Vitamin K - ein unterschätztes Vitamin mit bedeutender Wirkung

Im Gegensatz zu anderen Mikronährstoffen wie Vitamin C oder die Vitamin B-Gruppe ist Vitamin K bei vielen Verbrauchern noch relativ unbekannt. Dabei ist Vitamin K ein äußerst wichtiger Baustein vieler Enzymreaktionen (Reaktionen, bei denen eine Substanz in eine andere umgewandelt wird). Ein Beispiel für eine solche Enzymreaktion ist die menschliche Blutgerinnung, welche genaugenommen aus mehreren Reaktionen besteht.

Die Entdeckung von Vitamin K geht auf die 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Damals entdeckten Wissenschaftler bei Versuchen mit Hühnern die Fähigkeit dieses Nährstoffes, anormale Blutungen zu verhindern bzw. zu stoppen. Aus diesem Grund wurde das Vitamin auch als „Gerinnungsvitamin“ bezeichnet, womit sich der Buchstabe K erklären lässt (er steht für Koagulation = Gerinnung). Mehr zur Entdeckung des Mikronährstoffes gleich.

Ein Grund für die relative Unbekanntheit von Vitamin K könnte der Umstand sein, dass ein Großteil des entsprechenden Haushaltes aus bereits vorhandenen Darmbakterien gebildet wird. Wessen Darm gesund und mit entsprechend aktiven Darmbakterien ausgestattet ist, der leidet in der Regel nicht an einem Vitamin K Mangel. Der Vitamin-K-Spiegel ist somit in hohem Maße vom Gesundheitszustand des menschlichen Darms abhängig.

Sämtliche Infos zur Bestimmung von Vitamin K, den Erfahrungen und gesundheitlichen Auswirkungen, den Mangelerscheinungen und Nebenwirkungen sowie den wissenschaftlichen Studien, die bislang angefertigt wurden, erfahren Sie in diesem ausführlichen Ratgeber.

Die Entdeckung von Vitamin K

1929 untersuchte der dänische Wissenschaftler Henrik Dam die Aufgaben des Cholesterins, indem er Hühnern eine cholesterinarme Ernährung verabreichte. Er replizierte zunächst Experimente, die von Wissenschaftlern des Ontario Agricultural College (OAC) populär gemacht wurden. McFarlane, Graham und Richardson, die an dem Hühnerfutterprogramm bei OAC arbeiteten, hatten Chloroform verwendet, um das gesamte Fett aus Hühnerfleisch zu entfernen. Sie stellten fest, dass Küken, die nur fettfreies Futter fraßen, schnell Blutungen entwickelten.

Dam fand heraus, dass diese Defekte nicht behoben werden konnten, indem man gereinigtes Cholesterin zur Ernährung hinzufügte. Es stellte sich heraus, dass - zusammen mit dem Cholesterin - eine zweite Verbindung aus der Nahrung gewonnen wurde, die er als Gerinnungsvitamin bezeichnete. Das neue Vitamin erhielt den Buchstaben K, weil die ersten Entdeckungen in einer deutschen Zeitschrift veröffentlicht wurden, in der man ihm den Namen Koagulationsvitamin gab. Edward Adelbert Doisy von der Saint Louis University übernahm dann einen Großteil der weiteren Forschungen, die zur Entdeckung und Bestimmung der Struktur sowie der chemischen Natur von Vitamin K führten. Dam und Doisy teilten sich schließlich den Nobelpreis für Medizin 1943 für ihre 1939 veröffentlichten Entdeckungen zu Vitamin K (K1 und K2).

Über mehrere Jahrzehnte hinweg war das Vitamin K-defiziente Kükenmodell die einzige Methode, um ein Vorkommen von Vitamin K in verschiedenen Lebensmitteln zu quantifizieren: Die Küken wurden unter Vitamin-K-Mangel gesetzt und anschließend mit definierten Mengen Vitamin-K-haltiger Lebensmittel gefüttert. Das Ausmaß, in dem die Blutgerinnung durch die Ernährung wiederhergestellt wurde, konnte als Maß für den Vitamin-K-Gehalt herangezogen werden.

Die genaue Funktion und die Aufgaben von Vitamin K wurden erst 1974 entdeckt, als drei Labore den Vitamin-K-abhängigen Koagulationsfaktor Prothrombin (Faktor II) von Kühen isolierten, die eine hohe Dosis eines Vitamin K Antagonisten, Warfarin, erhielten.

