Vitamin B6 kann gegen das Karpaltunnelsyndrom helfen

In westlichen Industrieländern tritt das Karpaltunnelsyndrom häufig auf. Rund 0,35 Prozent der Deutschen erkranken jedes Jahr neu daran. Bestimmte Tätigkeiten am Fließband und bei der Bedienung vibrierender Maschinen können die entsprechenden Symptome auslösen. Die Diagnose Karpaltunnelsyndrom ist deshalb inzwischen als Berufskrankheit anerkannt. Wer häufig am Computer arbeitet, braucht sich allerdings keine Sorgen zu machen. Eine Studie der bekannten Mayo Clinic aus den USA konnte im Jahr 2001 zeigen: Regelmäßiges Tippen auf der Tastatur führt nicht zu einem Karpaltunnelsyndrom.

In mehreren placebokontrollierten Doppelblindstudien haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass die Einnahme von Vitamin B6 die Beschwerden bei Patienten mit Karpaltunnelsyndrom lindert. Die Betroffenen müssen allerdings etwas Geduld aufbringen. Manchmal stellt sich der Erfolg erst nach mehreren Monaten ein.

Karpaltunnelsyndrom – was versteht man darunter?

Vitamin B6 und das Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom gehört zu den sogenannten Nerven-Engpasssyndromen. Unter diesem Begriff fasst die Medizin verschiedene neurologische Auffälligkeiten zusammen, die eine Gemeinsamkeit haben: Ein peripherer Nerv des Körpers ist an einer Stelle so stark eingeengt, dass es zu einer Kompression kommt. In ihrem Verlauf müssen zahlreiche Nerven bestimmte Engstellen überwinden, die besonders anfällig für einen äußeren Druck oder für Reizungen sind. Beim Karpaltunnelsyndrom ist vor allem der Mittelarmnerv (Nervus medianus) in Mitleidenschaft gezogen. Die Erkrankung gilt als häufigste periphere Nervenkompression und ist bei älteren Menschen weit verbreitet. Zwei Drittel bis drei Viertel der Betroffenen sind Frauen.

Als Karpaltunnel oder Karpalkanal wird die tunnelartige Durchtrittsstelle im Bereich der Hand bezeichnet, die vom Karpalband (Ligamentum carpi transversum) sowie einigen der darunterliegenden Handwurzelknochen begrenzt wird. Neben dem Nervus medianus verlaufen verschiedenen Sehnen durch diesen Kanal. Tritt eine Entzündung oder eine Schwellung des umliegenden Gewebes auf, kann sich der Karpaltunnel verengen und Druck auf den Nerv ausüben. Die unmittelbare Folge ist eine Beeinträchtigung des Versorgungsbereichs des Nervs. Wenn der Zustand über eine längere Zeit besteht, kommt es nicht selten zu einer Nervenschädigung.

Zu den häufigsten Ursachen des Karpaltunnelsyndroms zählen:

Der Mittelarmnerv steuert bestimmte Muskeln der Hand und sorgt für die Empfindungsfähigkeit des Zeigefingers, des Daumens sowie eines Teils des Mittelfingers. Je nach Ursache und Ausmaß der Nervenkompression können die Symptome des Karpaltunnelsyndroms variieren. Typischerweise kommt es zu Missempfindungen (Parästhesien) wie Taubheitsgefühl, Kribbeln, eingeschlafene Finger sowie Schmerzen in den Fingern oder der Hand. In ausgeprägten Fällen strahlt der Schmerz in den ganzen Arm bis zur Schulter aus. Die Symptome verschlimmern sich häufig in der Nacht, da viele Menschen ihre Handgelenke beim Schlafen abknicken oder auf dem Arm liegen.

Aufgaben von Vitamin B6 beim Karpaltunnelsyndrom

In der Medizin ist seit Langem bekannt, dass Vitamin B6 die Nervenzellen des zentralen und des peripheren Nervensystems schützt. In den 1970er und 1980er Jahren wurden deshalb zahlreiche Studien durchgeführt, um den potenziellen Nutzen des wertvollen Biomoleküls bei der Behandlung des Karpaltunnelsyndroms zu untersuchen. Die Ergebnisse sind ermutigend: In vielen Fällen hat Vitamin B6 eine positive Wirkung auf die Schmerzen und Missempfindungen der Patienten.

