Vitamin B12 und seine positive Wirkung auf den menschlichen Körper

Vitamin B12 gilt als einer der zentralen Nährstoffe für Gesundheit und Wohlbefinden. Seine Wirkung auf unser Nervensystem, Stoffwechsel, Gehirn und Immunsystem konnte mithilfe wissenschaftlicher Forschungsarbeiten inzwischen aufgeklärt werden. Da größere Mengen des wertvollen Biomoleküls nur in Fisch- und Fleischprodukten vorkommen, führt eine vegane Lebensweise mit der Zeit zu einer Unterversorgung. Aber auch für Mischköstler besteht die Gefahr, dass sie nicht genügend Vitamin B12 mit der Nahrung zuführen.

Was ist Vitamin B12 genau?

Chemische Darstellung von Vitamin B12

Unter dem Begriff Vitamin B12 fassen Biochemiker verschiedene metallorganische Verbindungen sogenannte Cobalamine zusammen.

Der Ausdruck metallorganisch beschreibt Moleküle, bei denen der Kohlenstoffanteil eine Bindung mit einem Metall eingeht. Beim Cobalamin befindet sich ein Kobalt-Ion in der Mitte einer Ringstruktur (Corrinring). Wie alle B-Vitamine ist auch Vitamin B12 wasserlöslich.

In der Natur kommen drei Formen von Cobalaminen natürlich vor, die für den Menschen eine große Bedeutung haben: Methylcobalamin, Adenosylcobalamin und Hydroxocobalamin. Während Adenosylcobalamin und Methylcobalamin biologisch aktiv sind, stellt Hydroxocobalamin die Speicherform von Vitamin B12 dar. Unser Organismus kann Cobalamin nicht produzieren, sondern muss den wertvollen Vitalstoff über die Nahrung aufnehmen.

Vitamin B12 und seine Aufgaben

Wozu braucht der Körper Cobalamin? In unserem Organismus übt Vitamin B12 zahlreiche lebenswichtige Funktionen aus. Bekannt ist vor allem seine Wirkung als Coenzym. Neuere Forschungsergebnisse belegen, dass der wertvolle Vitalstoff ebenfalls eine zentrale Rolle als Entgiftungsmittel, Entzündungshemmer und Antioxidans spielt.

Vitamin B12 entgiftet den Körper

Beim Eiweißstoffwechsel entsteht als Zwischenstufe die Aminosäure Homocystein. Dieses Molekül stellt für den Organismus einen giftigen Stoff dar, der schnell durch enzymatische Reaktionen zu ungefährlichen Produkten abgebaut werden muss. Geschieht das nicht, steigt der Homocysteinspiegel im Blut an und schädigt die Gefäße. Als Folge bilden sich arteriosklerotische Ablagerungen (Plaques) an verschiedenen Abschnitten der Schlagadern.

In der Medizin gilt Arteriosklerose als Ursache für koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall. Bereits bei leicht erhöhten Homocysteinwerten nimmt das Risiko einer Erkrankung von Herz und Kreislaufsystem zu. Als Coenzym des Biokatalysators Methionin-Synthase wirkt Vitamin B12 beim Umbau von Homocystein zur Aminosäure Methionin mit. Bei einem Mangel kann diese Reaktion nicht ablaufen und es kommt zu einer Anreicherung von Homocystein in den Blutgefäßen.

In mehreren klinischen Studien sowie an Tiermodellen wiesen Forscher nach, dass Vitamin B12 das Zellgift Cyanid neutralisiert. Mediziner setzen den vielseitigen Vitalstoff ebenfalls als Gegenmittel bei Rauchvergiftungen ein. In beiden Fällen bindet Vitamin B12 an die Giftstoffe und es erfolgt eine Ausscheidung über den Urin. Mehr dazu im Artikel Vitamin B12 entgiftet den Organismus.

An der Blutbildung ist Vitamin B12 beteiligt

Gemeinsam mit Folsäure und dem Spurenelement Eisen unterstützt Vitamin B12 die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Biologisch aktives Cobalamin spielt eine entscheidende Rolle bei der Vervielfältigung unserer Erbanlagen. Im Englischen trägt das Erbgut die Bezeichnung „deoxyribonucleic acid” (DNA). Bestimmte Abschnitte der DNA enthalten in codierter Form die Anweisungen für Entwicklung, Funktion und Vermehrung aller Körperzellen.

