Vitamin B12 wirkt als Antioxidans und hält Entzündungen unter Kontrolle

Neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse belegen, dass Vitamin B12 im menschlichen Körper ein starkes Antioxidans darstellt. Der wertvolle Vitalstoff arbeitet Hand in Hand mit unserem Immunsystem und schützt die Zellen vor den gefährlichen Folgen von oxidativem und nitrosativem Stress. Im Folgenden werden die wesentlichen Aufgaben von Cobalamin diskutiert.

Vitamin B12 ist ein wichtiges Antioxidans gegen nitrosativen und oxidativen Stress

Vitamin B12 als Antioxidans

Die Wirkung als Kofaktor bei zahlreichen enzymatischen Reaktionen galt lange Zeit als zentrale Funktion von Vitamin B12 im menschlichen Organismus. Mehrere Forschergruppen fanden vor Kurzem eine weitere Aufgabe des vielseitigen Biomoleküls: den Schutz unserer Zellen vor freien Radikalen. Nach Ansicht vieler Wissenschaftler gehören die antioxidativen Eigenschaften zu den Hauptwirkungen von Vitamin B12. Unterstützt wird diese Auffassung durch verschiedene Tierstudien. Im Jahr 2018 konnten kanadische Forscher anhand von Experimenten mit Ratten nachweisen, dass ausreichend hohe Cobalaminkonzentrationen den Sehnerv effektiv vor Superoxid-Radikalen schützen.

Wenn bei den Versuchstieren ein Vitamin B12 Mangel erzeugt wurde, nahm die Anzahl der freien Radikale in den Nervenzellen deutlich zu. Als Folge kam es zu einer fortschreitenden Zerstörung der Zellen, die sich in Form von ausgeprägten Sehstörungen äußerte. Japanische Wissenschaftler fanden einen Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Gedächtnisstörungen. Da Vitamin B12 die freien Radikale in den Gehirnzellen auf wirksame Weise neutralisiert, sollten insbesondere ältere Menschen einen Mangel unbedingt vermeiden.

Das Sauerstoffradikal Superoxid zählt zu den gefährlichsten freien Radikalen. Mit dem Enzym Superoxid-Dismutase (SOD) verfügt unser Organismus über einen leistungsstarken Gegenspieler. Forscher der renommierten University of Chester konnten nachweisen, dass Vitamin B12 Superoxid-Radikale genauso effizient ausschaltet wie SOD. Nach den Erkenntnissen der britischen Wissenschaftler geht die wesentliche antioxidative Wirkung von den Biomolekülen N-Acetyl-L-Cysteinylcobalamin und Glutathionylcobalamin aus. Diese Verbindungen gehören zu den stärksten bekannten Antioxidantien bei Menschen und Tieren.

Neben Sauerstoff-Radikalen ist das Stickstoffmonoxid-Radikal (NO) für die Beeinträchtigung von Körperzellen verantwortlich. Im Gegensatz zu oxidativem Stress bezeichnen Biochemiker die negative Auswirkung von NO als nitrosativen Stress. Größere Mengen an Stickstoffmonoxid stören die körpereigene Herstellung von Botenstoffen (Neurotransmittern) und Hormonen, beeinflussen die Entgiftung sowie den Cholesterinabbau und führen zu Schäden an den Genen. Zahlreiche Naturheilärzte und Heilpraktiker betrachten nitrosativen Stress als eine der Hauptursachen chronischer Erkrankungen. Als natürlicher Gegenspieler des Stickstoffmonoxid-Radikals beschützt Vitamin B12 somit unsere Zellen vor dessen zerstörerischer Kraft.

Vitamin B12 besitzt auch eine indirekte Wirkung als Antioxidans

Cobalamin kann nicht nur NO und Superoxid-Radikale neutralisieren. Der wertvolle Vitalstoff wirkt sich zudem indirekt auf den oxidativen und nitrosativen Stresspegel in unseren Zellen aus. Unter anderem unterstützt Vitamin B12 die Herstellung von Glutathion (GSH) und schützt dieses lebenswichtige Molekül vor einem Abbau durch körpereigene Substanzen. Chemisch betrachtet handelt es sich bei GSH um ein Tripeptid, das aus den Aminosäuren Glutaminsäure, Cystein und Glycin besteht. Im Organismus zählt Glutathion zu den wichtigsten Antioxidantien, da es die Zellen vor den gefährlichen Folgen des oxidativem Stresses bewahrt.