Was ist Vitamin K?

Vitamin K chemische Darstellung

Der Oberbegriff Vitamin K kennzeichnet eine Gruppe von strukturell ähnlichen Vitaminen (fettlöslich), die der menschliche Körper für die Reduktase und Synthese bestimmter Proteine benötigt, welche Voraussetzung für die Blutgerinnung sind (K für „Koagulation“), und die der Körper zudem für die Kontrolle der Kalziumbindung in Knochen und anderen Geweben (z. B. Zähne) benötigt. Die Vitamin-K-bezogene Modifikation der Proteine ermöglicht es ihm, Kalziumionen zu binden, was er sonst nicht tun kann.

Ohne Vitamin K ist die Blutgerinnung stark beeinträchtigt, und es kommt zu unkontrollierten Blutungen. Klinische Studien und Erfahrungen deuten darauf hin, dass ein Mangel an Vitamin K die Knochen schwächt, was zu Osteoporose führen kann. Auch die Verkalkung von Arterien und anderen Weichteilen wird durch einen Vitamin-K-Mangel gefördert.

Unterschied zwischen Vitamin K1 und K2?

Vitamin K beinhaltet zwei natürliche Vitamere: Vitamin K1 und Vitamin K2. Vitamin K2 wiederum besteht aus einer Reihe verwandter chemischer Subtypen mit unterschiedlichen Längen von Kohlenstoffseitenketten aus Isoprenoidgruppen von Atomen.

Vitamin K2 wird in natürlicher Form als MK7 (Menachinon-7) aus der Fermentation von Nattokulturen gewonnen. Als Nährmedium für die Kulturen zur MK7 Herstellung können z. B. Sojabohnen verwendet werden. Erfahrungen mit Kichererbsen sind ebenfalls positiv ausgefallen. MK7 ist die wirkvollste Form von Vitamin K2 (Erfahrungsberichte bestätigen dies) mit der höchsten Bioaktivität. MK7 eignet sich somit ideal als Basis für Nahrungsergänzungsmittel.

Vitamin K1, auch bekannt als Phylloquinon, wird von Pflanzen hergestellt und weist ein Vorkommen in den höchsten Mengen in grünem Blattgemüse auf, da es direkt an der Photosynthese beteiligt ist. Man kann es als die pflanzliche Form von Vitamin K bezeichnen. Es ist als Vitamin im Tierreich aktiv und erfüllt die klassischen Funktionen und Aufgaben von Vitamin K, einschließlich seiner Aktivität bei der Produktion von Blutgerinnungsproteinen. Tiere können es auch in Vitamin K2 umwandeln.

Die Wirkung von Vitamin K auf den Körper

Vitamin K hat zahlreiche positive Auswirkungen auf den gesamten Organismus und stellt einen lebenswichtigen Baustein für diesen dar. Die wichtigsten dieser Auswirkungen haben wir in den folgenden Abschnitten zusammengefasst.

Vitamin K stärkt die Knochen

Vitamin K weist ein Vorkommen in vielen dunkelgrünen Blattgemüsen auf, die K2-Form wird von Bakterien in fermentierten Lebensmitteln produziert. Während die meisten Menschen über genügend eigenproduziertes Vitamin K verfügen, um für eine normale Blutgerinnung zu sorgen, weist ein beachtlicher Teil der Menschen nicht genug Vitamin K auf, um eine optimale Knochengesundheit zu gewährleisten. So benötigen Erwachsene zur Optimierung des Knochenproteins Osteocalcin eine tägliche Vitamin-K1-Aufnahme von rund 100 mcg.

Die durchschnittliche Vitamin-K1-Aufnahme ist bei vielen Menschen zu gering. Dies liegt auch daran, dass wir allgemein zu wenig gesundes Gemüse und ebensolche Fette zu uns nehmen. Dazu muss man wissen: Die Aufnahme von Vitamin K1 aus Gemüse wird durch das Vorhandensein von Nahrungsfett in derselben Mahlzeit verstärkt, genau wie bei zwei anderen Vitaminen, die fettlöslich sind - den Vitaminen D und E. Wenn Sie also kein „Grünfutter“-Liebhaber sind, könnte es schwierig werden, täglich die erforderliche Menge an Vitamin K aus anderen Lebensmitteln zu konsumieren.