Der genaue biochemische Mechanismus konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Vitamin B6 die wichtigsten Auslöser des Karpaltunnelsyndroms beeinflusst: lokale Entzündungen und Schwellungen des benachbarten Gewebes. Der Vitalstoff trägt somit zu einer Verminderung des Entzündungsreizes im Karpaltunnel bei und unterstützt ein Abschwellen des Bindegewebes. Der Druck auf den Mittelarmnerv nimmt ab, wodurch sich auch die Symptome verringern. Mehrere Studien belegen, dass Vitamin B6 zusätzlich die Schmerzschwelle im Organismus anhebt.

Da die meisten Patienten mit Karpaltunnelsyndrom einen ausgeprägten Mangel an Vitamin B6 aufweisen, besteht offenbar zwischen beiden eine Verbindung. Die körpereigenen Reaktionen in Zusammenhang mit einem Karpaltunnelsyndrom erfordern größere Mengen des Biomoleküls, sodass mit der Zeit das Defizit weiter zunimmt. Als Folge kommt es häufig zu einer Verstärkung und Ausweitung der Beschwerden.

Vitamin B6 verringert das Risiko eines Karpaltunnelsyndroms in der Schwangerschaft

Klinische Studien mit zufällig ausgewählten schwangeren Frauen zeigen, dass jede fünfte bis zehnte werdende Mutter an einem Karpaltunnelsyndrom leidet. Bei knapp der Hälfte der Betroffenen tritt die Erkrankung beidseitig auf. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Karpaltunnelsyndroms. Warum kommt es bei Schwangeren so häufig zu einer Beeinträchtigung des Medianus-Nervs? In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft lagert der Körper vermehrt Wasser ein. Dadurch kann das Bindegewebe in der Nähe des Karpaltunnels anschwellen, sodass ein Druck auf den Mittelarmnerv ausgeübt wird.

Abhängig vom Ausmaß der Flüssigkeitseinlagerung sind die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt und treten entweder einseitig oder beidseitig auf. Wenn sich nach der Geburt der Hormon- sowie der Wasserhaushalt wieder ausgleichen, verschwinden in der Regel auch die Symptome und die Betroffenen werden gesund. Bei nachfolgenden Schwangerschaften erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es erneut zu einem Karpaltunnelsyndrom kommt. Übergewicht, eine starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft oder eine Mehrfach-Schwangerschaft zählt zu den weiteren Risikofaktoren.

Da viele schwangere Frauen einen unerkannten Vitamin B6 Mangel aufweisen, ist es nicht verwunderlich, dass die Diagnose Karpaltunnelsyndrom oft gestellt wird. Aus diesem Grund verschreiben zahlreiche amerikanische Ärzte ihren Patientinnen den lebenswichtigen Vitalstoff in Form von Kapseln oder Tabletten. Mehrere Praxisstudien haben nachgewiesen, dass die tägliche Einnahme von 100 Milligramm Vitamin B6 ein Karpaltunnelsyndrom während der Schwangerschaft verhindern kann. Unter einer Praxisstudie versteht man die Erkenntnisse eines Therapeuten aus der Behandlung seiner Patienten in der eigenen Praxis.

Fazit: Vitamin B6 hat eine positive Wirkung auf die Symptome beim Karpaltunnelsyndrom

Mehrere klinische Studien sowie die Erfahrung von zahlreichen naturheilkundlich orientierten Ärzten in den USA belegen den schmerzlindernden Effekt von Vitamin B6 bei Patienten mit Karpaltunnelsyndrom. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist noch nicht genau geklärt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass der vielseitige Wirkstoff die Schmerzschwelle im Körper erhöht. Darüber hinaus beseitigt die Nahrungsergänzung mit hochdosiertem Vitamin B6 rasch den Vitalstoffmangel, der bei Personen mit Karpaltunnelsyndrom besonders ausgeprägt ist. Als Folge können sich die Krankheitssymptome verringern oder sogar ganz verschwinden.

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