Neben Folsäure und Vitamin B6 sorgt Cobalamin für einen Abbau von Homocystein im Blut. Hohe Homocystein-Konzentrationen stellen nicht nur einen Risikofaktor für Arteriosklerose dar, sondern werden auch für die vermehrte Bildung von Sauerstoff-Radikalen verantwortlich gemacht. Vitamin B12 spielt eine wesentliche Rolle beim biochemischen Abbau des Moleküls Methylmalonsäure (MMA). Ein hoher MMA-Spiegel im Blut oder im Urin gilt deshalb als Nachweis für einen Mangel an Cobalamin. Mehrere wissenschaftliche Forschungsarbeiten zeigen, dass eine Zunahme der MMA-Konzentration oxidativen Stress auslösen kann. Darüber hinaus aktiviert Vitamin B12 körpereigene Botenstoffe, die freie Radikale bekämpfen.

Cobalamin hat eine wichtige Funktion als antientzündlicher Botenstoff

Aktuelle Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Vitamin B12 unsere körpereigenen Abwehrkräfte beeinflusst. Der wertvolle Vitalstoff übt dabei die Kontrolle über bestimmte Zytokine aus. Die Zytokine bilden eine Gruppe unterschiedlicher Eiweißstoffe, die für die Signalübertragung zwischen den Zellen des Immunsystems verantwortlich sind. Zu dieser Familie gehören Interferone, Interleukine, Tumornekrosefaktoren, Immunglobuline und koloniestimulierende Faktoren. Vitamin B12 ist in der Lage, als Botenstoff in die Signalübertragung einzugreifen und dadurch die Immunantwort zu verstärken oder abzuschwächen.

Die britische Wissenschaftlerin Carmen Wheatley untersuchte die Wirkung von Cobalamin auf systemische Entzündungen. Mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner Entzündungsreaktionen, die sich auf den gesamten Organismus ausbreiten. Frau Wheatley konnte nachweisen, dass Vitamin B12 das Zytokin Interleukin-6 und den Transkriptionsfaktor NF-kB (nuclear factor kappa B) hemmt. Beide Botenstoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung entzündlicher Prozesse. Da Vitamin B12 den Ablauf der Entzündung steuert, bleibt die Reaktion örtlich begrenzt.

Der vielseitige Vitalstoff verhindert somit, dass Entzündungsprozesse aus dem Ruder laufen und auf den ganzen Körper übergreifen. Bisher wurde der zugrunde liegende Wirkmechanismus noch nicht aufgeklärt. Nach Ansicht zahlreicher Wissenschaftler beruht der entzündungshemmende Effekt von Vitamin B12 jedoch auf seiner Wirkung als Antioxidans. Eine Forschungsgruppe aus Uruguay empfiehlt eine Therapie mit hochdosierten Vitamin B12 Infusionen bei Patienten, die an einer ausgeprägten systemischen Entzündung erkrankt sind. Vor allem Menschen mit schwerer Sepsis oder septischem Schock können demnach von dieser Behandlungsform profitieren.

Fazit: Vitamin B12 nimmt zentrale Aufgaben als Antioxidans und Immunmodulator wahr

Obwohl die meisten Forschungsarbeiten über Cobalamin bereits einige Jahrzehnte alt sind, entdecken Wissenschaftler immer wieder neue, überraschende Eigenschaften des lebensnotwendigen Vitalstoffs. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass Vitamin B12 innerhalb unserer Zellen drei zentrale Aufgaben übernimmt: Das vielseitige Biomolekül bekämpft oxidativen sowie nitrosativen Stress und hält Entzündungsreaktionen unter Kontrolle. In seiner Funktion als Immunmodulator beeinflusst Vitamin B12 darüber hinaus die Stärke der Immunantwort.

Wenn im Körper ein Vitamin B12 Mangel herrscht, kommt es in allen Zellen zu einer vermehrten Bildung von freien Radikalen. Diese hochreaktiven Teilchen richten schwere Schäden an den empfindlichen Zellstrukturen an. Viele Ärzte machen Sauerstoff- und Stickstoff-Radikale für die Entstehung von Krankheiten verantwortlich. Aus diesem Grund ist es wichtig, für eine ausreichende Zufuhr an Cobalamin über die Nahrung zu sorgen.

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