Extrem wichtig für den Knochenbau

Die sogenannte Framingham Heart Study ergab, dass die Patienten mit der höchsten Vitamin-K1-Aufnahme (250 mcg / Tag in dieser Studie, verglichen mit der empfohlenen Zufuhr von etwa 100 mcg / Tag) eine dreifache Reduktion des Hüftfrakturrisikos aufwiesen. Selbst wenn die Vitamin-K1-Aufnahme unter 250 mcg pro Tag liegt, ergab die an 72.327 Probanden durchgeführte Gesundheitsstudie, dass diejenigen, die Vitamin K1 jeden Tag zu sich nehmen, über einen Zeitraum von zehn Jahren ein geringeres Risiko für Hüftfrakturen hatten als diejenigen, die kein Vitamin K1 zu sich nehmen.

Vitamin K2 ist die biologisch aktivste Form von Vitamin K. Es ist auch die vorteilhafteste für die Maximierung der Knochengesundheit und hat diesbezüglich eine große Bedeutung. Vitamin K2 wird jedoch von Bakterien produziert und kommt hauptsächlich in fermentierten Lebensmitteln wie reifem Käse, Joghurt und einem fermentierten Sojaprodukt, dem sogenannten Natto, vor. Mit seinem sehr starken Geruch wird Natto oft als der „Limburger Käse Japans“ bezeichnet und ist mit Abstand eine der beste Quellen für Vitamin K2.

Vitamin K2 reduziert den Knochenabbau während des Übergangs in den Wechseljahren erheblich, was besonders wichtig ist, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Frau in dieser Zeit bis zu 10 % ihrer Knochenmasse verliert. Vitamin K2 schützt nicht nur den Knochen, es wurde auch festgestellt, dass es die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Krebs reduziert.

Vitamin K kann gegen Osteoporose helfen

Eine Studie von 2014 kam zu dem Schluss, dass es positive Beweise dafür gibt, dass die Monotherapie mit MK-4, eine der Formen von Vitamin K2, die Frakturhäufigkeit bei Frauen in oder nach den Wechseljahren mit Osteoporose reduziert. So können beispielweise die Fälle von Oberschenkelhalsbruch, eine der häufigsten Frakturarten bei älteren Frauen, eklatant reduziert werden. Diese Bruchart ist wiederum eine direkte Folge von Osteoporose.

Ärzte und Spezialisten schlagen daher vor, als eine von mehreren Maßnahmen für die Knochengesundheit die Erhöhung der Aufnahme von Lebensmitteln mit hohem Gehalt an den Vitaminen K1 und K2 in Betracht zu ziehen. Mehr dazu erhalten Sie im Artikel Vitamin K und Osteoporose.

Arteriosklerose kann mit Vitamin K gehemmt werden

Der Mangel an Vitamin K erhöht das Risiko für steife Arterien und Arteriosklerose, die indirekt weltweit die häufigste Todesursache darstellt. Dies wurde in zwei neuen Studien beobachtet, eine, die im American Journal of Hypertension veröffentlicht wurde, die andere in der Zeitschrift Nephron. Eine dritte Studie, die in der Zeitschrift Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine tägliche Supplementierung mit Vitamin K das Risiko eines frühen Todes durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Unsere Ernährung lieferte früher wesentlich mehr Vitamin K - insbesondere Vitamin K2 - aus fermentierten Lebensmitteln als heute, daher verdient diese Art von Lebensmitteln ein Comeback.

Arterien sind elastische Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herz zu den verschiedenen Geweben im Körper transportieren. Das Blut fließt in Schüben, die durch Herzmuskelkontraktionen entstehen. Es ist wichtig, dass sich die Blutgefäße an das gleichzeitig erhöhte Blutvolumen anpassen können. Die Elastizität der Gefäße hilft, den Blutkreislauf auszugleichen, so dass er nicht nur in den Zeiten der Kontraktion des Herzmuskels fließt (Systole). Arterielle Steifigkeit ist etwas, das auftritt, wenn wir älter werden und als Folge von Arteriosklerose. Die Arteriosklerose präzipitiert Herzinfarkt und Schlaganfall, welche die beiden häufigsten Todesursachen darstellen.

