Biotinmangel und seine Auswirkung auf den Körper

Ein Biotinmangel ist in unseren Breiten selten. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung ist es einfach, täglich ausreichnend Biotin aufzunehmen, da das Vitamin in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Dennoch kann es in gewissen Fällen zu Mangelerscheinungen kommen.

Wie kommt ein Biotinmangel zustande?

Ernährt man sich vorwiegend von Fertiggerichten und Fastfood, kann das auf Dauer zu Mangelerscheinungen mit ernsten Folgen führen. Außerdem geht viel von dem wasserlöslichen Biotin durch die falsche Behandlung von Lebensmitteln verloren, beispielsweise durch zu langes Waschen oder Kochen. Dann wird das Biotin ausgeschwemmt und geht dem Körper verloren.

Weiterhin kann ein Biotinmangel durch genetische Defekte, Krankheiten oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente entstehen.

Biotin ist ein lebenswichtiger Vitalstoff und unverzichtbar für viele körperliche Funktionen. Deshalb sollte man täglich eine gewisse Menge mit der Nahrung aufnehmen, sonst kann es zu ernsten Langzeitfolgen wie Krampfanfällen, Lähmungen, Gewichtsverlust, Haarausfall und Hautproblemen kommen.

Welche Ursachen liegen für einen Biotinmangel vor?

Eine der möglichen Ursachen für eine Biotin-Unterversorgung ist die eingeschränkte Aufnahme über die Nahrung. Darunter fallen im Wesentlichen Fehlernährung, Alkoholismus, Dialyse, Verdauungsprobleme, Magersucht und Anorexie sowie der Verzehr von rohem Eiweiß. Das betrifft vor allem Sportler, beispielsweise die Bodybuilder, die wegen ihrer eiweißhaltigen Ernährung regelmäßig rohe Eier essen.

Was ist Avidin? Der Hemmstoff Avidin, der in rohem Eiweiß enthalten ist, verhindert, dass Biotin von den Darmzellen aufgenommen wird. Erhitzt man es über 100 °C, verliert das Avidin jedoch seine schädliche Wirkung.

Den genetisch bedingten Mangel nennt man Carboxylase-Mangel. Die frühe Form macht sich bereits beim Säugling bemerkbar, während die späte Form erst mehrere Monate nach der Geburt zu Symptomen führt.

Was passiert bei einem Carboxylase-Mangel? Das Biotin ist im Blut größtenteils an Proteine gebunden und wirkt als Coenzym. Es sorgt unter anderem dafür, dass die Makronährstoffe aus Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten in Energie umgewandelt werden.

Das Coenzym aktiviert verschiedene Enzyme, Carboxylasen genannt. Diese haben vielfältige Funktionen in unserem Körper. Wenn eins dieser Enzyme, die Holocarboxylase-Synthetase, weniger aktiv ist, kommt es zu Mangelerscheinungen, Über eine Messung der Holocarboxylase-Synthetase-Aktivität lässt sich der Biotinmangel feststellen.

Der medikamentös ausgelöste Mangel, beispielsweise durch Antibiotika und Medikamente gegen Epilepsie und andere Erkrankungen, führt ebenfalls zu Aufnahmestörungen.

Symptome von Biotinmangel

Wenn unsere Haut nicht ausreichend von innen heraus genährt wird, führt das zur Bildung von Giftstoffen im Nervensystem. Diese lagern sich auf der Hautoberfläche ab als Zeichen dafür, dass dem Organismus Biotin fehlt. Das Gesicht wirkt müde, der Teint blass und fahl, die Haut schuppt sich, Hautreizungen, Hautjucken und Rötungen sind weitere Symptome. Auch die Schleimhäute können betroffen sein.

Unsere Haare bestehen aus Keratin. Zu seiner Bildung benötigt unser Körper Eiweiß in Verbindung mit Biotin. Forscher haben festgestellt, dass eine Unterproduktion von Keratin durch Biotinmangel ausgelöst wird. Die Symptome können trockene Augen, Mundwinkelrhagaden, Hautschuppen, Depressionen und Haarausfall sein. Die Einnahme von Biotin regte bei Teilnehmern der Studie die Produktion von Keratin an und steigerte sie. Das Haar wurde voller, gesünder und schöner.

