Kombinierte Vitamin B12 und B6 Produkte einnehmen

In Apotheken, Drogerien und in Onlineshops gibt es verschiedene Präparate, die Vitamin B12 und Vitamin B6 enthalten. Worin liegen die Vorteile, wenn beide Vitalstoffe gemeinsam eingenommen werden?

Wirkung von Vitamin B6 und B12 als Kombination

Alle Vertreter aus der Familie der B-Vitamine arbeiten in unserem Organismus eng zusammen. Vitamin B12 und B6 ergänzen sich besonders gut in ihrer Wirkung. Aus diesem Grund verkaufen viele Hersteller Präparate, in denen diese beiden Vitalstoffe zu finden sind. Sie werden in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen angeboten. Neben Vitamin B6 und B12 kommen in den Produkten oft noch Folsäure und Mineralstoffe wie Magnesium vor. Einige Nahrungsergänzungsmittel enthalten den gesamten Vitamin B Komplex.

Die Kombination aus Vitamin B12 und B6 hat einen positiven Einfluss auf die Zellteilung, den Energiestoffwechsel sowie die körpereigene Produktion von Hormonen, Wachstumsfaktoren und Botenstoffen (Neurotransmittern). Darüber hinaus sind die lebenswichtigen Vitalstoffe unentbehrlich für die Gesunderhaltung unseres Nervensystems. Gemeinsam mit den anderen B-Vitaminen können Vitamin B6 und Vitamin B12 die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Amerikanische Hersteller bewerben deshalb Vitamin B Präparate als natürliche Mittel gegen Stress, für mehr Energie sowie ein gesundes Immunsystem.

Vitamin B12 und B6 sind an der Entgiftung des Körpers beteiligt

Durch Umweltbelastungen und Zusatzstoffe in verarbeiteten Nahrungsmitteln nimmt der Mensch jeden Tag größere Mengen an Giftstoffen auf. Als Zwischenstufen beim Stoffwechsel entstehen chemische Verbindungen, die den Organismus ebenfalls schädigen können. Mit Leber und Nieren verfügt unser Körper über ein effektives Entgiftungssystem, das gefährliche Substanzen aus dem Blut herausfiltert und effektiv neutralisiert. Die Leber ist bei den Entgiftungsprozessen auf die Mithilfe zahlreicher Vitalstoffe angewiesen. Vitamin B6 und Vitamin B12 spielen dabei eine zentrale Rolle. Eine der wichtigsten Aufgabe der beiden B-Vitamine besteht darin, die Aminosäure Homocystein abzubauen.

Homocystein fällt als giftiges Zwischenprodukt bei körpereigenen Stoffwechselprozessen an. Neben erhöhten Cholesterinwerten gelten hohe Homocysteinwerte als Hauptrisikofaktoren für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gemeinsam mit Folsäure sorgen Vitamin B12 und Vitamin B6 dafür, dass Homocystein unschädlich gemacht wird. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2015 konnte die Wirksamkeit der drei B-Vitamine bei Migräneattacken nachweisen. Die Teilnehmer nahmen Tabletten mit Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure ein, wodurch die Intensität der Symptome deutlich nachließ.

Erhöhen Vitamin B6 und Vitamin B12 das Risiko für einen Oberschenkelhalsbruch?

Immer wieder warnen Schulmediziner vor den Gefahren einer Überdosierung von Vitaminen. Seit Neuestem steht der Vitamin B Komplex im Fokus der Kritik. Im Juli 2019 veröffentlichte die Deutsche Apotheker Zeitung die Erkenntnisse von Professor Dr. Martin Smollich, der die Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübek leitet. Professor Smollich hatte die Daten von mehr als 75.000 Frauen ausgewertet, deren Ernährungsgewohnheiten über 30 Jahre in einer Studie dokumentiert worden waren.

Seine Schlussfolgerung lautet: Frauen, die hochdosiertes Vitamin B12 und B6 einnehmen, haben ein 50 Prozent höheres Risiko für eine Hüftfraktur. Ist die Anwendung von Vitamin B6 und Vitamin B12 als Komplex gefährlich? Der Herr Professor überprüfte statistische Daten und entdeckte dabei etwas, was in der Wissenschaft Korrelation genannt wird. In diesem Fall traten zwei Dinge gleichzeitig auf:

Der Frage, ob ein ursächlicher Zusammenhang (Kausalität) zwischen diesen beiden Erkenntnissen vorliegt, ist Professor Smollich nicht nachgegangen. Deshalb bezeichnen einige Biochemiker seine Schlussfolgerung als sehr gewagt. Neben einem höheren Alter gilt die Krankheit Osteoporose (Knochenschwund) als wesentlicher Risikofaktor für einen Oberschenkelhalsbruch. Zu den Ursachen des Knochenabbaus zählen Bewegungsmangel, Rauchen, Medikamenteneinnahme sowie eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium. Trifft einer dieser Punkte auch auf die Studienteilnehmerinnen zu, die hochdosiertes Vitamin B12 und Vitamin B6 eingesetzt haben?

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, wurde allerdings von Professor Smollich nicht überprüft. Im Jahr 2008 stellte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen der Nationalen Verzehrstudie II fest, dass in Deutschland 41 bis 61 Prozent der Frauen über 35 zu wenig Kalzium aufnehmen. Darüber hinaus weisen mehr als 90 Prozent einen Vitamin D Mangel auf. Das erhöhte Risiko eines Oberschenkelhalsbruchs hat somit etwas mit dem mehr oder weniger stark ausgeprägten Defizit an Kalzium und Vitamin D zu tun und liegt eher nicht an dem Verzehr eines Nahrungsergänzungsmittels.

Fazit: Vitamin B6 und B12 stellen eine gute Kombination dar

Obwohl Vitamin B12 und Vitamin B6 in zahlreichen Lebensmittel vorkommen, ist eine ausreichende Versorgung nicht immer gewährleistet. Auch wenn zu Anfang keine charakteristischen Symptome auftreten, kann ein Vitalstoffdefizit ernsthafte Folgen haben. Die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Vitamin B6 und B12 verbessert die Energiegewinnung des Körpers und wirkt sich positiv auf unsere Leistungsfähigkeit aus.

Beide Vitalstoffe aktivieren das Immunsystem und unterstützen die Entgiftungsorgane bei der Neutralisierung schädlicher Substanzen. Ob die langfristige Einnahme von Vitamin B12 und B6 das Risiko eines Oberschenkelhalsbruchs erhöht, gilt als umstritten. Um sicherzugehen, sollten ältere Menschen bei ihrem Hausarzt regelmäßig die Knochendichte bestimmen lassen.

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