Die Dosierangaben von Vitamin K zur jeweiligen Anwendung

Vitamin K ist der Gattungsname für eine Familie von Verbindungen mit einer gemeinsamen chemischen Struktur und gleichzeitig ein fettlösliches Vitamin, das in einigen Lebensmitteln natürlich vorhanden ist. Auch als Nahrungsergänzungsmittel ist Vitamin K hochdosiert im Handel erhältlich. Zu den angesprochenen Verbindungen gehören Phylloquinon (Vitamin K1) und eine Reihe von Menachinonen (Vitamin K2).

Phylloquinon ist vor allem in grünem Blattgemüse enthalten und stellt die wichtigste Erscheinungsform von Vitamin K dar. Menachinone, die überwiegend bakteriellen Ursprungs sind, sind in geringen Mengen in verschiedenen tierischen und fermentierten Lebensmitteln enthalten. Fast alle Menaquinone, insbesondere die langkettigen Menaquinone, werden auch von Bakterien im menschlichen Darm produziert.

Trotz diesem Umstand benötigen einige Menschen eine zusätzliche Vitamin K Einnahme (hochdosiert) in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Doch welche Menschen betrifft dies und wie gestaltet sich im jeweiligen Fall die korrekte Dosis? Gibt es eine Überdosierung? Dieser Ratgeber klärt auf.

Allgemeine Infos zur Dosierung von Vitamin K

Vitamin K Dosierung

Es existieren verschiedene Institutionen, die jeweils eigene Empfehlungen zum täglichen Bedarf von Vitamin K herausgeben. Die diesbezüglich wichtigste und den anderen übergeordnete Einrichtung ist die Weltgesundheitsorganisation, kurz: WHO. Von ihr kommen die Empfehlungen für den täglichen Bedarf pro Tag an Vitamin K, die regelmäßig aktualisiert werden. Die Empfehlungen gelten für sämtliche Formen des Mikronährstoffs, also insbesondere Vitamin K1 und Vitamin K2.

Und so sehen die Empfehlungen der WHO im Detail aus (Tagesbedarf):

Weitere, etwas abweichende Empfehlungen kommen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Der Bedarf pro Tag gestalten sich laut EFSA wie folgt:

Dosierungsangabe zur jeweiligen Anwendung

Die genannte empfohlene Tagesdosis für Vitamin K kann in bestimmten Fällen durch einen abweichenden, hochdosierten Wert ersetzt werden. Dies gilt insbesondere bei verschiedenen Krankheiten und deren Symptomen. Hier die wichtigsten davon mit den jeweiligen Empfehlungen für die passende Vitamin K Gabe und Anwendung:

Arteriosklerose

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Hauptursache für Morbidität und Mortalität in der westlichen Welt, Atherosklerose ist dabei die häufigste Grunderkrankung. Charakteristisch für die Krankheit ist, dass sich Plaque in den Wänden der Arterien bildet und ansammelt. Dieser wiederum führt schließlich zur Verkalkung und den entsprechenden Folgeerkrankungen - z. B. Gerinnsel im Blutkreislauf, die einen Herzinfarkt verursachen können. Der gleiche Prozess kann auch in einer Arterie zum Gehirn stattfinden und wird dann gemeinhin als Schlaganfall bezeichnet.

Vitamin K ist als „Arterienputzer“ bekannt und verhindert solche schädlichen Ablagerungen. Hierfür sollte allerdings auf eine Zufuhr von mindestens 100 Mikrogramm (mcg) Vitamin K2 am Tag geachtet werden (eine Überdosis bzw. Überdosierung ist nicht möglich). Optimalerweise liegt das Vitamin K2 hier in der Unterform MK-7 vor, da diese am besten im Darm aufgenommen wird und auch am längsten im Blut verbleibt.

Osteoporose

Osteoporose ist definiert als eine metabolische Knochenerkrankung, die durch geringe Knochenmasse und mikro-architektonischen Abbau von Knochengewebe gekennzeichnet ist, bei der die Knochen allmählich weniger dicht werden und mit größerer Wahrscheinlichkeit brechen. Bei Osteoporose übersteigt die Nettorate der Knochenresorption die Rate der Knochenbildung, was zu einem Rückgang der Knochenmasse führt.

Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen oder eine bereits vorhandene Osteoporose zu behandeln, empfiehlt sich das Einnehmen von zusätzlichem Vitamin K. Im Handel sind spezielle Vitamin-K-Nahrungsergänzungsmittel (gegen bzw. bei Osteoporose) erhältlich, die hochdosierte 50 bis 100 mcg Vitamin K2 - zusätzlich zur normalen, mit den Lebensmitteln aufgenommenen Menge - bereitstellen. Betroffene müssen bei der Anwendung keine Angst vor einer Überdosierung haben.

Krebs

Die menschliche Ernährung benötigt sowohl Makronährstoffe als auch Mikronährstoffe. Mikronährstoffmangel ist mit langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen wie Krebs verbunden. Die empfohlene Tagesdosis für Vitamin K basiert allerdings auf Informationen ausschließlich für gesunde Menschen. Liegen Krankheiten wie etwa Krebs vor, können die Anforderungen des Körpers stark davon abweichen.