Wenn sich eine Zelle teilt (Mitose), verdoppelt sich ihr Erbgut, sodass zwei identische Tochterzellen entstehen. Mithilfe der Mitose erneuert unser Organismus jeden Erythrozyten nach spätestens 90 Tagen. Wenn nicht genügend Vitamin B12 im Blut vorliegt, wird die Zellteilung der roten Blutkörperchen im Knochenmark beeinträchtigt. Als Folge kommt es zur Bildung von wenigen, überaus großen Erythrozyten (Megalozyten) und deren Vorläuferzellen (Megaloblasten).

Ärzte bezeichnen dieses Krankheitsbild als perniziöse Anämie oder Vitamin B12 Mangel Anämie. Während am Anfang lediglich eine Störung der Erythrozytenbildung auftritt, sind mit der Zeit auch die Blutplättchen (Thrombozyten) sowie die weißen Blutzellen (Leukozyten) betroffen. Die Ursache der perniziösen Anämie liegt in einem Mangel des sogenannten Intrinsic Factor. Bei diesem Biomolekül handelt es sich um ein Transportprotein für Vitamin B12, das von den Belegzellen im Magen produziert wird.

Ohne eine ausreichende Menge des Transportproteins kann der Körper nur wenig Vitamin B12 im Darm aktiv resorbieren. Mit anderen Worten: Die Bioverfügbarkeit des wertvollen Vitalstoffs hängt davon ab, ob genügend Intrinsic Factor zur Verfügung steht. Chronische Entzündungen der Schleimhaut im Magen (Gastritis) und Schädigungen durch Medikamente (Säureblocker gegen Sodbrennen, Gichtmedikamente, Blutgerinnungshemmer) stellen die Hauptgründe dar für eine mangelhafte Aufnahme von Vitamin B12 im Darm. Mehr dazu unter Vitamin B12 und die Blutbildung.

Vitamin B12 wirkt positiv auf das Nervensystem

Der vielseitige Wirkstoff hat einen entscheidenden Einfluss auf den Schutz der Nerven sowie die Herstellung von Botenstoffen (Neurotransmittern) im zentralen Nervensystem. Ein länger bestehendes Vitamin B12 Defizit kann die Funktionen des Gehirns massiv beeinträchtigen und zu dauerhaften Schädigungen führen. Aus diesem Grund äußern sich zahlreiche Ärzte und Wissenschaftler kritisch über die aktuell gültigen Normwerte für Vitamin B12.

Die festgelegten Cobalaminspiegel von 200 bis 300 Pikogramm pro Milliliter beziehen sich ausschließlich auf das Symptom Blutarmut. Neuere Erkenntnisse über die Wirkung des Vitalstoffs auf das Nervensystem werden gar nicht berücksichtigt. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass im Rückenmark und im Gehirn eine wesentlich höhere Vitamin B12 Konzentation erforderlich ist als im Blut.

Ein optimaler Schutz des Nervensystems findet erst ab einem Blutwert von 600 Pikogramm pro Milliliter statt. Diese Tatsache erklärt, warum seelische Beschwerden wie Depressionen bereits auftreten können, wenn die Vitamin B12 Werte noch im Normalbereich liegen. In vielen Fällen wirkt sich deshalb die Einnahme von Vitamin B12 Präparaten positiv auf Krankheiten des Nervensystems aus.

Psychische Erkrankungen lassen sich oft mit Vitamin B12 lindern

Während der letzten Jahre nahm in Deutschland die Zahl an Arbeitsunfähigkeiten, Frühverrentungen und stationären Behandlungen im Krankenhaus aufgrund von Depressionen deutlich zu. Die Krankheitsursachen sind überaus vielschichtig und werden von Wissenschaftlern bis heute nur zum Teil verstanden. Zahlreiche Forschungsarbeiten belegen die wichtige Rolle von Vital- und Nährstoffen bei der Herstellung von Neurotransmittern im Gehirn. Trotzdem unterschätzen bis heute viele Ärzte die enorme Wirkung von Vitamin B12 auf die Psyche.

Unter anderem beeinflusst der lebensnotwendige Vitalstoff Stimmung, Wahrnehmung und Koordinationsfähigkeit. Eine Unterversorgung kann seelische Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression, Psychose oder Wahnvorstellungen nach sich ziehen. Mehrere Studien zeigen, dass optimale Vitamin B12 Werte eine Voraussetzung für psychische Gesundheit sind. Wer unter Depressionen oder einer anderen seelischen Krankheit leidet, profitiert häufig von der Einnahme Vitamin B12 haltiger Nahrungsergänzungsmittel.

