Hat Vitamin A eigentlich Nebenwirkungen?

Das fettlösliche Vitamin A stellt für unseren Organismus einen lebenswichtigen Vitalstoff dar, der an zahlreichen Vorgängen maßgeblich beteiligt ist. Da der Körper diesen Naturstoff nicht selbst herstellen kann, müssen wir den täglichen Bedarf über die Nahrung aufnehmen. Ein Mangel kann ernste Folgen haben, weshalb unser Organismus in der Lage ist, Vitamin A in der Leber zu speichern. Dieser sinnvolle Vorgang kann allerdings bei einer chronischen Überdosierung zu Problemen führen.

Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen, deren Überschuss einfach mit dem Urin ausgeschieden wird, reichern sich fettlösliche Vitamine im Körper an. Wenn jemand über einen längeren Zeitraum extrem hohe Dosen an Vitamin A Kapseln oder Tabletten einnimmt, können deshalb verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Sie sind in den meisten Fällen reversibel: Nach dem Absetzen des Präparats normalisiert sich der Zustand des Körpers und die Symptome verschwinden wieder.

Mögliche Nebenwirkungen von Vitamin A

Nebenwirkungen von Vitamin A

Große Mengen an Vitamin A können für unseren Organismus schädlich sein. Wer über einen längeren Zeitraum hohe Dosen des Vitalstoffs zu sich nimmt, geht das Risiko einer Überversorgung des Körpers ein (Hypervitaminose A). Die meisten Ärzte verstehen unter einer Hypervitaminose ein zu viel an Retinol aus tierischen Erzeugnissen oder Nahrungsergänzungsmitteln. Als Folge droht eine Vergiftung (Intoxikation) des Organismus, die ernste Nebenwirkungen nach sich zieht. Das in Pflanzen vorkommende Provitamin A (Beta Carotin) führt beim Menschen nicht zu einer Vitamin A Vergiftung und löst keine der beschriebenen Symptome aus.

Folgende Nebenwirkungen können aufgrund einer Hypervitaminose auftreten:

Diese Symptome sind fast alle umkehrbar. Wenn ein Betroffener die Überdosierung beendet, kommt es zu einer Rückbildung der Beschwerden. Eine chronische Vitamin A Überdosis kann bei Schwangeren zu Missbildungen des Embryos führen. Vor allem das Gehirn, das Herz und die Extremitäten sind davon betroffen. Mehrere Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass eine Hypervitaminose ebenfalls die Knochendichte verringert (Osteoporose) und das Risiko von Knochenbrüchen erhöht. Eine Vitamin-A-Überversorgung kann bestehende Krankheitsbilder verschlechtern. Darüber hinaus verstärkt ein übermäßiger Alkoholkonsum die potenziell schädigende Wirkung auf die Leber.

Nebenwirkungen von Vitamin A Säure können gefährlich sein

Zur Behandlung der Akne werden von Hautärzten unter anderem zwei chemische Verwandte von Vitamin A eingesetzt: Tretinoin und Isotretinoin. Obwohl es sich bei beiden Verbindungen um Säuren handelt, wird nur Tretinoin als Vitamin A Säure bezeichnet. Das fast identische Molekül Isotretinoin, das lediglich eine leicht veränderte räumliche Anordnung besitzt, trägt auch den Namen 13-cis-Retinsäure. Beide Medikamente unterscheiden sich in ihrer Darreichungsform: Während Tretinoin als Creme äußerlich auf die Stellen aufgetragen wird, die von Akne betroffenen sind, ist Isotretinoin in Form von Retin Säure Tabletten erhältlich.

Da die beiden Vitamin A Abkömmlinge bereits bei der empfohlenen Dosierung gravierende Nebenwirkungen aufweisen können, sollte sich jeder Anwender genau überlegen, ob es keine Alternative gibt. Nach der Einnahme von Retin Säure Tabletten können folgende Nebenwirkungen auftreten: starke Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht, Entzündung der Bindehaut und der Augen, Allergie, Haarausfall, Störungen des Fettstoffwechsels sowie Erkrankungen der Leber. Viele Ärzte vermuten einen Zusammenhang mit dem Auftreten von starken Depressionen bis zum Selbstmord. Während der Schwangerschaft dürfen Frauen auf keinen Fall Tretinoin oder Isotretinoin anwenden, weil es zu schweren Missbildungen des ungeborenen Kindes kommen kann.

Vermeiden Sie eine Überdosierung

Wer für längere Zeit zu viel Vitamin A einnimmt, riskiert eine Überversorgung. Der Schutzmechanismus und die heilsame Wirkung des Vitalstoffs verkehren sich dadurch in das Gegenteil. Eine Hypervitaminose ist nicht nur ungesund, die Folgen können für unseren Körper gefährlich und schädlich sein. Bei der Einnahme von Vitamin A haltigen Nahrungsergänzungsmitteln darf die empfohlene Dosierung auf keinen Fall überschritten werden. Bei der Bestimmung der Tagesmenge an Retinol sollten Anwender auch die Lebensmittel berücksichtigen. Vitamin A reiche Nahrungsmittel wie Leber oder Leberwurst fallen besonders stark ins Gewicht. Im Zweifelsfall gibt ein Bluttest Aufschluss darüber, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin A überhaupt nötig ist.

Wieviel Vitamin A ist schädlich?

Eine Tagesmenge von 10.000 internationalen Einheiten (IE) Vitamin A gilt für Erwachsene als sicher. Das entspricht drei Milligramm Retinol pro Tag. In wissenschaftlichen Studien konnte mehrfach bestätigt werden, dass bei dieser Dosis keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Tagesmenge liegt bei 0,8 bis 1 Milligramm (2.660 bis 3.330 IE) Retinol. Diese Werte gelten auch für Vitamin A haltige Nahrungsergänzungsmittel.

Eine Hypervitaminose kann nur dann entstehen, wenn man über einen langen Zeitraum zu viel Vitamin A zu sich nimmt. Ab welcher Dosis ist das Ganze zu viel? Die Symptome einer Vitamin A Intoxikation sind bei einer monatelangen täglichen Einnahme von 50.000 bis 100.000 IE (15 bis 30 Milligramm) Retinol zu erwarten. Bezogen auf die von der DGE vorgeschriebene Tagesmenge entspricht das einer ständigen 15 bis 40-Fachen Überdosis.

Fazit: Bei richtiger Anwendung hat Vitamin A geringe Nebenwirkungen

Im Zusammenhang mit Vitamin A und anderen fettlöslichen Vitaminen wird immer wieder auf das Risiko einer Überdosierung hingewiesen. Diese Gefahr besteht allerdings nur dann, wenn man monatelang viel zu große Mengen des Vitalstoffs einnimmt. Bei normalen Essgewohnheiten ist es fast unmöglich, so hoch zu dosieren. Das Gleiche gilt für Vitamin A Tabletten oder Kapseln: Wer sich an die Empfehlungen des Herstellers hält und nicht ständig um das 15-Fache überdosiert, braucht keine Nebenwirkungen zu befürchten.

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