Eine geringe Aufnahme von Vitamin K ist mit vielen Alterskrankheiten verbunden, darunter auch Krebs. Epidemiologische Studien bestätigen dies und zeigen, dass eine hohe Aufnahme von Vitamin K für ein geringeres Risiko für einige Krebsarten sorgt. Und da Vitamin K in allen bekannten Dosierungen sicher und ungiftig ist, ist die Behandlung mit dem Mikronährstoff einzeln oder in Kombination mit der Anwendung anderer Therapieformen im Gegensatz zu den meisten Chemotherapeutika effektiv und fast immer sehr gut verträglich.

Eine allgemeine Empfehlung für die Dosierung von Vitamin K bei Krebs kann nicht ausgesprochen werden. Die empfohlene Menge zum Einnehmen hängt immer vom Individualfall ab und sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Thrombose

Viele Menschen sind besorgt darüber, dass die Einnahme von Vitamin K die Blutgerinnung beeinflusst und befürchten, dass hohe Dosen des Vitamins zu einer übermäßigen Blutgerinnung führen könnten. Dies ist jedoch laut Wissenschaft nicht möglich, da Vitamin K nicht selbst in den Gerinnungsprozess eintritt, sondern nur eine effektive Funktion des Gerinnungssystems gewährleistet. Wenn die sogenannte Gerinnungskaskade beginnt, sorgt ein ausreichender Vitamin K-Spiegel dafür, dass das Blut schnell und effektiv gerinnt.

Ein weiteres Missverständnis scheint zu sein, dass die Einnahme von Vitamin K das Blut „verdickt“, wodurch es weniger flüssig und funktionsfähig im ganzen Körper wird. Auch dies ist nicht möglich, da das Koagulationssystem die Gerinnungsbildung lokalisiert und Endothelzellen nur an der Stelle der Verletzung freisetzt.

Die Dosierungsempfehlungen im Hinblick auf eine Thrombose unterscheiden sich daher nicht von denen, die wir im allgemeinen Teil dieses Ratgebers dargestellt haben. Es muss also lediglich für die z. B. von der WHO empfohlene Zufuhr gesorgt werden, weitere Dosierungsempfehlungen werden nicht gegeben.

Diabetes

Die Wissenschaft ist sich einig: Vitamin K reduziert das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Diabetes betrifft weltweit mindestens 285 Millionen Menschen. Neuere Forschungen zeigen, dass Knochen als endokrines Organ fungieren und den Energiestoffwechsel regulieren. Osteocalcin, ein Knochenprotein, ist dabei einer der Botenstoffe zwischen Knochen und Bauchspeicheldrüse. Dieses Osteocalcin benötigt wiederum ausreichende Mengen an Vitamin K, um carboxyliert und aktiv zu werden. Zu wenig Vitamin K führt zu unzureichend carboxyliertem Osteocalcin, das den Energie- und Glukosestoffwechsel stört. Die typischen Diabetes Symptome sind die Folge.

Die Empfehlungen an Diabetiker für die Aufnahme von Vitamin K sind nicht einheitlich. Während einige Institutionen lediglich auf die von der WHO empfohlenen Werte verweisen, empfehlen andere eine Aufnahme von ca. 200 mcg Vitamin K pro Tag.

Vitamin K – Dosierung für Kinder

Für Kinder existiert seitens der WHO lediglich die oben stehende, recht allgemeine und ungenaue Angabe bezüglich der Dosierung von Vitamin K. Etwas genauer sind die Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):

Vitamin K – Dosierung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist es wichtig, dass Mütter die Nährstoffanforderungen für eine gute Gesundheit und die ebensolche Entwicklung Ihres Babys erfüllen. Im Normalfall benötigt der weibliche Körper etwa 70-90 mcg Vitamin K pro Tag (je nach Institution der Empfehlung). Für Schwangere wird der Bedarf seitens der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) noch etwas genauer definiert, hier sollte folgende Formel beachtet werden: 1 mcg pro kg Körpergewicht pro Tag.

Fazit: Wer ein paar vorgegebene Werte zur Dosierung von Vitamin K beachtet, ist stets auf der sicheren Seite!

Wer gesund ist und sich ebenso ernährt, muss sich in der Regel keine Sorgen um die korrekte Dosierung von Vitamin K machen - er wird ausreichend versorgt. Eine Überdosis bzw. Überdosierung ist ebenfalls kaum möglich. Schwangere Frauen, kranke Menschen und andere Risikogruppen dagegen sollten ihren Vitamin K Spiegel kennen und auf die Einnahmeempfehlung bzw. die empfohlene Tagesdosis achten. Von Seiten der WHO, DGE etc. wird der konkrete Tagesbedarf für die einzelnen Personengruppen festgelegt. Diese Einnahmeempfehlungen sollten unbedingt beachtet werden.

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