Vitamin B1 Nebenwirkungen – meist Fehlanzeige

Vitamin B1 wird von nahezu allen Körperzellen für ihren Energiestoffwechsel benötigt. Zusätzlich erfüllt das Vitamin B1 wichtige Aufgaben bei der Signalübertragung der Nerven untereinander. Die Signale werden an den Synapsen, den Verbindungsstellen der Nerven, mittels Botenstoffe (Neurotransmitter) übertragen. Um die notwendigen Botenstoffe in ausreichender Menge synthetisieren zu können, ist unser Stoffwechsel auf die Zufuhr von Vitamin B1 angewiesen. Ohne eine ausreichende Vitamin-B1-Versorgung kommt es zu Mangelsymptomen, die sich zu einer lebensbedrohlichen Mangelerkrankung weiter entwickeln können.

Vitamin B1 - Nebenwirkungen

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass eine Aufnahme von Vitamin B1 über die Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel im Normalfall frei von Nebenwirkungen ist. Allerdings wurden unter besonderen Bedingungen in seltenen Fällen dennoch Nebenwirkungen beobachtet. Sie können meist mit einer von der oralen Aufnahme abweichenden Form der Verabreichung oder mit einer eklatanten Überdosierung des Vitamins in Zusammenhang gebracht werden. Bei oraler Verabreichung, die auch der natürlichen Aufnahme über die tägliche Nahrung entspricht, sind kaum Fälle von Nebenwirkungen bekannt. Neben der oralen Verabreichung kann Vitamin B1 auch intravenös direkt in den Blutkreislauf eingebracht oder intramuskulär injiziert werden. Infusion und Injektion bieten sich aus medizinischer Sicht an, wenn beispielsweise eine schnelle Wirkung erzielt werden muss oder eine Aufnahme über den Darm aufgrund bestimmter Erkrankungen nicht in ausreichendem Maße gewährleistet ist. Bei beiden Applikationsmethoden können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten.

Diese Nebenwirkungen können bei Vitamin B1 auftreten

In sehr seltenen Fällen wurden nach einer zusätzlichen Gabe von Vitamin B1 juckende Hautquaddeln, Schweißausbrüche sowie Herzrasen beobachtet. Zu dieser Art von Überempfindlichkeitsreaktionen kann es vor allem bei einer Infusion oder Injektion kommen. Es handelt sich um Überempfindlichkeitsreaktionen, die meist durch eine zu zügige Applikation des Vitamins verursacht werden. Bei oraler Aufnahme des Vitamins durch Lebensmittel, die mit Vitamin B1 angereichert sind oder durch den Verzehr entsprechender Nahrungsergänzungsmitteln sind derartige Überreaktionen nahezu ausgeschlossen.

Es sind auch Symptome wie Magenbeschwerden und Kopfschmerzen beobachtet worden. In Extremfällen kann es zu vorübergehender Atemnot kommen, wenn die Verabreichung zu schnell abläuft. Derartige Symptome sind dabei weniger dem Vitamin B1 zuzuordnen als vielmehr der gesamten intravenös zugeführten Flüssigkeit, die zu kurzfristiger und vorübergehender lokaler Veränderung der Elektrolytverhältnisse im Blut führen kann.

Eine exorbitante Überdosierung sollte vermieden werden

Bei den meisten Arznei- und auch Naturheilmitteln kann ein Zuviel eines bestimmten Wirkstoffes gesundheitliche Probleme auslösen. Welche Möglichkeiten gibt es bei einer eklatanten Überdosierung von Vitamin B1, um Symptome einer Überdosierung abzumildern? Ein Zuviel des Vitamins in einer Größenordnung, die zu spezifischen Symptomen führt, ist bei einer oralen Aufnahme des Vitamins zusammen mit der Nahrung nahezu ausgeschlossen, zumindest sind derartige Fälle nicht bekannt oder dokumentiert. Selbst bei der Zuführung von Vitamin B1 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist die Gefahr eines Zuviels denkbar gering. Das hängt mit dem Aufnahmemechanismus im Darm zusammen.

Das Vitamin kann passiv über die Darmschleimhaut des Dünndarms per Diffusion oder aktiv mittels Thiamin-Transporter (TC1) aufgenommen und durch die Zellmembran in das Zellinnere geschleust werden. Sobald die Zellen über einen genügenden Vorrat an Vitamin B1 verfügen, sinkt die Aufnahmerate von bioaktivem Vitamin B1, so dass eine Überversorgung von vornherein normalerweise nicht entstehen kann. Die Gefahr einer gesundheitsrelevanten Überdosierung kann prinzipiell nur entstehen, wenn das Vitamin per Infusion in den Blutkreislauf gelangt oder per Injektion in einen Muskel verabreicht wird. In der Regel hat der Stoffwechsel keine Probleme, ein Zuviel des wasserlöslichen Vitamins relativ zügig über die Nieren mit dem Urin auszuscheiden.

Störung der Aufnahme im Darm bedingen parenterale Formen der Verabreichung

Die Versorgung des Stoffwechsels und der einzelnen Körperzellen mit Vitamin B1 geschieht normalerweise oral über den Magen-Darm-Trakt. Das Vitamin, das im Nahrungsbrei enthalten ist, wird im Dünndarm entweder passiv von den Darmzellen resorbiert oder aktiv mittels der Thiamintransporter (TC1) aufgenommen. Die Funktion der Transporter und auch die passive Aufnahme des Vitamins können durch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder durch Medikamente oder übermäßigen Alkoholgenuss so gestört sein, dass eine ausreichende Versorgung der Zellen nicht mehr gewährleistet ist. Ähnliche Probleme können sich aufgrund von Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten ergeben.

Damit sich keine Vitamin-B1-Mangelerscheinungen einstellen oder bereits vorhandene Symptome effizient behandelt werden können, kann eine parenterale Form der Vitaminaufnahme notwendig werden, die außerhalb des Magen-Darm-Traktes funktioniert. Es bietet sich dann beispielsweise eine intravenöse Verabreichung an. Das Vitamin wird direkt in den Blutkreislauf verbracht, verteilt sich mit dem Blutstrom im gesamten Körper und steht damit innerhalb kürzester Zeit allen Zellen zur Verfügung. Eine weitere Methode besteht in der intramuskulären Injektion des Vitamins. Die Methode führt ebenfalls zu einer ausreichenden Verteilung des Vitamins im Körper, die allerdings ein wenig länger dauert bis alle Zellen versorgt sind. Beide Sonderformen der Verabreichung führen dazu, dass das Vitamin B1 auch ohne Aufnahme über die Darmschleimhaut in den Körper gelangt und seine Aufgaben erfüllen kann.

Fazit: Nebenwirkungen sind nahezu ausgeschlossen

Vitamin B1 ist in vielen Lebensmitteln enthalten und wird normalerweise im Darm passiv und aktiv resorbiert. Das Vitamin wird von allen Zellen benötigt und muss dem Körper in ausreichender Menge zugeführt werden. Wenn die Nahrung zu wenig Vitamin B1 enthält oder die Aufnahme im Darm gestört ist, können eine erhöhte Zufuhr an Vitamin B1 durch Nahrungsergänzungsmittel oder eine intravenöse Verabreichung oder eine intramuskuläre Injektion das Problem beheben oder zumindest mildern. Obwohl die Versorgung der Zellen mit Vitamin B1 von elementarer Wichtigkeit ist, kann es in seltenen Fällen wie bei fast allen Vitaminprodukten zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie juckende Quaddeln auf der Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen kommen. Derartige Körperreaktionen sind bei oraler Aufnahme des Vitamins extrem selten.

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