Wissenschaftliche Studien zu Vitamin K im Überblick

Über den Nutzen sowie die Anwendung und Dosierung von Vitamin K wurden seitens der Wissenschaft in der Vergangenheit zahlreiche Studien durchgeführt. Die diesbezüglich gewonnenen Erkenntnisse können dabei helfen, verschiedene Erkrankungen prophylaktisch und in bereits bestehender Form erfolgreich zu behandeln.

Die Ergebnisse einiger der wichtigsten dieser Studien finden sich in den folgenden Abschnitten:

Studien in Bezug auf „Knochen stärken"

Iwamoto J. (2014): Vitamin K2 Therapie bei postmenopausaler Osteoporose

Vitamin K kann eine wichtige Rolle bei der Prävention von Frakturen bei Frauen mit Osteoporose spielen - so die Kernaussage dieser Studie. Osteocalcin (OC) ist ein Vitamin-K-abhängiges Protein, das zentral an der Knochengesundheit beteiligt ist. Durch die gezielte Zufuhr insbesondere von Vitamin K2 kann das Protein aktiviert werden. Menatetrenon ist der Markenname für ein synthetisches Vitamin K2, das chemisch mit Menachinon identisch ist. Die Studie fand positive Beweise für die Auswirkungen von Menatetrenon auf die Frakturinzidenz.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4042573/

Villa JKD, Diaz MAN, Pizziolo VR, Martino HSD (2017): Wirkung von Vitamin K im Knochenstoffwechsel und bei Gefäßverkalkung

Osteoporose ist eine inzwischen weit verbreitete Erkrankung, die mit einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen und Gefäßverkalkungen verbunden ist. Vitamin K bietet in diesen Bereichen einzigartige Vorteile. Die hier vorliegende Studie untersuchte die Wirkung von Vitamin K2 auf Knochen und Gefäße. Fazit: Die Einnahme von Vitamin K2 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln kann eine wichtige Strategie zur Förderung der Knochen- und Gefäßgesundheit sein.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27437760

Studien in Bezug auf Arteriosklerose

Krueger T, Westenfield R, Schurgers L, Brandenburg V. (2009): Koagulation trifft auf Verkalkung: Das Vitamin K-System

Vitamin K und Vitamin K-abhängige Proteine spielen eine zentrale Rolle in der Physiologie der Mineralisierung und bei der Verhinderung der ektopischen Verkalkung. Vitamin-K-Mangel beeinträchtigt die physiologische Funktion von Osteocalcin und MGP und trägt daher vermutlich zur Knochendemineralisierung und Gefäßverkalkung bei (das sogenannte Kalzifikationsparadoxon). Daraus entstehen schwerwiegende Krankheiten wie etwa Arteriosklerose. Die hier vorliegende Studie beschreibt die potenzielle Rolle von Vitamin-K-Mangel und Supplementierung bei Knochen- und Gefäßerkrankungen.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19363777

Studien in Bezug auf Osteoporose

Knapen MHJ, Drummen NE, Smit E, Vermeer C, Theuwissen E. (2013): Dreijährige niedrig dosierte Menaquinon-7-Ergänzung hilft, den Knochenschwund bei gesunden postmenopausalen Frauen zu verringern

Die Prävalenz der Osteoporose nimmt mit zunehmendem Alter deutlich zu. In dieser Studie wurde untersucht, ob niedrig dosierte Vitamin-K2-Ergänzungen die Knochengesundheit positiv beeinflussen können. MK7 wurde wegen seiner längeren Halbwertszeit und höheren Potenz als Mittel gewählt. Gesunde postmenopausale Frauen erhielten drei Jahre lang ein Placebo oder Vitamin K (MK7, 180 mcg) pro Tag.

Die Ergebnisse zeigen, dass MK7 den Vitamin-K-Status signifikant verbesserte und den altersbedingten Rückgang des Knochenmineralgehalts und der Knochenmineraldichte an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals verringerte. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass postmenopausale Frauen von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit MK7 profitieren können, um einen altersbedingten Knochenverlust zu verhindern.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23525894

Studien in Bezug auf die Blutgerinnung

Vermeer C. (2011): Vitamin K und seine Auswirkungen auf die Gesundheit über die Gerinnung hinaus - ein Überblick

Vitamin K ist essentiell für die Synthese von Proteinen aus der Familie der Gla-Proteine. Zu dieser Familie gehören auch die vier Blutgerinnungsfaktoren. Die Studie fand heraus, dass ein längerer subklinischer Vitamin-K-Mangel nicht nur die Blutgerinnung beeinflusst, sondern einen Risikofaktor für Osteoporose, Atherosklerose und Krebs darstellt.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21427421

Studien in Bezug auf Thrombose

Kampouraki E, Kamali F. (2017): Ernährungsbedingte Auswirkungen auf Patienten, die eine langfristige orale Antikoagulationstherapie zur Behandlung und Prävention von thromboembolischen Erkrankungen erhalten