Auf Gesundheitsseiten im Internet werden viele Fälle beschrieben, in denen sich ein unerkannter Vitamin B12 Mangel als Ursache einer jahrelangen Depression herausgestellt hat. Zahlreiche naturheilkundlich arbeitenden Ärzte und Heilpraktiker empfehlen ihren depressiven Patienten, Vitamin B12 Tabletten einzunehmen bis ein Blutspiegel von 600 Pikogramm pro Milliliter erreicht wird. Oft kommt zusätzlich Folsäure (Methylfolat) zum Einsatz.

Vitamin B12 ist am Lipidstoffwechsel beteiligt

In Zusammenarbeit mit anderen Vitalstoffen reguliert Vitamin B12 den Lipidstoffwechsel des Menschen. Oft verwenden Konsumenten den Begriff Lipid als Synonym für Fett. Diese Bezeichnung ist nicht ganz korrekt, da die Fette nur eine Gruppe der Lipide darstellen. Zu diesen Naturstoffen gehören ebenfalls Fettsäuren, Wachse, Öle, Isoprenoide, Lipopolysaccharide, Sphingolipide und Phospholipide. Mehrere Studien konnten nachweisen, dass eine zu geringe Konzentration an Methylcobalamin zu einer Erhöhung der Blutfette führt. Nicht selten steht eine Gewichtszunahme in Zusammenhang mit einem gestörten Lipidstoffwechsel.

Der Körper kann Fette nicht mehr in Energie umwandeln, sondern lagert sie stattdessen im Gewebe ab. Wenn die Vitamin B12 Unterversorgung nicht beseitigt wird, kommt es zu einer immer stärkeren Gewichtszunahme. Seit einigen Jahren berichten Boulevardzeitungen über einen neuen Trend aus den USA. Viele Schauspielerinnen aus Hollywood setzen auf Vitamin B12, damit sie überschüssige Pfunde natürlich und gesund loswerden. Eine Aufbaukur mit Spritzen soll beim Abnehmen helfen, ohne eine strenge Diät einhalten zu müssen.

Ist es tatsächlich so einfach, seine Fettpölsterchen abzubauen? Zweifellos kann Vitamin B12 den Stoffwechsel ankurbeln und dafür sorgen, dass unser Körper mehr Kalorien verbrennt. Ob diese Maßnahme alleine eine Gewichtsreduktion bewirkt, wurde bisher noch nicht anhand klinischer Studien nachgewiesen. Zum Abnehmen empfehlen die meisten Heilpraktiker ihren übergewichtigen Patienten neben einer Vitamin B12 Kur auch eine Ernährungsumstellung sowie regelmäßige sportliche Aktivitäten.

Vitamin B12 wirkt als Antioxidans und beeinflusst das Immunsystem

Vor wenigen Jahren entdeckten Forscher eine neue Wirkung von Vitamin B12, die über die bekannten Aufgaben im Körper hinausgeht. Die bahnbrechenden Erkenntnisse lassen vermuten, dass der wertvolle Vitalstoff innerhalb unserer Zellen ein höchst effektives Antioxidans darstellt. Nach Ansicht vieler Ärzte sind freie Radikale für die Entstehung zahlreicher Krankheitsbilder verantwortlich.

Als Radikalfänger schützt Vitamin B12 gesunde Körperzellen vor Sauerstoff- beziehungsweise Stickstoffradikalen und fördert die Produktion von Glutathion. Darüber hinaus weist das vielseitige Biomolekül antientzündliche Eigenschaften auf. Indem es den Ablauf von Entzündungsreaktionen steuert, ist Vitamin B12 als Botenstoff für die Wirksamkeit unserer Immunantwort zuständig. Unter anderem reguliert der Vitalstoff die Aktivität von Immunbotenstoffen (Zytokinen) wie Interleukin-6. Mehr dazu im Artikel „Vitamin B12 als Antioxidans".

