen oder wegen starker körperlicher Beanspruchung durch Extremsportarten. Zu einem Mangel kann es auch kommen, wenn durch eine Erkrankung des Dünndarms das Vitamin B3 nicht in ausreichendem Maß resorbiert werden kann.

Welche Ursachenkomplexe sind für einen Vitamin B3 Mangel verantwortlich?

Eine der häufigsten Ursachen für einen Vitamin B3 Mangel ist chronisch überhöhter Alkoholkonsum. Der Alkoholmissbrauch führt unter anderem zu einer allmählichen Veränderung der Dünndarmschleimhaut, so dass die Aufnahmefähigkeit für das Vitamin B3 und alle anderen wasserlöslichen Vitamine, für bestimmte essentielle Fettsäuren und für einige Aminosäuren deutlich reduziert ist.

Es treten dann nicht nur Vitamin-B3-Mangelsymptome auf, sondern auch weitere Krankheitssymptome, die auf einen Mangel anderer Stoffe hindeuten. Zudem führt der Exzessive Alkoholkonsum zu Leberschäden, die den Mangel an Niacin weiter verstärken, weil die Speicherfähigkeit der funktionalen Leberzellen herabgesetzt ist und kein oder zu wenig körpereigenes Vitamin B3 aus der Aminosäure Tryptophan synthetisiert werden kann. Zu ähnlich reduziertem Resorptionsvermögen können Erkrankungen der Darmschleimhaut wie Zöliakie, Reizdarm oder eine chronische Diarrhoe führen, weil der Nahrungsbrei zu schnell die Darmschleimhaut passiert und das Aufnahmevermögen der Schleimhautzellen reduziert ist.

Ein weiterer Ursachenkomplex, der zu einer Unterversorgung mit Vitamin B3 führen kann, sind Nebenwirkungen bestimmter Medikamente wie Zytostatika, Psychopharmaka und Tuberkulostatika. Zytostatika können wegen ihrer abtötenden Wirkung auf Tumorzellen zu einer Überschwemmung des Stoffwechsels mit Abbauprodukten der abgetöteten Zellen führen, was zu einem enorm hohen Verbrauch an Vitamin B3 führt und zusätzlich das Resorptionsvermögen der Dünndarmschleimhaut beeinträchtigen kann. Psychopharmaka beeinflussen in der Regel Botenstoffe im Hirn wie Serotonin, Dopamin und Melatonin. Sie sind damit zum Teil an den gleichen Stoffwechselprozessen beteiligt wie das Vitamin B3, so dass es zu unkontrollierten Wechselwirkungen zwischen den Psychopharmaka und Vitamin B3 kommen kann. Für Tuberkulostatika gelten ähnliche Aussagen wie für Zytostatika. Auch über einen längeren Zeitraum eingenommene Mittel zur Bindung der Magensäure zur Vermeidung eines Reflux kann zu einem Mangel an Vitamin B3 führen.

Die meisten Leistungssportler, die sich regelmäßig einem intensiven Training unterziehen, beugen einem Vitaminmangel durch den Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln, die mit den entsprechenden Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind, vor. Der Bedarf vor allem an wasserlöslichen B-Vitaminen steigt durch das Training deutlich an. Der höhere Bedarf ist einem höheren Verbrauch aufgrund des gesteigerten Energieumsatzes geschuldet, und ein Teil der wasserlöslichen Vitamine werden ungenutzt mit dem Schweiß regelrecht ausgeschwitzt, so dass auch dieser Effekt zu einem höheren Bedarf führt und entsprechend ausgeglichen werden sollte.

Vitamin B3 Mangel – Symptome

Weil Vitamin B3 an einer Vielzahl von zentralen Stoffwechselprozessen in jeder Zelle beteiligt ist, verursacht bereits ein geringer Mangel Symptome. Allerdings sind sie zunächst relativ unspezifisch, so dass die Gefahr der Fehlinterpretation besteht und die Symptome anderen Ursachen zugeordnet werden. Erste auftretende Leitsymptome können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel beinhalten.