Auch die Nägel, die ebenfalls aus Keratin bestehen, reagieren auf den Biotinmangel. Sie werden brüchig und rissig. Sogar Nagelverlust könnte die Folge sein, sofern weitere Mängel hinzukommen. Eine Biotin-Kur sorgt dafür, dass die Nägel wieder fest und elastisch werden.

Gibt es einen Test, der Biotinmangel sicher anzeigt?

Laien können nur selten einen Biotinmangel erkennen, selbst wenn ihnen die Symptome bekannt sind. Einige weisen auch auf andere Mängel oder Krankheiten als Ursache hin, die nichts mit einem Biotinmangel zu tun haben. Eine klare Diagnose ergibt sich erst durch einen professionellen Test.

Natürlich kann man über den allgemeinen Gesundheitszustand einen Biotinmangel feststellen, zum Beispiel bei Auftreten von Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Problemen mit dem Darm, der Darmschleimhaut und der Darmflora. Eine gestörte Darmflora führt zu Aufnahmestörungen der Vitalstoffe aus der Nahrung. Doch ein sicheres Zeichen für einen Mangel an Biotin ist das nicht. Durchfall kann ebenso als Symptom einer Krankheit auftreten.

Ein Test von Blut und Urin bringt im Zweifelsfall Gewissheit, ob ein Biotinmangel vorliegt. Dabei verwendet das Labor den Gehalt des Enzyms Propionyl-CoA in den weißen Blutzellen als Marker zum Nachweis eines Biotinmangels bei der Testperson. Jede der beiden Testmöglichkeiten für sich gesehen wäre nicht aussagekräftig genug. Nur in Kombination kann man ein eindeutiges Resultat als Nachweis für einen Mangel erkennen.

Was kann man tun, wenn ein Biotinmangel vorliegt?

Biotinhaltige Nahrungsmittel stehen ganz automatisch auf dem täglichen Speiseplan der meisten Menschen. Gewisse Nahrungsmittel sind reine Biotinwunder. Dazu gehören Lebensmittel wie:

Weitere Lebensmittel sind im Hauptartikel aufgelistet.

Wer allerdings bereits unter einem ernsten Mangel an Biotin leidet, kann diesen nicht einfach durch den Verzehr biotinhaltiger Nahrungsmittel beheben, sondern muss auf eine Nahrungsergänzung mit Biotin zurückgreifen, die als Kapseln oder Tabletten erhältlich sind. Besonders Raucher, Alkoholiker, schwangere Frauen und stillende Mütter sowie Menschen mit Erbkrankheiten wie Biotinidasemangel sollten sich überlegen, ob sie nicht vorsichtshalber eine Kur mit Biotin machen sollten, je nach Ursache.

Fazit: Bei Verdacht auf Biotinmangel den Arzt konsultieren

Schöne Haare, starke Fingernägel und ein strahlender Teint sind ein äußeres Zeichen für Schönheit und Attraktivität. Vor allem Männer hoffen auf die heilsame Wirkung von Biotin, denn es wirkt besonders auf die Haare und hat sich einen guten Ruf bei der Behandlung von Haarverlust erworben. In Reformhäusern, Bioläden, Drogerien und Onlineshops findet sich eine reiche Auswahl an Biotin-Präparaten. Einige enthalten zusätzliche Wirkstoffe wie Zink und Kieselerde. Wissenschaftler raten jedoch zur Vorsicht. Nach neueren Untersuchungen soll es einen Zusammenhang zwischen der Langzeiteinnahme von Kieselerde und möglichen Nierenschäden geben. Vorsichtshalber sollte die Meinung eines Arztes eingeholt werden, um gesundheitsgefährdende Folgen zu vermeiden. Reine Biotin-Ergänzungen sind unbedenklich, da der Körper den Überschuss ausscheidet.

Welche Behandlungsweise und welches Präparat bei ernstem Biotinmangel angezeigt ist, sollte der Arzt entscheiden. Wenn Aufnahmestörungen im Darm oder eine genetische Ursache vorliegen, reicht die Dosierung der handelsüblichen Präparate nicht aus und der Arzt wird auf Biotin-Injektionen zurückgreifen, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

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