Folsäure ist wichtig für Haut und Haare

Unsere Haut unterliegt einem ständigen und lebenslangen Erneuerungsprozess in Form der Neubildung von Hautzellen (Keratinozyten). Auch die Haare wachsen und erneuern sich ständig durch neue Zellen, die sich in der Haarwurzel bilden. Der Prozess ist zwar von vielen Faktoren abhängig, besonders aber von einer optimalen Versorgung mit Folsäure. Das essenzielle Vitamin ist vor allem an allen Zellteilungsprozessen und an der Replikation der DNA und der RNA beteiligt. Haut und Haare sind deshalb in besonderem Maße auf das Vitamin, das gelegentlich auch als Anti-Aging-Vitamin bezeichnet wird, angewiesen. Ein nur geringer Mangel an Folsäure macht sich sehr bald in der äußeren Beschaffenheit von Teint und Haaren bemerkbar.

Warum ist Folsäure gut für die Haut?

Die Wirkung von Folsäure auf die Haut

Unsere Haut ist ein faszinierendes Organ mit sehr vielen Aufgaben. Sie verhindert das Eindringen von Krankheitserregern und anderen nicht erwünschten Substanzen. Diese Schutzfunktion ist aber in seiner Wirkung keineswegs mit der einer Gummihaut vergleichbar, weil unser Hautorgan beispielsweise durch selektive Schweißabsonderung über Wasserverdunstung die Körpertemperatur regelt und damit selektiv für Wasser durchlässig ist. Bestimmte Hautregionen sind in der Lage, je nach emotionalem Zustand wie Wut oder Angst Duftstoffe abzusondern, die sozusagen der Kommunikation dienen. Außerdem ist die Haut mit einer Unmenge an Tast-, Temperatur- und Schmerzsensoren ausgestattet, die haptische Eindrücke vermitteln und uns über Schmerzimpulse wie beispielsweise bei einem Nadel- oder Insektenstich warnen können.

Die Haut muss möglichst fest, aber auch über das gesamte Leben elastisch bleiben. Um alle ihre Funktionen ein Leben lang wahrnehmen zu können, erneuert sich die Oberhaut ständig. In einem Zyklus von 28 Tagen wandern die Hautzellen (Keratinozyten), die an der Basis der Oberhaut entstehen, nach außen. Auf ihrem Weg an die Oberfläche der Haut verhornen sie zunehmend und werden schließlich nach etwa 28 Tagen als Hautschüppchen, die normalerweise mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar sind, abgeschilfert. Der ständige Prozess der Neubildung der Hautzellen aus epidermalen Stammzellen in der Basalschicht der Oberhaut ist auf eine gute und optimale Versorgung mit Folsäure angewiesen.

Warum ist Folsäure gerade für die Haut besonders wichtig?

Selbst bei einem nur geringen Defizit an Folsäure gerät der Erneuerungsprozess der Hautzellen ins Stocken. Die Abschilferung der Haut an der Oberfläche läuft allerdings weiter, so dass die Haut dünner wird und ihr gesundes Aussehen und einen Teil ihrer Elastizität einbüßt. Die Haut bekommt ein welkes Aussehen und scheint um Jahre gealtert zu sein.

Unter einer suboptimalen Versorgung mit Folsäure muss die Haut besonders leiden, weil das Stoffwechselmanagement des Körpers dafür sorgt, dass die unmittelbar lebenswichtigen Organe bevorzugt mit Folsäure versorgt werden. Die Haut muss dann sozusagen hintanstehen. Die Basalzellen in der Oberhaut, die eigentlich pluripotente Stammzellen sind, können sich nur teilen, wenn eine entsprechende Menge an Folsäure in der biochemisch wirksamen Form des Coenzyms Tetrahydrofolsäure für die Teilung und Vermehrung der Hautzellen zur Verfügung steht.

Wieso ist Folsäure gut für Haare?

