Vitamin B12 schützt das Gehirn und hält uns geistig fit

Als vielseitiger Vitalstoff nimmt Vitamin B12 an zahlreichen körpereigenen Prozessen teil, die unsere geistige Gesundheit beeinflussen. Ein Mangel beeinträchtigt nicht nur die Wirkungsweise des Gehirns, sondern kann eine dauerhafte Schädigung der Nervenzellen hervorrufen.

Vitamin B12 steuert Entwicklung und Funktion des Gehirns

Cobalamin spielt eine wichtige Rolle bei der Neubildung von Nervenbahnen in unserem Gehirn. Darüber hinaus ist das lebensnotwendige Biomolekül an der Herstellung von Botenstoffen (Neurotransmittern) beteiligt, die die Nervenimpulse weiterleiten. Somit hat Vitamin B12 einen wesentlichen Einfluss auf unsere Stimmung und die kognitive Leistung. Unter dem Begriff Kognition verstehen Ärzte Kreativität, Aufmerksamkeit, Vorstellungsvermögen und Wahrnehmung eines Menschen sowie das Gedächtnis und die Fähigkeit zu lernen.

Vitamin B12 unterstützt das Gehirn

Aufgrund seiner vielseitigen Aufgaben gilt Vitamin B12 als eines der wichtigsten Vitamine für unsere Psyche. Im höheren Lebensalter wirkt sich ein Cobalamindefizit fatal auf den Organismus aus. Wer ab 65 Jahren nicht genügend Vitamin B12 zu sich nimmt, riskiert eine zunehmende Beeinträchtigung seiner geistigen Fähigkeiten.

Die Ernährungsweise im Alter hat eine entscheidende Wirkung auf Hirnleistung und Gedächtnis

Im Jahr 2008 veröffentlichten Forscher der University of Oxford eine Studie, die über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wurde. An der wissenschaftlichen Untersuchung nahmen insgesamt 107 Personen zwischen 61 und 87 Jahren teil. Bei der Eingangsuntersuchung waren die Probanden gesund und wiesen keinerlei Anzeichen einer Beeinträchtigung der Hirnleistung auf.

Um den Einfluss von Vitamin B12 aus der Nahrung zu überprüfen, bestimmten die britischen Forscher die Blutwerte von Holotranscobalamin (Holo-TC), Methylmalonsäure (MMA), Homocystein und Folsäure. Nach fünf Jahren untersuchten sie erneut die geistige Gesundheit der Studienteilnehmer und wiederholten sämtliche Bluttests. Dabei zeigte sich, dass das Gehirn der Probanden unterschiedlich stark geschrumpft war. Die Personen mit dem niedrigsten Vitamin B12 Spiegel im Blut wiesen den größten Verlust an Gehirnvolumen auf.

Was bedeutet das? Im höheren Alter wirkt sich die Versorgung mit Vitamin B12 in besonderem Maße auf die Größe und somit auf die Funktionsfähigkeit des Gehirns aus. Wer als Senior kaum cobalaminhaltige Nahrungsmittel verzehrt, nimmt eine deutliche Verkleinerung der Gehirnmasse in Kauf. Bei Menschen, die ausreichende Mengen an Vitamin B12 über die Nahrung zuführen, unterliegt das Gehirn dem gewöhnlichen Alterungsprozess und schrumpft nicht vorzeitig.

Weder zu Beginn noch am Ende des Untersuchungszeitraums litten die 107 Teilnehmer unter einem Cobalaminmangel. Diese Tatsache bestätigt die Vermutung vieler Wissenschaftler, dass der offizielle Vitamin B12 Serumwert (200 Pikogramm pro Milliliter) viel zu niedrig angesetzt ist. Bereits bei einer Cobalamin-Konzentrationen von 600 Pikogramm pro Milliliter kann es zu einer Beeinträchtigung von Gedächtnis und Hirnleistung kommen.

Hilft Vitamin B12 auch gegen Demenz und Alzheimerkrankheit?