Vitamin K hat ein großes Potenzial, das Herz sowie das gesamte Herz-Kreislauf-System zu unterstützen - vorausgesetzt, wir nehmen genügend davon zu uns. Vitamin K aktiviert ein Protein namens Matrix-GLA-Protein (MGP), das sich hauptsächlich in unseren Blutgefäßen findet. MGP bindet Kalziumionen und beugt bei Aktivierung durch Vitamin K der Arteriosklerose wirksam vor. Fehlt einem Menschen Vitamin K oder wird MGP inaktiviert, kommt es zu einer ausgedehnten Sklerose der Arterien. Daher ist Vitamin K als Prophylaxe lebenswichtig für das Herz-Kreislauf-System. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass es die bereits bestehende Arteriosklerose reduzieren kann.

Vitamin K hilft zudem dabei, Osteocalcin zu aktivieren - ein Protein, das in den Knochen eingelagert wird. Vitamin K ist daher wichtig für einen guten Kalziumstoffwechsel und hilft, jene Proteine zu produzieren, die benötigt werden, um Kalzium aus dem Blutkreislauf zu entfernen und das Mineral im Knochengewebe einzubetten. Möchten Sie mehr darüber Wissen, dann Lesen Sie den Artikel Vitamin K bei Arteriosklerose.

Die Blutgerinnung wird mit Vitamin K reguliert

Vitamin K ist ein wesentlicher Faktor für die Gerinnung des Blutes. Somit erklärt sich auch, warum die Vitamin-K-Epoxidreduktase pharmakologisch wichtig als Zutat von Gerinnungshemmern wie Warfarin und verwandten Cumarinen wie Acenocoumarol, Phenprocoumon und Dicumarol ist. Diese Medikamente verursachen einen Mangel an Vitamin K, wodurch sie die Faktoren für eine Gerinnung hemmen.

Vitamin-K-Mangel durch andere Ursachen (z. B. falsche Ernährung) oder ein gestörter Vitamin-K-Stoffwechsel bei Krankheiten (etwa beim Versagen der Leber) führt zur Bildung von PIVKAs (Proteine, die in Abwesenheit von Vitamin K gebildet werden), die die Fähigkeit der Gerinnungsfaktoren zur Bindung an Phospholipid beeinträchtigen.

Wussten Sie, dass für die Ernährung abhängige Faktoren, die Ihrem Blut helfen zu gerinnen, u. a. aus Vitamin K bestehen? Vitamin K ist darüber hinaus unerlässlich, um die Knochendichte zu erhalten (Prophylaxe bzgl. Osteopenie oder Osteoporose) und die Verkalkung der Arterien zu verhindern.

Der Begriff Vitamin K umfasst eigentlich eine Gruppe von fettlöslichen Vitaminen, die die Vitamine K, K1, K2 und K3 beinhaltet. Vitamin K1 (Phytonadion) ist natürliches Vitamin K, das in grünem Gemüse enthalten. Es ist Vitamin K1, welches uns hilft, das Blutgerinnungssystem gesund zu erhalten. Weiteres zum Thema Blutgerinnung erhalten Sie hier.

Erhöht die Einnahme von zu viel Vitamin K das Risiko von Blutgerinnseln?

Nein, es ist kein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln bei Personen bekannt, die zu viel Vitamin K1 einnehmen. Erfahrungsberichte bestätigen dies. Eine der schwerwiegenden Wechselwirkungen, die mit Vitamin K auftreten können, ist die seine Eigenschaft, die Wirksamkeit eines herkömmlichen blutverdünnenden Medikaments, z. B. Warfarin oder Coumadin, zu reduzieren. Tatsächlich wird insbesondere Vitamin K1 von Ärzten verwendet, um die Auswirkungen einer Überdosierung von Warfarin umzukehren. Wenn Sie Warfarin einnehmen, sollte die empfohlene Tagesdosis an Vitamin K1 auf 90-120 mcg / Tag begrenzt sein.

Patienten mit der genetischen Blutgerinnungsstörung haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und sollten kein zusätzliches Vitamin K einnehmen. Die Einnahme von zusätzlichem Vitamin K könnte das Risiko einer übermäßigen Blutgerinnung bei diesen Patienten weiter erhöhen.

