Vitamin B12 und Folsäure – eine optimale Kombination für unseren Organismus

Die Nationale Verzehrstudie II aus dem Jahr 2008 zeigt, dass in Deutschland eine Unterversorgung mit Folsäure sowie Vitamin B12 häufig vorkommt. Da zu Beginn keine typischen Beschwerden auftreten, bleibt die Mangelsituation lange unentdeckt. Schwangere Frauen, ältere Menschen und Personen mit einem erhöhten Vitalstoffbedarf sollten deshalb regelmäßig Präparate mit Vitamin B12 und Folsäure einnehmen. Zur Auswahl stehen Produkte in Form von Kapseln, Tabletten, Tropfen und Ampullen.

Die Wirkung von Folsäure hängt von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin B12 ab

Bei zahlreichen Stoffwechselprozessen arbeitet Tetrahydrofolat (THF), die biologisch aktive Form der Folsäure, eng mit Vitamin B12 zusammen. Als Kofaktoren des Enzyms Methionin-Synthase spielen die beiden Vitalstoffe eine wesentliche Rolle bei der Umwandlung von Homocystein in die Aminosäure Methionin. Ein erhöhter Homocysteinwert im Blut gilt als einer der Hauptrisikofaktoren von Arteriosklerose und ihren lebensgefährlichen Folgen für das Herz-Kreislauf-System. Aus diesem Grund muss unser Organismus diesen potenziell schädlichen Stoff immer wieder neutralisieren.

Methionin stellt die Ausgangssubstanz für das Biomolekül S-Adenosylmethionin (SAM) dar, das eine wesentliche Funktion bei der Steuerung von Hormonen und Botenstoffen (Neurotransmittern) ausübt. Vitamin B12 sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Formen der Folsäure in das aktive Molekül THF zurückverwandelt werden. Ohne eine ausreichend hohe Cobalaminkonzentration läuft diese Reaktion nicht ab. Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 zieht somit ebenfalls einen Mangel an biologisch aktiver Folsäure nach sich.

Diese Art des Defizits nennen Biochemiker funktionell. Im Gegensatz zu einem echten Mangel nimmt die betreffende Person zwar genügend Folat mit der Nahrung auf. Die biologische Wirkung ist jedoch blockiert, da eine Aktivierung des wertvollen Vitalstoffs nicht stattfinden kann. Andererseits bewerkstelligt Vitamin B12 die Entgiftung von Homocystein nur gemeinsam mit Folsäure. Ein Folsäuremangel schränkt deshalb auch die Wirksamkeit von Cobalamin im Körper ein.

Folsäure und Vitamin B12 sind an der Steuerung unserer Gene beteiligt

Bei vielen körpereigenen Prozessen treten sogenannte Methylierungsreaktionen auf. Mit diesem Begriff bezeichnen Biochemiker die Übertragung einer Methylgruppe auf bestimmte Zielmoleküle. In jeder Zelle finden Tausende dieser Methylierungen pro Sekunde statt. Diese Reaktionen stellen somit ein fundamentales Prinzip des Lebens dar. Welches Ziel verfolgt unser Organismus mit dem Methylierungsprozess? Einfach ausgedrückt dient die Methylierung als Schalter, um bestimmte Biomoleküle zu stimulieren oder zu blockieren.

Da Methylgruppen mithilfe von Enzymen schnell übertragen und wieder entfernt werden können, lassen sich auf diese Weise bestimmte Gene unseres Erbguts aktivieren oder abschalten. Methylfolat und Methylcobalamin sind die beiden wichtigsten Ausgangsstoffe für eine Methylierung der DNA. Ein Defizit an Folsäure oder Vitamin B12 wirkt sich auf das Methylierungsmuster und dadurch auf die Steuerung unserer DNA aus. Als Folge können chronische Krankheiten bis hin zu Krebs auftreten.

Vitamin B12 und Folsäure spielen eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird das ungeborene Kind über die Plazenta der Mutter mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt. Weist die Schwangere einen Mangel an Folsäure oder Vitamin B12 auf, kann das gravierende Auswirkungen auf den Embryo haben. Zu den Folgen eines Folsäuredefizits zählen:

Unter dem Begriff Neuralrohr verstehen Ärzte ein spezielles Gewebe in der Entwicklung des Fötus, das sich ab dem 25. Tag bildet. Aus dieser Gewebestruktur entwickeln sich ab der sechsten Lebenswoche das Gehirn und das Rückenmark. Durch die Einnahme von Folsäure Tabletten können schwangere Frauen Missbildungen des Neuralrohrs bei ihren ungeborenen Kindern verhindern.

Ein Folsäuredefizit in der Schwangerschaft erhöht das Risiko, dass der Nachwuchs im späteren Leben an Autismus erkrankt. Auch ein Vitamin B12 Mangel der werdenden Mutter kann zu Missbildungen des Embryos führen. Britische Forscher der Universität Warwick wiesen nach, dass sich eine Unterversorgung mit Cobalamin während der Schwangerschaft auf das Diabetesrisiko des Kindes auswirkt. Die klinische Studie ergab: Je ausgeprägter das Vitamin B12 Defizit der Mutter, umso größer war die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Diabetes mellitus Typ 2 im Erwachsenenalter.

Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an Folsäure und Vitamin B12. Deshalb sollten sie nach Rücksprache mit ihrem Arzt Vitamin B Präparate einsetzen. In der Regel bemerken Frauen erst nach zwei bis vier Wochen, dass sie ein Kind erwarten. Da sich genau während dieser Zeit das Neuralrohr entwickelt, benötigt der kindliche Organismus große Mengen an Folsäure. Deshalb ist es ratsam, bereits dann mit der Zufuhr lebenswichtige Vitalstoffe zu beginnen, wenn ein Kinderwunsch besteht. Auf diese Weise kann der Körper seine Vitamin B12 und Folsäure Depots auffüllen, bevor es zu einer Schwangerschaft kommt.

Fazit: Folsäure und Vitamin B12 wirken eng zusammen

In unserem Organismus sind Vitamin B12 und Folsäure bei vielen Stoffwechselprozessen auf ihre gegenseitige Hilfe angewiesen. Gemeinsam entgiften sie die schädliche Aminosäure Homocystein. Darüber hinaus sorgen sie für die Methylierung lebenswichtiger Biomoleküle, die eine wesentliche Rolle bei der Herstellung von Hormonen, Neurotransmittern und Antioxidantien spielen. Um eine gesunde Entwicklung des Embryos zu gewährleisten, lohnen sich Vitamin B12 und Folsäure Präparate besonders für schwangere Frauen.

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