Statistisch gesehen leben Menschen in westlichen Industrieländern immer länger. Dadurch nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass die Leistungen des Gehirns in den letzten Lebensjahren nachlassen. Jeder kennt die zunehmende Vergesslichkeit von älteren Leuten, die keine echte Krankheit darstellt. Erst dann, wenn sich die Symptome nicht mehr mit dem natürlichen Alterungsprozess erklären lassen, sprechen Ärzte von einer Hirnleistungsstörung. Der medizinische Fachausdruck für diese Art der Erkrankung lautet Demenz. Zu Anfang steht die Vergesslichkeit von Ereignissen, die erst kurze Zeit zurückliegen, im Vordergrund.

Die Betroffenen können die gewohnten Tätigkeiten nicht mehr ausführen und verlieren mit der Zeit das Interesse an ihrer Arbeit oder einem geliebten Hobby. In einer unbekannten Umgebung finden sie sich kaum noch zurecht. Im weiteren Verlauf nimmt die Fähigkeiten von Demenz-Patienten immer weiter ab, die Aufgaben im Alltag zu bewältigen. Obwohl die Begriffe Demenz und Alzheimer heutzutage oft gleichbedeutend verwendet werden, gibt es einen wesentlichen Unterschied: Demenz ist der Oberbegriff für jede Art einer krankhaften Hirnleistungsstörung. Die Alzheimerkrankheit stellt somit eine von mehreren Formen der Demenz dar.

Ärzte setzen auf unterschiedliche Strategien, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Aminosäure Homocystein, die bei der Zerstörung von Nervenzellen eine wesentliche Rolle spielt. Da dieses Biomolekül bei Demenz-Patienten vermehrt im Körper vorkommt, verschreiben Mediziner Medikamente, die den Homocystein-Spiegel im Blut senken. Heilpraktiker wissen seit Langem, dass eine Kombination von Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 die Homocystein-Konzentration verringert. Können diese drei Vitalstoffe auch das Fortschreiten von Alzheimer aufhalten?

Im Jahr 2008 gingen amerikanische Wissenschaftler dieser Frage nach. Sie führten eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit insgesamt 340 Personen über einen Zeitraum von 18 Monaten durch. Alle Teilnehmer litten an leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz. Während 202 Probanden täglich 25 Milligramm Vitamin B6, 5 Milligramm Folsäure und 1 Milligramm Vitamin B12 erhielten, bekamen die restlichen 138 Patienten ein Medikament ohne Wirkstoff (Placebo). Die Forschungsergebnisse wurden anschließend in dem angesehenen Fachjournal JAMA (Journal of the American Medical Assossiation) veröffentlicht.

Obwohl die B-Vitamine den Homocystein-Spiegel deutlich senkten, hatte diese Tatsache keinen Einfluss auf die Abnahme der kognitiven Leistung der Alzheimer-Patienten. Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure eignen sich somit nicht zur Behandlung einer länger bestehenden Alzheimerkrankheit. Weitere wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass die positive Wirkung von Vitamin B12 bei Demenz innerhalb eines engen Zeitfensters erfolgt. Wenn die ersten Symptome der Hirnleistungsstörung auftreten, muss spätestens nach sechs bis zwölf Monaten mit der Cobalamin-Therapie begonnen werden. Nur bei einer rechtzeitigen Einnahme kann der wertvolle Vitalstoff den Verfall der kognitiven Fähigkeiten verzögern.

Fazit: Vitamin B12 unterstützt die Funktion des Gehirns bis ins hohe Alter

Cobalamin hat eine entscheidende Wirkung auf viele Prozesse, die in unserem Gehirn ablaufen. Der vielseitige Vitalstoff spielt eine wesentliche Rolle bei allen kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Orientierung und Wahrnehmung. Als Folge eines Vitamin B12 Mangels kommt es im Alter zu einer verstärkten Schrumpfung des Gehirns. Es drohen Hirnleistungsstörungen wie Demenz und Alzheimer. Um geistig gesund zu bleiben, sollten Senioren jeden Tag ausreichende Mengen an cobalaminhaltigen Nahrungsmitteln verzehren. Darüber hinaus empfiehlt sich die Einnahme eines hochdosierten Vitamin B12 Präparats.

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