Vitamin B12 hilft im Alter dem Gedächtnis auf die Sprünge

Der lebensnotwendige Nährstoff Vitamin B12 hat eine schützende Wirkung auf die Nervenverbindungen in unserem Gehirn. Laut einer klinischen Studie von Wissenschaftlern der University of Oxford kann eine gute Versorgung mit Vitamin B12 dazu beitragen, das Gedächtnis im Alter zu verbessern. An der Forschungsarbeit nahmen insgesamt 107 Personen zwischen 61 und 87 Jahren teil. Zu Beginn der Studie waren die Probanden in der Lage, ein selbstständiges Leben zu führen, und zeigten keine Anzeichen von Gedächtnisstörungen.

Im Rahmen der Eingangsuntersuchung erfolgte eine Messung des Vitamin B12 Spiegels im Blut. Nach einer Dauer von fünf Jahren ermittelten die Forscher erneut den Gesundheitszustand der Probanden. Das Ergebnis belegte einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem anfangs bestimmten Vitamin B12 Status und dem späteren Auftreten von Vergesslichkeit und Hirnleistungsstörungen.

Die Patienten mit den niedrigsten Cobalaminwerten wiesen am Ende der Studie die gravierendsten Beschwerden auf. Bemerkenswerterweise lagen die Vitamin B12 Werte aller Teilnehmer im Normbereich. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass bereits eine geringe Unterversorgung negative Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung im Alter haben kann.

Vitamin B12 unterstützt die Augen

Neben zahlreichen anderen Aufgaben ist Vitamin B12 für die Gesundheit der Augen zuständig. Da das wertvolle Biomolekül wichtige Funktionen in unserem Nervensystem übernimmt, kann ein Mangel eine optische Neuropathie auslösen. Unter diesem Begriff verstehen Mediziner eine Beeinträchtigung des Sehnervs, die zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit führt. Die Erkrankung beginnt mit Sehstörungen wie Nebel und Flecken. In schweren Fällen kann es zu einem Verlust des Augenlichts kommen.

Studienergebnisse belegen, dass die Gabe von Vitamin B12 die Symptome der optischen Neuropathie in vielen Fällen reduziert. Weitere wissenschaftliche Forschungen konnten die positive Wirkung des vielseitigen Vitalstoffs auch bei anderen Augenerkrankungen nachweisen. Durch eine hochdosierte Vitamin B12 Therapie verbesserte sich das Sehvermögen der Studienteilnehmer bei grünem Star (Glaukom), grauem Star (Katarakt) sowie altersbedingten Krankheiten der Netzhaut (Makuladegeneration).

Kann Vitamin B12 Krebs vorbeugen?

Um biologisch aktive DNA zu synthetisieren, benötigt unser Organismus Folsäure. Wenn lediglich eine geringe Menge des Vitalstoffs verfügbar ist, entstehen DNA-Moleküle, die fehlerhafte Formen des Erbguts enthalten. Vitamin B12 und Folsäure arbeiten bei der Herstellung von DNA eng zusammen. Ein Defizit an Vitamin B12 hat deshalb auch eine negative Wirkung auf die Aktivität der Folsäure. Anders ausgedrückt: Ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure zieht eine Schädigung der Erbanlagen sowie eine Veränderung der Methylierung der DNA nach sich.

Das DNA-Methylierungsmuster dient als Schalter, um bestimmte Gene zu inaktivieren. Eine Zunahme der DNA-Schäden und die veränderte Methylierung gelten als wichtige Risikofaktoren bei der Entstehung von Krebs. Aus diesem Grund raten viele Ärzte, darauf zu achten, dass Folsäure und Vitamin B12 Spiegel immer den Normwerten entsprechen. Gibt es wissenschaftliche Forschungsarbeiten über die Wirkung von Vitamin B12 bei Krebserkrankungen?

Bezüglich der Fragestellung, ob Vitamin B12 das Brustkrebsrisiko von Frauen reduzieren kann, wurden mehrere klinische Studien durchgeführt. Die Resultate sind nicht eindeutig. Während einige Untersuchungen den Nutzen einer guten Vitamin B12 Versorgung belegen, ist das bei anderen Studien nicht der Fall. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Höhe der Blutwerte von Vitamin B12 keinen Einfluss auf die Krebsentstehung hat. Für Verunsicherung sorgten zwei Forschungsarbeiten aus dem Jahr 2009 und eine weitere Studie, die 2017 durchgeführt wurde.