Vitamin K und Thrombose

Immer wieder kommen Gerüchte auf, dass Menschen mit einer Neigung zu Thrombose und solche, die sogenannte Vitamin-K-Antagonisten in Form von Medikamenten einnehmen, jegliches Vitamin K meiden sollten. Was ist davon zu halten?

Wichtig zu wissen ist: Medikamente wie Warfarin & Co. verhindern, dass die Gerinnungsfaktoren im Blut von ihrer inaktiven Vorstufe in eine aktive Form transformiert werden, wodurch das Risiko für eine Thrombose gesenkt wird. Wird mit der Ernährung viel Vitamin K aufgenommen, kann sich die angesprochene Wirkung der Vitamin K-Antagonisten jedoch wiederum verringern.

Trotzdem müssen Betroffene nicht gänzlich auf Lebensmittel mit Vitamin-K-Gehalt verzichten. Thrombosepatienten wird lediglich empfohlen, eine Tagesdosis von 60 mcg nicht zu überschreiten. Mehr Informationen? Dann Lesen Sie den Artikel Vitamin K und Thrombose.

Das Vitamin beugt Diabetes vor

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung und bezieht sich auf die Art und Weise, wie unser Körper verdaute Nahrung für Energie und Wachstum verwendet. Das meiste, was wir essen, wird in Glukose zerlegt, die eine Form von Zucker im Blut ist und eine der wichtigsten Quellen für Energie in unserem Körper darstellt. Beim Essen setzt unsere Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin frei, welches als Schlüssel zur Öffnung unserer Zellen dient, damit die Glukose eindringen kann. Ohne Insulin kann Glukose nicht in die Zellen gelangen. Bei Diabetes scheidet die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin aus oder produziert nicht genügend, und Blutzucker oder Glukose bauen sich im Blutkreislauf auf.

Vitamin K reduziert das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Diabetes betrifft weltweit mindestens 285 Millionen Menschen. Neuere Forschungen zeigen, dass Knochen als endokrines Organ fungieren und den Energiestoffwechsel regulieren. Osteocalcin, ein Knochenprotein, ist einer der Botenstoffe zwischen Knochen und Bauchspeicheldrüse. Doch wofür ist er gut?

Dieser Botenstoff benötigt ausreichende Mengen an Vitamin K, um aktiv zu sein. Aktives Osteocalcin (man spricht hier von der Carboxylierung des Osteocalcins) ist wiederum notwendig, damit Knochen und Bauchspeicheldrüse koordiniert arbeiten können.

Fazit: Zu wenig Vitamin K führt zu einer unzureichenden Carboxylierung des Osteocalcins, was den Energie- und Glukosestoffwechsel stört. Eine Supplementierung mit Vitamin K kann daher die Krankheit Diabetes verzögern, verhindern und/oder mildern.

Krebs und Vitamin K

Krebs ist der Oberbegriff für eine Gruppe von mehr als 100 Krankheiten, die jeden Teil des Körpers betreffen können. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist Krebs eine der weltweit häufigsten Todesursachen. Die Hälfte aller Männer und ein Drittel aller Frauen in den modernen westlichen Ländern werden im Laufe ihres Lebens Krebs entwickeln. Die häufigste Krebsart heutzutage ist Prostatakrebs, gefolgt von Brustkrebs, Lungenkrebs und Darmkrebs.

Krebs entsteht aus einer einzigen Zelle, die außer Kontrolle gerät. Der Körper besteht aus Billionen von lebenden Zellen, und wir brauchen eine ständige Versorgung mit neuen Zellen. Normale Körperzellen wachsen und teilen sich in neue Zellen und sterben geordnet. Dies wird als Zellzyklus bezeichnet. Während des Zellzyklus kommunizieren die Zellen ständig miteinander, um sicherzustellen, dass sie ihre Arbeit korrekt verrichten. Normale Zellen reagieren auf externe Signale über streng regulierte Pfade, die das Wachstum entweder auslösen oder unterdrücken. Dies wird als Zellsignalisierung bezeichnet.

Wenn die Zellsignalisierung gestört ist, kann Krebs wachsen. Anstatt geordnet zu sterben, wachsen Krebszellen weiter und bilden neue, abnorme Zellen. Dies wird als Tumorgenese bezeichnet und ist ein wesentliches Merkmal von Krebs. Krebszellen können sich auch vom ursprünglichen Primärtumor lösen, sich ausbreiten und neue Tumore bilden. Dies wird als Metastasierung bezeichnet. Die meisten Patienten sterben an dem fortschreitenden Wachstum von Metastasen, wofür bis heute noch keine Lösung gefunden wurde.