Die Wirkung von Folsäure auf das Haar

In der menschlichen Haut befinden sich in unterschiedlicher Dichte Haarwurzeln – auch als Follikel bezeichnet. Es handelt sich um feine Kanäle, in denen das Haar wachsen und über die Hautoberfläche hinaustreten kann. Die normale Wachstumsgeschwindigkeit beträgt etwa einen Zentimeter pro Monat. Am Boden der Haarwurzel befinden sich die Papille und die Matrix, die teilungsfähige Zellen enthält. Ein Haar entsteht und wächst durch ständige Teilung der Matrixzellen. Jedes Haar durchläuft dabei einen individuellen drei-phasigen Lebenszyklus. Er beginnt mit der Wachstums- oder Anagenphase, die beim Menschen zwei bis sechs Jahre dauern kann und geht dann über in die zwei- bis dreiwöchige Rückbildungsphase. Die anschließende Ruhe- oder Telogenphase, in der das Haar ausfällt, dauert etwa drei Monate bevor die Matrixzellen wieder aktiv werden und sich in der Papille ein neues Haar bildet. Die Haarwurzeln können normalerweise 10 bis 30 Zyklen durchlaufen, was normalerweise für die gesamte Lebensspanne des Menschen ausreicht.

In der Kopfhaut befinden sich etwa 150.000 Haarwurzeln, aus denen Haare wachsen können. Weil die Zyklen der einzelnen Follikel individuell ablaufen, also nicht gleichgeschaltet sind, befinden sich ständig 60 bis 100 Follikel in der Ruhephase, so dass ein Haarausfall von 60 bis 100 Haaren täglich normal ist. Neben einer ausreichenden Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen für die Bildung der Haarzellen, ist eine optimale Versorgung mit Folsäure sehr wichtig, damit sich die Matrixzellen fortlaufend teilen können. Ein nur geringfügiger relativer Mangel an Folsäure wirkt sich ungünstig auf Wachstum, Beschaffenheit und äußeres Erscheinungsbild der Haare aus.

Kann Folsäure gegen die androgenetische Alopezie helfen?

Die zwei bis sechs Jahre andauernde Wachstumsphase jedes einzelnen Kopfhaares wird durch eine ausreichende Versorgung mit Folsäure erst ermöglicht. Viele Männer sind allerdings trotz optimaler Versorgung mit Folsäure ab einem Alter von etwa 30 bis 50 Jahren zunehmend mit dem Problem eines verstärkten Haarausfalls betroffen. Meist handelt es sich um die genetisch bedingte, durch Vater oder Mutter vererbte, androgenetische Alopezie. Sie beginnt meist mit Ausweitung der sogenannten Geheimratsecken und kann im weiteren Verlauf zu einer teilweisen oder sogar vollständigen Glatzenbildung führen. Die Ursache für diese Art des allmählichen Verlustes der Kopfhaare beruht bei den Betroffenen auf dem vermehrt auftretenden Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron (DHT), das durch Umwandlung des Testosterons entsteht.

Die Umwandlung erfolgt durch das Enzym 5-alpha-Reduktase. Die Papillen, aus denen das Haar herauswächst, reagieren empfindlich auf DHT und die Reduktase. Sie schrumpfen allmählich ein und verkümmern irreversibel. Die Wachstumsphase des Haars verkürzt sich und es fällt aus, ohne dass sich erneut ein Haar bilden kann. Diese Art des Haarausfalls kann auch durch optimale Versorgung mit Folsäure nicht gestoppt, allenfalls ein wenig verlangsamt werden. Folsäure hat keinen Einfluss auf die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron. Eine Supplementierung der Folsäure gegen unerwünschten Haarausfall kann nur dann Wirkung zeigen, wenn das Problem durch einen Mangel an Folsäure verursacht wurde.

Fazit: Folsäure ist gut für die Haut und für das Haar

Eine optimale Versorgung mit Folsäure ist für die Haut und für die Haare enorm wichtig, weil sich in der Haut wie auch an der Basis der Haare ständig neue Zellen bilden. Die Neubildung der Zellen durch Teilung kann nur unter Beteiligung der aktiven Form der Folsäure (Tetrahydrofolsäure) als Coenzym funktionieren. Bei der Haut wie auch bei den Haaren fördert Folsäure zusätzlich ein gesundes äußeres Erscheinungsbild. Allerdings kann Folsäure keine Minderversorgung mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen oder Vitaminen kompensieren. Ebenso ist Folsäure machtlos gegen den genetisch bedingten Haarausfall, der viele Männer ab dem 30. bis 50. Lebensjahr betrifft.

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