Demnach steigt bei Rauchern das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, wenn sie jahrzehntelang hochdosiertes Vitamin B12 einnehmen. Die Studienteilnehmer führten täglich zwischen 55 und 200 Mikrogramm Vitamin B12 zu und überschritten die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) um das 12- bis 50-Fache. Um sicherzugehen, sollten sich Raucher bei einer langfristigen Einnahme von Vitamin B12 haltigen Nahrungsergänzungsmitteln an die Referenzwerte der DGE halten. Für Nichtraucher gilt diese Vorsichtsmaßnahme nicht.

Bei Schuppenflechte und Neurodermitis kann Vitamin B12 helfen

Einige Heilpraktiker und Naturheilärzte schwören auf die äußerliche Anwendung von Vitamin B12 bei verschiedenen Hautkrankheiten. Grundlage der Therapie bilden mehrere Forschungsarbeiten, die mit einer Salbe aus 0,07 Prozent Cyanocobalamin und Avocadoöl durchgeführt wurden. Im Rahmen zweier Doppelblindstudien behandelten Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum Patienten, die unter Neurodermitis beziehungsweise Schuppenflechte litten, für acht bis zwölf Wochen mit der Vitamin B12 haltigen Hautcreme.

In beiden Gruppen verbesserte sich das Erscheinungsbild der Haut deutlich. Eine Klinik in den USA konnte das Ergebnis bei Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis bestätigen. Die Forscher begründen den Erfolg der Behandlung mit der Vitamin B12 Wirkung auf Stickstoffmonoxid-Radikale (Nitrostress). Diese Radikale entstehen bei Hauterkrankungen in großer Zahl und schädigen die Zellen. Da Vitamin B12 Stickstoffmonoxid-Radikale effektiv abfängt, kann sich das Hautbild bei einer äußerlichen Anwendung mit der Zeit verbessern.

Darüber hinaus lohnt es sich oft, zusätzlich Vitamin B12 Tabletten einzunehmen oder den Wirkstoff als Kur mehrmals im Jahr zu spritzen. Bei Hautkrankheiten ist es wichtig, im Körper das Vitamin B12 Depot sowie die Speicher aller anderen B-Vitamine aufzufüllen. Um wieder gesund zu werden, sollten die Betroffenen eine Mangelsituation unbedingt vermeiden. Mehr dazu erhalten Sie hier bei uns.

Vitamin B12 bei Bodybuilding und Sport

Folsäure und Vitamin B12 haben im Leistungssport eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die Blutbildung. Untersuchungen der Ruhr-Universität Bochum zeigen, dass bereits junge Sportler nicht selten unter einer perniziösen Anämie leiden. Um eine optimale Leistung beim Sport zu erreichen, müssen Defizite an Vitamin B12 oder Folsäure mit geeigneten Präparaten behandelt werden. Viele Hobbysportler erkennen ebenfalls Vorteile durch die Anwendung von Vitamin B12. Sie geben an, dadurch leistungsfähiger zu sein und nicht so schnell zu ermüden.

Während die Konsumenten in Deutschland in der Regel ein Vitamin B12 haltiges Nahrungsergänzungsmittel oral einnehmen, setzen Athleten in den USA auf Spritzen. Vor Wettkämpfen injizieren sie bis zu einem Gramm Cobalamin in den Gesäßmuskel. Im Juli 2004 veröffentlichten mehrere Wissenschaftler eine klinische Studie in einer amerikanischen Fachzeitschrift. Die Forschungsarbeit ergab, dass die Substitution mit Vitamin B12 nur dann eine spürbare Wirkung hat, wenn ein Vitalstoffmangel vorliegt. Aus diesem Grund ist es für Sportler sinnvoll, ihren Vitamin B12 Status regelmäßig zu überprüfen.

Vitamin B12 in Lebensmitteln

Verschiedene Algen und einige Pflanzen wie die Blätter des Wunderbaums Moringa oleifera enthalten Vitamin B12. Der Gehalt ist jedoch so gering, dass sich durch den Verzehr üblicher Portionen der Bedarf nicht decken lässt. In ausreichenden Mengen kommt der wertvolle Vitalstoff ausschließlich in tierischen Produkten vor. Als gute Vitamin B12 Lieferanten gelten Leber, Rindfleisch, Hühnerei, Käse, Milch sowie bestimmte Salzwasserfische. Eine ganze Auflistung von Lebensmitteln mit Mengenangaben erhalten Sie unter dem Menü Lebensmittel mit Vitamin B12.

Wie hoch ist der tägliche Vitamin B12 Bedarf?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat im Februar 2019 ihre Referenzwerte für Vitamin B12 deutlich erhöht. Erwachsene benötigen jeden Tag mindestens vier Mikrogramm (µg) des wertvollen Nährstoffs. Diese Menge entspricht einer Portion von 25 Gramm Schweineleber, 50 Gramm Hering, 100 Gramm Thunfisch oder einem halben Liter Vollmilch.

Tabelle für die tägliche Zufuhr von Vitamin B12:

Wenn Sie Informationen zur Dosierung benötigen, dann schauen Sie unter Anwendung & Dosierung.

Entstehung eins Mangels an Vitamin B12

Im Jahr 2008 führte das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Max Rubner-Institut) eine Studie über das Essverhalten in deutschsprachigen Ländern durch. Als die Forscher ihre umfassenden Ergebnisse unter dem Titel Nationale Verzehrstudie II veröffentlichten, war die Wissenschaftsgemeinschaft überrascht.

Unabhängig von der Ernährungsform vegan, vegetarisch oder Mischköstler erreichen 8,2 Prozent der Männer und 26,1 Prozent der Frauen nicht die empfohlene Tagesmenge an Vitamin B12. Hinzu kommt, dass jedes dritte Mädchen (33,5 %) und jeder zwölfte Junge (8,1 %) im Alter von 14 bis 18 Jahren einen Vitamin B12 Mangel aufweist.

Für eine Entstehung des Defizits kommen drei Hauptursachen infrage:

Da Vitamin B12 an zahlreichen Stoffwechselprozessen teilnimmt, kann ein Mangel unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Zu Anfang treten oft unspezifische Symptome wie Lustlosigkeit, leichte Reizbarkeit, Müdigkeit, Nervosität oder wiederkehrende grippale Infekt auf. Bei einer länger bestehenden Unterversorgung kann es zu irreversiblen Schädigungen des Nervensystems kommen. Diese Anzeichen werden nicht selten mit anderen schweren Erkrankungen wie multipler Sklerose, Depression oder Alzheimerkrankheit verwechselt, sodass die Betroffenen eine falsche Behandlung erhalten. Mehr zum Vitamin B12 Mangel.

Holo-TC-Test zur Messung der Vitamin B12 Werte

Wenn ein Patient beim Hausarzt den Vitamin B12 Spiegel überprüfen lässt, wird meistens ein Test durchgeführt, der die Gesamtmenge des Vitalstoffs bestimmt. Bereits seit mehr als zehn Jahren weisen Wissenschaftler auf die Ungenauigkeit dieses Bluttests hin. Das Problem liegt zum einen darin, dass diejenigen Formen von Vitamin B12 ebenfalls gemessen werden, die unser Körper nicht nutzen kann. Darüber hinaus berücksichtigt der Test auch sogenannte Vitamin B12 Analoga.

Von ihrer Struktur ähneln diese Verbindungen zwar dem Vitamin B12, sie sind jedoch biologisch unwirksam. Unser Körper verwertet ausschließlich Cobalamine, die an bestimmte Transportproteinen (Transcobalaminen) ankoppeln können. Da lediglich zehn bis zwanzig Prozent von Vitamin B12 eine Verbindung mit Transcobalaminen eingeht und dadurch eine hohe Bioverfügbarkeit aufweist, zeigt der herkömmliche Bluttests in 80 bis 90 Prozent der Fälle falsch positive Ergebnisse an.

Wesentlich genauer ist der sogenannte Holo-TC-Test, der nur biologisch aktives Vitamin B12 bestimmt. Bei diesem Test handelt es sich um die genaueste Bestimmungsmethode, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Der Holo-TC-Test erlaubt es, den Zustand der Vitamin B12 Speicher im Körper zu beurteilen und die ersten Anzeichen einer Mangelsituation anhand der Normwerte zu erkennen. Wer seinen Vitamin B12 Status erfahren möchte, sollte einen Selbsttest für zu Hause in einer Apotheke kaufen oder im Onlinehandel bestellen. Weiterführende Informationen unter Vitamin B12 Test.

Der vegane Lebensstil als Risikofaktor für eine Vitamin B12 Unterversorgung

Da natürliches, pflanzliches Essen kaum Vitamin B12 enthält, können Vegetarier und Veganer leicht in eine Mangelsituation geraten. Eine vegetarische Lebensweise erlaubt den Verzehr von Eiern und Milchprodukten. Menschen, die jeden Tag Milch trinken und regelmäßig Käse wie Camembert oder Edamer essen, erreichen die empfohlene Menge an Vitamin B12. Schwieriger ist die Auswahl der richtigen Nahrungsmittel für Veganer. Wer sich vegan ernährt, nimmt überhaupt keine tierischen Produkte zu sich.

Die Zufuhr von Vitamin B12 aus Algen oder anderen pflanzlichen Quellen reicht in der Regel nicht aus, um den Tagesbedarf zu decken. Wenig überraschend zeigen neuere Forschungsergebnisse, dass drei Viertel aller Veganer ein Vitamin B12 Defizit aufweisen. Fast jeder zweite Vegetarier (45 Prozent) unterschreitet ebenfalls die von der DGE vorgeschriebenen Referenzwerte. Um ihre Gesundheit nicht zu gefährden, sollten Personen, die sich überwiegend pflanzlich ernähren, regelmäßig eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 Präparaten vornehmen.

Als Alternative bietet sich ein bis zwei Mal im Jahr eine Aufbaukur an, bei der ein Arzt oder Heilpraktiker in bestimmten Intervallen den Vitalstoff intramuskulär spritzt. Unsere Leber und die Muskeln können bis zu 4.000 Mikrogramm des wertvollen Nährstoffs speichern. Ein komplett gefülltes Depot stellt somit die Vitamin B12 Versorgung des Körpers für ein bis zwei Jahre sicher.

Die britische Vegan Society empfiehlt für Veganer folgende Vorgehensweise:

Aufgaben von Vitamin B12 bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen umfasst die Wirkung des wertvollen Vitalstoffs alle Prozesse der körperlichen und geistigen Entfaltung. Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchten im Jahr 1997 die Folgen einer Vitamin B12 Unterversorgung bei Kleinkindern. Sie stellten fest, dass ein unerkannter Mangel das Wachstum deutlich verlangsamt.

Wenn das Vitamin B12 Defizit für längere Zeit besteht, können dauerhafte neurologische Schäden auftreten. Mit diesem Begriff fassen Ärzte Schädigungen des Rückenmarks, des Gehirns oder anderer Nerven zusammen, die sich nicht heilen lassen. Holländische Forscher fanden heraus, dass ein niedriger Vitamin B12 Status bei jugendlichen Schülern zu einer Beeinträchtigung der kognitiven Leistungen führt.

Unter Kognition verstehen Mediziner Fähigkeiten wie Lernen, Problemlösung, Erinnerungsvermögen, Vorstellungskraft, Wahrnehmung und Planung. Nach den Erkenntnissen von Naturheilärzten und Heilpraktikern gibt es zwei wesentliche Gründe für das Auftreten eines Vitamin B12 Mangels bei Kindern und Jugendlichen: eine einseitige, ungesunde Ernährung sowie eine gestörte Darmflora.

Vitamin B12 in Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft wird das ungeborene Kind über den Organismus der Mutter mit allen wichtigen Nähr- und Vitalstoffen versorgt. Eine entscheidende Funktion übt die Plazenta (Mutterkuchen) aus. Bei dieser Struktur handelt es sich um ein Gewebe in der Gebärmutter, das der Embryo entwickelt. Neben den Blutgefäßen des Kindes enthält die Plazenta auch Arterien und Venen aus dem mütterlichen Blutkreislauf.

Die Nachbarschaft der beiden Kreisläufe ermöglicht einen raschen Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen sowie die Entsorgung von Abfallprodukten. Vitamin B12 wird in der Plazenta direkt von der Mutter auf das Kind übertragen. Eine ausreichende Versorgung des Embryos hängt maßgeblich vom mütterlichen Vitamin B12 Status ab. Wenn die Mutter selbst einen Mangel aufweist, leidet das Ungeborene ebenfalls an einer Unterversorgung. Als Folge kann es zu Entwicklungsstörungen des Kindes kommen.

Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Warwick zeigt, dass ein Vitamin B12 Defizit während der Schwangerschaft, das Risiko des ungeborenen Kindes erhöht, als Erwachsener einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Gesundheitliche Probleme können auch beim Stillen auftreten: Bei gesunden Frauen enthält die Muttermilch die richtige Konzentration an Vitamin B12, um die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes sicherzustellen.