Die Wirksamkeit der oralen Antikoagulationstherapie mit Warfarin (einem Vitamin-K-Antagonisten) für das Blutgerinnungsrisiko ist allgemein anerkannt. Warfarin hat jedoch eine unvorhersehbare Antikoagulationsreaktion, die es schwierig macht, eine optimale Antikoagulation zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Die Studie beweist: Ein stabiles diätetisches Vitamin K, das durch tägliche orale Vitamin-K-Supplementierung gefördert wird, kann die Stabilität der Antikoagulation bei Patienten mit Warfarintherapie verbessern.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28635328

Studien in Bezug auf Diabetes

Hussein AG, Mohamed RH, Shalaby SM, Abd El Motteleb DM. (2018): Vitamin K2 lindert Typ-2-Diabetes bei Ratten

Vitamin K ist ein multifunktionaler Nährstoff; verschiedene Gewebefunktionen werden durch Proteine gesteuert, die von der Anwesenheit von Vitamin K abhängen. Osteocalcin ist ein Hormon aus den Knochen, das für die Regulierung der Glukosehomöostase und Energie wichtig ist. Es ist aber auch ein Protein, das auf Vitamin K angewiesen ist, um vollständig zu funktionieren. Diese Studie untersuchte die Dosen von Vitamin K, die den Glukose- und Energiestoffwechsel bei Ratten mit Typ-2-Diabetes beeinflussen. Die Ratten erhielten acht Wochen lang drei verschiedene Dosierungen. Die Vitamin K Gabe verbesserte signifikant den glykämischen Status bei diabetischen Typ-2-Ratten. Vitamin K könnte somit ein therapeutisches Potenzial für Patienten mit Diabetes aufweisen.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29429532

Manna P, Kalita J. (2016): Nützliche Rolle der Vitamin-K-Supplementierung bei der Insulinempfindlichkeit, dem Glukosestoffwechsel und dem reduzierten Risiko von Typ-2-Diabetes

Mikronährstoffe setzen sich als wichtige Ernährungstherapie zur Prävention oder Behandlung von Diabetes und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken immer mehr durch. Der Mangel an wichtigen Mikronährstoffen kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Mehrere Humanstudien berichteten über die positive Rolle der Vitamin K Supplementierung bei der Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und Glukosetoleranz, der Prävention der Insulinresistenz und der Verringerung des Risikos von Typ-2-Diabetes. Diese Studie gibt einen Überblick über die klinischen Beweise für die Wirkung der Vitamin-K-Supplementierung bei der Behandlung von Insulinempfindlichkeit und Glukosetoleranz von Diabetikern.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27133809

Studien in Bezug auf Krebs

Viegas CS, Herfs M, Rafael MS, Enriquez JL, Teixeira A, Luis IM (2014): Gla-reiches, durch Vitamin K aktiviertes Protein kann ein potenzielles neues Gegenmittel bei Krebs darstellen

Im Rahmen dieser Studie wurde ein sogenanntes Gla-reiches Protein (GRP) als neues Vitamin-K-abhängiges Protein (VKDP) mit einer hohen Dichte an Gla-Resten identifiziert und mit ektopischen oder abnormalen Veränderungen beim Menschen in Verbindung gebracht. Vitamin-K-abhängige Proteine benötigen eine ausreichende Zufuhr von Vitamin K, um carboxyliert und aktiviert zu werden. Uncarboxylierte Proteine werden mit dem Wachstum krebsartiger Tumorzellen assoziiert, was auf eine Schlüsselrolle bei der Regulierung der Mineralisierung hindeutet, die bei geringer Aufnahme von Vitamin K beeinträchtigt werden kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hinweise für das Antikrebspotenzial von Vitamin K gefunden wurden.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24949434

Studien in Bezug auf die Nieren

Stankowiak-Kulpa H, Krzyzanowska P, Koziol L, Grzymislawski M, Wanic-Kossowski M, Moczko J, Walkowiak J. (2011): Vitamin K Status bei peritoneal dialysierten Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

In der vorliegenden Studie wurde der Vitamin-K-Status bei Patienten mit CKD, die mit einer kontinuierlichen ambulanten Peri-Dialyse behandelt werden, untersucht. 28 Patienten nahmen an der Studie teil. Der Vitamin-K-Status wurde bei allen Probanden mit Hilfe der untercarboxylierten Prothrombin-Messung (PIVKA-II) ermittelt. Darüber hinaus wurden die Gesamtprotein- und Albuminwerte, der Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Triglycerid-, Calcium-, Harnstoff- und Kreatininkonzentrationen bestimmt.

Die PIVKA-II-Konzentrationen waren bei 13 (46,4 %) Probanden anormal. BMI-Werte und LDL-Cholesterinkonzentrationen waren bei Patienten mit Vitamin-K-Mangel signifikant höher als bei Patienten ohne Vitamin-K-Mangel. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Vitamin-K-Mangel bei peritoneal dialysierten Patienten eine häufige Erkrankung ist. Die Beurteilung des Vitamin-K-Status sollte bei dieser Patientengruppe zu einem Standardverfahren werden.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22187681

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