Bei länger anhaltender Unterversorgung mit Niacin sind die Schleimhäute des Verdauungstraktes betroffen, beispielsweise in Form von Mundtrockenheit und Schleimhautentzündungen, die zu Verdauungsstörungen führen. Wenn sich zusätzlich Hautveränderungen einstellen mit typisch rauer und schuppiger Haut und teilweiser Überpigmentierung, sind das typische Erscheinungen einer Pellagra-Erkrankung, die ausschließlich durch einen Vitamin B3 Mangel verursacht wird. Die Auswirkungen auf das Gehirn können weit über Schwindelanfälle hinausgehen. Häufig äußert sich anhaltender Mangel an Vitamin B3 durch Symptome wie Desorientiertheit und Depressionen.

Kann der Vitamin-B3-Status im Körper labormäßig bestimmt und erfasst werden?

Es liegt nahe, bei Auftreten erster Symptome, die den Verdacht auf einen möglichen Vitamin B3 Mangel lenken, mit dem Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln zu reagieren, die mit Niacin angereichert sind. Wenn die verspürten Symptome wirklich durch einen Vitamin B3 Mangel verursacht wurden, sollten sie bereits nach wenigen Stunden abklingen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob es auch Möglichkeiten gibt, den Vitamin-B3-Status auch objektiv über einen Laborbefund nachzuweisen. Es gibt in der Tat 3 unterschiedliche Methoden, mit denen ein ausgesprochener Mangel an Niacin nachgewiesen werden kann.

Eine der drei Methoden besteht darin, das Verhältnis der Coenzyme NAD zu NADP in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu bestimmen. Falls das Verhältnis auf einen Wert unter 140 absinkt, liegt ein Vitamin B3 Mangel vor.

Die Konzentration von Biotin im Blutserum liefert einen indirekten Nachweis über die Aktivität des Niacins. Ein Wert unter 0,2 Mikrogramm pro Liter deutet auf einen objektiven Niacinmangel hin.

Die dritte Methode besteht in der Messung des N1-Methyl-Nicotinamids im Urin. Es handelt sich um ein Abbauprodukt des Vitamins B3 und lässt Rückschlüsse auf die Gesamtkonzentration des Vitamins im Blut zu. Gemessen wird die Menge an N1-Methyl-Nicotinamid in Mikromol pro Tag. Werte über 17,5 sind normal und Werte unter 5,8 lassen auf einen objektiven Mangel an Vitamin B3 schließen.

Fazit: Einen Vitamin B3 Mangel schnell mit Nahrungsergänzungsmitteln beheben

Aufgrund der vielen Stoffwechselprozesse, an denen das Vitamin B3 beteiligt ist, reagiert unser Stoffwechsel sensibel auf einen etwaigen Mangel mit zum Teil wenig spezifischen Erscheinungen. Um gravierendere Ausfallerscheinungen zu vermeiden, besteht die einzige Möglichkeit darin, den Körper mit Nicotinsäure oder Nicotinamid zu versorgen. Zur besseren Dosierbarkeit empfehlen sich Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, die Vitamin B3 in definierter Menge enthalten und vom Dünndarm gut resorbiert werden können. Ein Vitamin B3 Mangel kann ausschließlich durch Zufuhr von Nicotinsäure oder Nicotinamid behoben und geheilt werden. In extremen Fällen, in denen das Niacin im Darm nicht resorbiert werden kann, empfiehlt sich eine intravenöse Gabe von Niacin. Die intravenös verabreichte Nicotinsäure erreicht zusammen mit dem Blutstrom innerhalb weniger Sekunden sämtliche Zielgewebe.

Abonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten kostenlose Vitamine- und Gesundheits-Tipps!

Lesen Sie mehr Wissenswertes über weitere Vitamine: