Die Wirkung von Vitamin B12 bei Depressionen

Weltweit gehören depressive Störungen zu den am häufigsten auftretenden Beschwerden. Im Leben erkrankt jeder fünfte Deutsche mindestens einmal an einer Depression. Die Betroffenen unterschätzen oft die Auswirkungen und suchen aus Unwissenheit oder Schamgefühl keinen Arzt auf. Obwohl die Ursachen vielschichtig sind, spielt bei der Krankheitsentstehung die Unterversorgung mit Vitamin B12 eine große Rolle. Mehrere Forschungsarbeiten belegen, dass die Einnahme des wertvollen Vitalstoffs gegen Depressionen helfen kann.

Vitamin B12 ist wichtig für unsere Psyche und das Gehirn

Als vielseitiges Molekül nimmt Vitamin B12 an zahlreichen biochemischen Reaktionen teil, die eine massive Auswirkung auf unseren seelischen Zustand haben. Damit das zentrale Nervensystem fehlerfrei arbeiten kann, sind ausreichend hohe Vitamin B12 Spiegel erforderlich. Unter dem Zentralnervensystem verstehen Biologen die Einheit aus Gehirn und Rückenmark, die gemeinsam alle höheren Funktionen in unserem Organismus steuern.

Auf welche Weise beeinflusst Vitamin B12 die menschliche Psyche? Bis heute haben Wissenschaftler die Funktion des lebensnotwendigen Vitalstoffs noch nicht vollständig aufgeklärt. Wir wissen jedoch, dass Vitamin B12 vier Hauptaufgaben im zentralen Nervensystem wahrnimmt.

Vitamin B12

Auf diese Weise gewährleistet das vielseitige Biomolekül den regulären Ablauf grundlegender Prozesse wie Gedächtnisleistung, kognitive Fähigkeiten und die Wahrnehmung der Umgebung. Gut dokumentiert ist die Wirkung von Vitamin B12 auf den Neurotransmitter Serotonin. Dieser Botenstoff hilft dabei, unsere Stimmung zu regulieren. Zahlreiche Studien belegen, dass bei Patienten mit Depressionen häufig ein niedriger Serotoninspiegel vorliegt. Bereits eine geringe Unterversorgung mit Vitamin B12 kann seelische Beschwerden hervorrufen.

Dazu zählen vor allem Gedächtnisverluste, Hirnleistungsstörungen (Demenz), Konzentrationsschwäche und Depression. Diese Symptome können schon dann auftreten, wenn der Blutspiegel noch keine Auffälligkeiten zeigt. Viele Ärzte und Wissenschaftler kritisieren deshalb die heutigen Normwerte für Vitamin B12. Mit einer Untergrenze von 200 Pikogramm pro Milliliter ist der Cobalamin Wert ihrer Ansicht nach viel zu niedrig angesetzt.

Aus diesem Grund gibt er keine verlässliche Auskunft über einen Vitalstoffmangel im zentralen Nervensystem. Neuere Forschungsarbeiten konnten nachweisen, dass im Liquor cerebrospinalis gesunder Menschen eine Vitamin B12 Konzentration von rund 600 Pikogramm pro Milliliter vorliegt. Mit dem Begriff Liquor cerebrospinalis benennen Mediziner die farblose, klare Körperflüssigkeit, die im Gehirn und im Rückenmark zu finden ist. Umgangssprachlich trägt sie auch die Bezeichnung Gehirnwasser oder Nervenwasser.

Diese bahnbrechende Entdeckung liefert eine plausible Erklärung, warum Depressionen als Folge einer Vitamin B12 Unterversorgung bereits bei normalen Blutwerten vorkommen. Erfahrungsberichte zufriedener Anwender im Internet bestätigen ebenfalls diesen Zusammenhang. Viele Menschen, die jahrelang unter Depressionen litten, konnten ihre Beschwerden durch die Einnahme eines Vitamin B12 Präparats deutlich verbessern.

Hamilton-Skala zur Beurteilung der Schwere einer Depression

Um Depressionen nachzuweisen, verwenden Ärzte häufig die sogenannte Hamilton-Skala, die im Englischen als Hamilton Depression Scale (HAMD) bezeichnet wird. Im Jahr 1960 entwickelte der Psychiater Max Hamilton einen Fragebogen, mit dem sich der Schweregrad des Krankheitsbilds beurteilen lässt. Bei der Hamilton-Skala handelt es sich nicht um die eigene Einschätzung der Betroffenen, sondern um eine Bewertung der Symptome durch den Arzt.