Die Krankheit Krebs macht inzwischen rund 13 % aller Todesfälle weltweit aus. Der Mangel bzw. die Resorption an Mikronährstoffen ist ein großer Risikofaktor für Krebs. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, wie der Körper bei der Aufnahme von Nahrungsmitteln und Mikronährstoffen verfährt. Wenn es einen Mangel gibt, werden die Nährstoffe für das kurzfristige Überleben verwendet, und die langfristigen Bedürfnisse des Körpers werden nicht erfüllt, was ein Risiko für Krankheiten wie Krebs darstellt.

Die empfohlene Tagesdosis für Vitamin K basiert auf dem Blutgerinnungsbedarf und spiegelt nicht den Bedarf der von Vitamin K abhängigen Proteine wider, die in anderen Geweben des Körpers nachgewiesen wurden. Die Forschung zeigt, dass in vielen Teilen der Erdbevölkerung ein Mangel bzw. eine starke Resorption an Vitamin K herrschen, was das Risiko, Krebs zu entwickeln, erhöht.

Die derzeit empfohlene Tagesdosis (RDA) für Vitamin K richtet sich also nach den Bedürfnissen des Körpers zur Sicherstellung der Blutgerinnung. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Vitamin K eine physiologische Rolle spielt, die über die Koagulation hinausgeht. In den letzten Jahren wurden weitere Schlüsselproteine, die auf Vitamin K für die Funktion angewiesen sind, im gesamten Gewebe des Körpers identifiziert. Vitamin K hat in der Pathologie der Gefäßverkalkung und atherosklerotischer Erkrankungen sowie bei der Modulation des Knochenstoffwechsels, der Risikoreduktion von Diabetes sowie der Krebsentstehung und -progression an Bedeutung gewonnen.

Wenn die Zufuhr von Vitamin K unzureichend ist, kommen die Vitamin-K-abhängigen Proteine ohne Funktion aus bzw. verlieren ihre Funktion, was laut wissenschaftlicher Untersuchungen die Voraussetzungen für Krebs schafft. Daher ist es so wichtig, stets für einen optimalen Vitamin-K-Spiegel im Organismus zu sorgen.

Das Herz-Kreislaufsystem und Vitamin K

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Hauptursache für Morbidität und Mortalität in der westlichen Welt. Die Forschung zeigt, dass die Gefäßverkalkung ein komplexer und aktiv regulierter Prozess ist, an dem Gewebeproteine beteiligt sind, die von der Anwesenheit von Vitamin K abhängen. Dies bedeutet, dass es möglich sein kann, den Krankheitsverlauf durch die Einnahme von Vitamin K zu modifizieren oder umzukehren.

Es gibt eine wachsende Forschungslinie, die die tiefgreifenden Vorteile von Vitamin K für die Herzgesundheit hervorhebt, einschließlich des Schutzes vor Herzerkrankungen, der Verringerung der Kalkbildung, der Verhinderung der Entstehung von Kalkbildung und der Verringerung des Todesrisikos durch Herzerkrankungen.

Eine 10-jährige Bevölkerungsstudie, die sogenannte Rotterdam-Studie, zeigte einen klaren und signifikanten Zusammenhang zwischen den höchsten Aufnahmewerten von Menachinon (hauptsächlich MK-4 aus Eiern und Fleisch und MK-8 / MK-9 aus Käse) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinsichtlich der Gesamtmortalität bei älteren Männern und Frauen.

Menschen, die Medikamente einnehmen, die den Vitamin-K-Haushalt stören, setzen sich einer größeren Gefahr aus, eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln.

Einer der Hauptfaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen ist die Verkalkung der Arterien, wie im Abschnitt Arteriosklerose bereits beschrieben. Allerdings existieren noch etliche weitere abhängige Faktoren, die ebenfalls als Auslöser für ein solches Leiden gelten, und auf die wir im Rahmen dieses Ratgebers noch zu sprechen kommen werden.

Vitamin K: Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Nebenwirkungen

Obwohl eine allergische Reaktion nach der Einnahme einer Nahrungsergänzung grundsätzlich möglich ist, ist keine bekannte Toxizität mit hohen Dosen der Formen von Phylloquinon (Vitamin K1) oder Menachinon (Vitamin K2) von Vitamin K verbunden, so dass keine Einnahmehöchstgrenze festgelegt wurde.

