Wie gesund ist Vitamin E für Hund und Pferd?

Für Hund und Pferd ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E genauso wichtig wie für den Menschen. Vitamin E sorgt als fettlösliches Antioxidans in den Membranen der Zellen für die Aufrechterhaltung ihrer Funktion. Eine Anwendung gegen entzündliche Prozesse und zur Stärkung des Immunsystems ist bei beiden Tierarten empfehlenswert. Selbst bei normalem Futter kann sich bei Hund und Pferd eine Unterversorgung einstellen, vor allem bei permanenter hoher Leistungsanforderung.

Vitamin E für den Hund

Vitamin E für Hunde

Zoologisch gesehen werden unsere vierbeinigen Gefährten zu den Carnivora gezählt, also zu den Fleischfressern. Das trifft allerdings nicht ganz die Realität. Hunde verfügen zwar über einen für Fleischfresser typischen kurzen Verdauungstrakt, haben sich aber mehr und mehr physiologisch den Omnivora, den Allesfressern angenähert. Das trifft übrigens auch auf in der Wildnis lebende Wölfe zu. Hunde benötigen wie alle Säugetiere Vitamin E in den Membranen jeder Körperzelle zum Schutz der funktionalen mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Je nach Ernährungsweise des Hundes und seiner Lebenssituation kann es empfehlenswert sein, auf mit Vitamin E angereicherte Hundenahrung zurückzugreifen. Da Vitamin E ausschließlich von photosynthetisch aktiven Pflanzen und Algen produziert wird, enthält Tiernahrung für Hunde, das ausschließlich tierischen Ursprungs ist, das Vitamin meist nur in begrenztem Umfang, so dass ein Mangel entstehen kann.

Von welcher Wirkung des Vitamin E profitieren Hunde?

Als sehr effektives Antioxidans in den Membranen der Zellen schützt Vitamin E vor allem die ungesättigten Fettsäuren, die sich ebenfalls in den Membranen befinden, vor Angriffen durch freie Radikale. Freie Radikale oxidieren die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und berauben sie damit ihrer Funktion. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren ermöglichen in den Membranen einen selektiven Stoffaustausch. Der selektive Stoffaustausch ist wichtig für die Energieversorgung und für den Austausch von Botenstoffen. Vitamin E trägt damit zu einem optimalen Stoffwechsel in den Zellen und für die Energieversorgung der Zellen bei. Neben seiner Hauptwirkung als effizientes Antioxidans hat Vitamin E Einfluss auf die Synthese von Prostaglandinen, die als Gewebshormone unter anderem Entzündungsreaktionen, Blutgerinnung und Schmerz steuern.

Dosierung von Vitamin E bei Hunden

Der Vitamin-E-Bedarf unserer vierbeinigen Freunde hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem Gewicht spielen vor allem das vorwiegend verwendete Futter und die Lebensweise des Hundes hinsichtlich Bewegung und Stresssituationen ab. Als Anhaltswert bei „normalem Futter“ und durchschnittlicher Bewegung ohne außergewöhnliche Stresssituationen gilt ein Bedarf von 1,0 mg alpha-Tocopherol je kg Körpergewicht.

Ein 20 kg schwerer Hund weist damit einen Erhaltungsbedarf von täglich etwa 20 mg alpha-Tocopherol oder Äquivalent auf. Das entspricht im Falle von RRR-alpha-Tocopherol 20/0,67 = 30 IE. Für tragende und säugende Hündinnen ist der Bedarf deutlich höher.

Ebenso sollten Rüden, die für die Zucht verwendet werden, mit einer höheren Dosierung versorgt werden, um ihre Spermienqualität zu optimieren. Falls der Hund aus diätetischen Gründen Futter mit einem großen Anteil an ungesättigten Fettsäuren zu sich nimmt, ist der Verbrauch an Vitamin E entsprechend höher, weil die ungesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen vor schädlicher Oxidation geschützt werden müssen.

Grundsätzlich beziehen sich die Anhaltswerte für eine optimale Versorgung des Hundes mit Vitamin E auf Tocopherol aus natürlicher Quelle. Falls synthetisches Vitamin E verwendet wird, empfiehlt es sich, die Dosierung um etwa 30 Prozent höher anzusetzen. Synthetisches Vitamin E ist weniger wirksam, weil auch Stereoisomere enthalten sind, die nur eine schwache oder gar keine physiologische Wirkung haben.