Der heute üblicherweise verwendete Fragebogen umfasst 21 Kategorien, mit denen die Beurteilung von Depressionen erfolgt. Während eines 30-minütigen Gesprächs ordnet der Behandler jeder Kategorie einen Zahlenwert von 0 bis 5 zu. Null bedeutet, dass das Symptom bei dem Patienten nicht vorkommt. Die Zahl 5 hingegen weist auf eine starke Ausprägung hin. Zu den abgefragten Kategorien gehören:

Bei wissenschaftlichen Untersuchungen über Depressionen setzen Forscher meistens die Hamilton-Skala ein, um den Erfolg der Therapie zu dokumentieren.

Klinische Studien bestätigen die Wirkung von Vitamin B12 gegen Depressionen

Vitamin B12 und Depressionen

Im Jahr 2005 veröffentlichten Wissenschaftler eine Zusammenfassung verschiedener Studien, die den Bezug zwischen Vitamin B12 und depressiven Störungen untersucht hatten. Sie fanden heraus, dass Patienten mit Depressionen niedrige Vitamin B12 Spiegel im Blut aufwiesen. Umgekehrt bewirkte eine hohe Vitalstoffkonzentration ein deutlich besseres Ergebnis bei schulmedizinischen Behandlungen. Zu den gleichen Resultaten kamen pakistanische Forscher im Jahr 2013.

Sie führten eine wissenschaftliche Studie mit insgesamt 73 Personen durch, die bei der Eingangsuntersuchung geringfügig erniedrigte Vitamin B12 Werte zeigten. Aus ethischen Gründen nahmen keine Probanden mit einem ausgeprägten Vitamin B12 Mangel teil. Die Studienteilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. 34 Personen (Vitamin B12 Gruppe) erhielten drei Monate lang eine Kombinationstherapie aus einem Antidepressivum und einer wöchentlichen Spritze Vitamin B12 (1000 Mikrogramm). Den restlichen 39 Patienten wurde nur ein antidepressives Medikament verabreicht (Kontrollgruppe).

Zu Beginn der Studie bestimmten die Wissenschaftler den Schweregrad der Depression aller Teilnehmer anhand der Hamilton-Skala. Nach drei Monaten erfolgte eine Überprüfung dieser Werte. Bei sämtlichen Probanden aus der Vitamin B12 Gruppe verbesserte sich das Ergebnis um mindestens 20 Prozent. In der Kontrollgruppe war das nur bei 69 Prozent der Teilnehmer der Fall. Noch eindeutiger war das Resultat, als ausschließlich diejenigen Patienten berücksichtigt wurden, bei denen sich der Schweregrad der Depression um 50 Prozent reduziert hatte.

Bei den Studienteilnehmern, die zusätzlich Vitamin B12 erhielten, traf das auf beinahe die Hälfte (44 Prozent) zu. In der Kontrollgruppe konnten lediglich fünf Prozent der Probanden diese deutliche Verbesserung erreichen. Depressive Patienten profitieren somit auch dann von einer Nahrungsergänzung, wenn der Vitamin B12 Blutspiegel im Normalbereich liegt. Aufgrund der Vielzahl an überzeugenden Studienergebnissen schlagen zahlreiche Heilpraktiker und Ärzte vor, gegen Depressionen zusätzlich hochdosierte Vitamin B12 Präparate einzunehmen.

Fazit: Vitamin B12 kann die Symptome bei Depressionen lindern

Wissenschaftliche Forschungsarbeiten liefern einleuchtende Hinweise bezüglich der Wirkung von Vitamin B12 auf unsere Psyche und den Gehirnstoffwechsel. Da der wertvolle Vitalstoff eine Vielzahl von Prozessen im zentralen Nervensystem beeinflusst, kann ein Mangel unterschiedliche Beschwerden hervorrufen.

Aktuellen Studien zufolge vermindert ein ausreichend hoher Vitamin B12 Spiegel im Gehirnwasser das Risiko einer Depression. Darüber hinaus nutzt die Anwendung von Vitamin B12 oft auch dann, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Überzeugt durch die Ergebnisse der klinischen Studien raten viele Naturheilärzte, bei Depressionen jeden Tag bis zu 1.000 Mikrogramm Vitamin B12 einzunehmen.

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