Stillende Mütter, die nicht genügend Vitamin B12 mit der Nahrung aufnehmen, riskieren bei ihren Säuglingen einen Vitalstoffmangel mit seinen gefährlichen Folgen. Im Jahr 2008 veröffentlichte die amerikanische Academy of Nutrition and Dietetics (A.N.D.) Richtlinien für schwangere und stillende Frauen. Die Organisation gilt als weltweit größte Vereinigung von Fachleuten auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaft. Experten der A.N.D. raten allen Müttern, die vegetarisch oder vegan leben, während der Schwangerschaft und der Stillzeit eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 vorzunehmen.

Vitamin B12 haltige Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung und Therapie

Viele Menschen in Deutschland fragen sich, ob eine Ergänzung mit Cobalamin wichtig ist. Zu den guten Lieferanten für natürliches Vitamin B12 zählen ausschließlich tierische Produkte. Wer sich rein pflanzlich ernährt, muss darauf vertrauen, dass alle lebenswichtigen Nährstoffe in den angebotenen Nahrungsmitteln vorkommen. Im Fall von Vitamin B12 streiten sich die Fachleute bis heute darüber, ob der Vitalstoff in Algen in ausreichenden Mengen zu finden ist.

Die meisten Ärzte empfehlen Vegetariern, Veganern und Personen, die einen erhöhten Bedarf haben, eine regelmäßige Substitution mit einem Vitamin B12 Präparat. Die Dauer der Einnahme richtet sich nach den Essgewohnheiten der Betroffenen. Welche Darreichungsformen stehen den Käufern zur Verfügung? Im Handel gibt es sowohl pflanzliches Vitamin B12 als auch Präparate aus tierischen Quellen.

Diese Informationen lassen sich aus dem Beipackzettel entnehmen. Zur Auswahl stehen folgende Vitamin B12 Darreichungsformen: Tabletten, Lutschtabletten, Kapseln, Tropfen, Sprays und Ampullen. Die Produkte sind rezeptfrei in Apotheken und Onlineshops erhältlich. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollten Anwender sich an die Vorgaben des Hersteller halten.

Kann man Vitamin B12 überdosieren?

Damit alle wichtigen Aufgaben im Körper erledigt werden können, ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 erforderlich. Da eine Unterversorgung gefährliche Folgen hat, nehmen manche Verbraucher bis zu 1.000 Mikrogramm Cobalamin pro Tag ein. Besteht dabei die Gefahr einer Überdosierung oder sind dermaßen hohe Dosierungen harmlos?

Weder die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) noch das Gesundheitsministerium der USA (NIH) gibt eine Obergrenze für den täglichen Verzehr von Vitamin B12 an. Mit dem Transportprotein Intrinsic Factor und der Aufnahme über die Darmschleimhaut besitzt unser Körper zwei effektive Barrieren. Aus diesem Grund lässt sich eine Überdosierung durch Lebensmittel oder über eine Substitution mit einem Cobalamin-Präparat kaum bewerkstelligen.

Hinzu kommt, dass Vitamin B12 wasserlöslich ist und überschüssige Mengen über den Urin ausgeschieden werden. Probleme treten manchmal im Rahmen einer Kur mit Vitamin B12 Spritzen oder Infusionen auf. Bei einer zu hohen Dosis kann es in seltenen Fällen zu einem allergischen Schock kommen. Anwender, die empfindlich auf Vitamin B12 reagieren, entwickeln nach der Injektion gelegentlich Ekzeme oder Nesselsucht (Urtikaria).

Fazit: Vitamin B12 ist für eine Vielzahl von körpereigenen Prozessen zuständig

Unser Organismus kann seine vielfältigen Aufgaben nur dann erfüllen, wenn Vitamin B12 in ausreichend hoher Konzentration vorliegt. Für Menschen, die den Vitalstoff in geringen Mengen mit der Nahrung zuführen, bieten Nahrungsergänzungsmittel viele Vorteile. Das Gleiche gilt bei einem erhöhten Bedarf durch Stress oder die Einnahme der Pille. Wenn der Vitamin B12 Spiegel im Blut ausgeglichen ist, steigen Energie und Lebensfreude. Darüber hinaus verringert sich das Risiko einer Erkrankung von Herz, Kreislauf und Nervensystem.

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