Blutgerinnungsstudien (Koagulation) am Menschen mit bis zu 135 mg pro Tag (45 mg dreimal täglich) an Vitamin K2 zeigten keine Erhöhung des Blutgerinnungsrisikos. Selbst bei Ratten mit einer Dosierung von bis zu 250 mg/kg änderte sich nicht die Tendenz zur Blutgerinnselbildung.

Ein offizieller Katalog mit Nebenwirkungen im Rahmen der Einnahme von Vitamin K existiert also nicht.

Interaktionen

Vitamin K ist in der Lage, die gerinnungshemmende Wirkung des Medikamentes Warfarin (Handelsname Coumadin) umzukehren. Warfarin wirkt, indem es die Bildung von Vitamin K blockiert, so dass Körper und Gewebe einen niedrigeren Gehalt an aktivem Vitamin K und damit einen Mangel an Vitamin K aufweisen.

Zusätzliches Vitamin K (für das die orale Dosierung oft aktiver ist als die injizierbare Dosierung bei Erwachsenen) kehrt den durch Warfarin verursachten Vitamin-K-Mangel um und reduziert somit die beabsichtigte gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin und verwandten Medikamenten. Teilweise werden kleine Mengen Vitamin K oral an Patienten verabreicht, die Warfarin einnehmen, so dass die Wirkung des Medikaments vorhersehbarer ist.

Für Betroffene kann es sinnvoll sein, auf einen neueren Gerinnungshemmer wie Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban auszuweichen. Diese haben verschiedene Wirkmechanismen, die nicht mit Vitamin K interagieren und können in Kombination mit Vitamin K eingenommen werden.

Ernährungsempfehlungen

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) aktualisiert in regelmäßigen Abständen die Empfehlung des geschätzten Durchschnittsbedarfs für Vitamin K. Man unterscheidet dabei nicht zwischen K1 und K2 - beide werden als Vitamin K gezählt.

Die aktuellen Empfehlungen für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren sind 90 bzw. 120 mcg / Tag. Die Empfehlung für Schwangerschaft liegt bei 90 mcg / Tag. Für Säuglinge bis 12 Monate liegt die empfohlene Tagesdosis bei 2,0-2,5 mcg / Tag; für Kinder im Alter von 1-18 Jahren steigt sie mit dem Alter von 12 auf 65 mcg / Tag.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat diesbezüglich folgende Werte bzw. Empfehlungen herausgegeben:

Vitamin K Mangel – ist sowas möglich?

Die bisherige Forschung ergab, dass ein Mangel an Vitamin K zumindest bei Menschen in den modernen westlichen Ländern recht selten ist, es sei denn, der Dünndarm wurde stark geschädigt, was zu einer Malabsorption des Moleküls führt.

Eine Risikogruppe für einen Mangel stellen diejenigen dar, die einer verminderten Produktion von K2 durch normale Darmmikrobiota ausgesetzt waren, wie beispielsweise bei der Verwendung von Breitbandantibiotika. Die Einnahme von Breitbandantibiotika kann die Vitamin K Bildung im Darm bei Menschen nachweislich um fast 75 % senken, verglichen mit denen, die diese Antibiotika nicht einnehmen.

Spezielle Vitamin-K-arme Diäten verringern ebenfalls die Vitamin-K-Konzentration des Körpers. Bei chronischen Nierenerkrankungen besteht das Risiko eines Vitamin-K-Mangels sowie eines Vitamin-D-Mangels, insbesondere bei bestimmten Genotypen. Außerdem weisen ältere Menschen einen natürlichen Rückgang von Vitamin K im Körper auf.

Herkömmliche Diäten verursachen in der Regel keinen Mangel an Vitamin K, ein primärer Mangel ist bei Erwachsenen, die gesund sind, selten. Neugeborene sind jedoch einem erhöhten Mangelrisiko ausgesetzt. Andere Bevölkerungsgruppen mit einer erhöhten Prävalenz des Vitamin-K-Mangels sind diejenigen, die an Schäden oder Krankheiten der Leber (z. B. Alkoholiker), Mukoviszidose und entzündlichen Darmerkrankungen leiden oder kürzlich eine Bauchoperation hatten.

Ein sekundärer Vitamin-K-Mangel kann bei Menschen mit Bulimie, solchen mit streng einseitiger Ernährung und bei Menschen, die Antikoagulantien einnehmen, auftreten. Andere Medikamente im Zusammenhang mit Vitamin-K-Mangel sind Salicylate, Barbiturate und Cefamandole, obwohl die Mechanismen hier noch relativ unbekannt sind.

Vitamin-K-Mangel kann zu Koagulopathie, einer Blutungsstörung, führen. Zu den Symptomen des K1-Mangels gehören Anämie, Prellungen, Nasenbluten und Zahnfleischbluten bei beiden Geschlechtern und starke Menstruationsblutungen bei Frauen.

Osteoporose und koronare Herzkrankheiten sind stark mit einem niedrigeren Gehalt an Vitamin K2 (Menachinon) verbunden. Mehr dazu erhalten Sie unter Vitamin K Mangel.

Warum kann die Einnahme an zusätzlichem Vitamin K in Form einer Nahrungsergänzung sinnvoll sein?

Untersuchungen zeigen, dass ein anhaltender Vitamin-K-Mangel ein Risikofaktor für Osteoporose, Atherosklerose, Alzheimer und Krebs ist. Die vorliegenden Empfehlungen und Werte für die tägliche Aufnahme basieren auf dem, was Ihr Körper braucht, um Mangelzustände zu vermeiden. Allerdings berücksichtigen diese Empfehlungen für die tägliche Aufnahme nicht, dass der Körper in einigen Situationen und Zuständen wesentlich erhöhte Mengen an Vitamin K braucht.

Auch wenn der Mensch - trotz teilweise recht einseitiger und ungesunder Ernährungsweise - in der Regel ausreichende Mengen an Vitamin K aufnimmt, können weitere Faktoren dafür sorgen, dass eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin K notwendig wird, zum Beispiel:

Die Forschung im Bereich Vitamin K hat sich in den letzten zehn Jahren stark ausgeweitet, und es konnte herausgefunden bzw. belegt werden, dass der Mikronährstoff Herz-Kreislauferkrankungen lindern kann, die Stärkung der Knochensubstanz fördert und das Wachstum von Krebszellen hemmen kann. Auch bei Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen sowie bei Diabetikern ist die Supplementierung mit Vitamin K enorm hilfreich, wie Erfahrungen zeigen.

Natürliches Vitamin K1 in nennenswerten Mengen enthält insbesondere grünes Blattgemüse. Allerdings müssten sehr große Mengen davon verzehrt werden, um eine Vitamin K Wirkung wie bei der Gabe einer Nahrungsergänzung zu erzielen. In vielen Fällen ist die Einnahme einer Nahrungsergänzung, wo drin Vitamin K in nennenswerten Mengen enthalten ist, daher sinnvoller.

Fazit: Vitamin K - noch nicht sehr bekannt, aber lebenswichtig!

Noch recht unbekannt, aber dennoch extrem wichtig - das ist Vitamin K. Kaum ein anderer Mikronährstoff hat solch umfangreiche Auswirkungen auf viele körpereigene Prozesse, insbesondere auf die Fähigkeit zur Blutgerinnung - eine lebenswichtige Funktion, ohne die wir schon bei der kleinsten Verletzung verbluten würden.

Doch nicht nur das: Auch damit die Knochen gesund bleiben, ist ein ausgeglichener Vitamin-K-Spiegel unerlässlich. Er verhindert beispielsweise den Ausbruch einer Osteoporose, der gefürchteten Knochenkrankheit, in deren Verlauf die Knochsubstanz porös wird und sich nach und nach auflöst. Auch für gesunde Zähne und die Darmgesundheit ist das Vitamin unerlässlich.

Zwar können wir den Großteil der benötigten Vitamin-K-Menge über unsere Nahrung aufnehmen, doch es existieren einige Risikogruppen, für die eine Supplementierung mit zusätzlichem Vitamin K unbedingt sinnvoll ist. Für diese Menschen gibt es Vitamin K in Form hochwertiger Nahrungsergänzungsmittel, mit denen sich die gewünschte Dosierung ganz einfach und zuverlässig einstellen lässt. Solche Nahrungsergänzungsmittel finden sich sowohl im stationären Handel als auch im Internet.

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