Vitamin E Mangel Symptome beim Hund

Unter „normalen" Fütterungsverhältnissen ist ein ausgesprochener Vitamin-E-Mangel bei Hunden eher selten. In den Fällen, in denen Symptome eines Mangels auftreten, liegt das meist an einem vorübergehend oder dauerhaft erhöhtem Verbrauch. Beispielsweise erhöht sich der Bedarf an Vitamin E bei gleichzeitiger Verabreichung von Eisenpräparaten oder bei einer Überversorgung mit Vitamin A. Die Symptome einer Mangelversorgung sind recht unspezifisch und können sich in Unfruchtbarkeit, Gewichtsverlust, Muskelschwäche und in einem geschwächten Immunsystem sowie in verschiedenen Augenerkrankungen zeigen.

Leiden Hunde unter Nebenwirkungen von Vitamin E?

Nebenwirkungen, die durch zusätzliche Gaben von Vitamin E bei unseren treuen Vierbeinern eintreten könnten, sind keine bekannt. Theoretisch könnten Nebenwirkungen durch eine Überdosierung entstehen. Die Fachleute sind sich allerdings einig in der Auffassung, dass Hunde gegenüber einer starken Überdosierung von Vitamin E extrem tolerant reagieren. Wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema existieren nicht. Alle Aussagen – auch die von Fachleuten – basieren auf praktischen Erfahrungen.

Das Pferd und Vitamin E

Vitamin E für Pferde

Das Pferd ernährt sich bekanntermaßen von Pflanzen, es wird deshalb den Herbivoren zugerechnet. Pferde sind allerdings keine Wiederkäuer, das bedeutet, dass sie nur über einen einzigen Magen verfügen, der mit etwa 17 Liter Fassungsvermögen relativ klein ausgefallen ist. Allerdings ist ihr Darm sehr lang und mit einem sehr großen Blinddarm ausgestattet. Er dient als Gärkammer zur mikrobiellen Verdauung des hohen Rohfaseranteils im Futter. Der Blinddarm beim Pferd hat ein Fassungsvermögen von bis zu 90 Litern. Wie alle Wirbeltiere benötigt auch das Pferd in jeder einzelnen Körperzelle Vitamin E. Während der Sommermonate ist die Versorgung normalerweise kein Problem, wenn das Pferd mit genügend frischem Gras oder anderem frischem Grünfutter ernährt wird.

In frischem Grünfutter ist immer Vitamin E enthalten, weil es von den grünen Pflanzen während der Photosynthese produziert wird. Vor allem in den Wintermonaten kann es allerdings zu einer Unterversorgung mit Vitamin E kommen, wenn das Grundfutter hauptsächlich aus Heu besteht. Durch die Lagerung bedingt, ist der Vitamin-E-Gehalt im Heu denkbar gering, so dass über supplementäre Vitamin-E-Quellen nachgedacht werden sollte.

Von welcher Wirkung des Vitamin E profitieren Pferde?

Wie bei allen anderen Wirbeltieren und beim Menschen ist auch beim Pferd die Wirkung des Vitamin E als Antioxidans in den Membranen der Zellen besonders wichtig. Es schützt die ungesättigten Fettsäuren in den Membranen vor Oxidation und damit vor einer physiologischen Inaktivierung. Bei Pferden spielen außerdem die antientzündlichen Eigenschaften des Vitamin E eine wichtige Rolle. Für eine therapeutische Anwendung wird Vitamin E gerne bei entzündlichen Prozessen beim Pferd wie Arthritis, Hufrehe, Muskelentzündungen oder Sehnenverletzungen eingesetzt.

Vitamin E für das Pferd richtig dosieren

Die richtige Dosierung von Vitamin E für Pferde gestaltet sich relativ einfach. Eine Menge von etwa 100 mg je 100 kg Lebendgewicht wird für Freizeitpferde empfohlen. Bei sehr starker Beanspruchung durch Leistungssport kann der Bedarf enorm steigen. Auch bei ölreichem Futter steigt der Bedarf an Vitamin E erheblich.

In beiden Fällen sollte die Dosierung auf 400 mg je 100 kg Lebendgewicht gesteigert werden, um einem Mangel vorzubeugen. Ähnlich hohe Dosierungen werden auch bei einer gezielten Anwendung empfohlen.

Vitamin E Mangel Symptome beim Pferd

Eine längerfristige Unterversorgung mit Vitamin E kann zu einem Abbau von Muskelgewebe und Herzmuskelgewebe führen. Mögliche Symptome sind Leistungsabfall, Muskelschwäche und Müdigkeit. Das Immunsystem leidet besonders unter dem Mangel. Bei Fohlen mit einem ausgeprägten Vitamin E Mangel kommt es zur sogenannten Gelbfettkrankheit, die durch Oxidierung ungesättigter Fettsäuren im Unterhautgewebe entsteht.

Welche Nebenwirkungen sind bei Pferden bekannt?

Schädliche Nebenwirkungen von Vitamin E bei Pferden sind keine bekannt. Auch die Toleranz gegenüber einer erheblichen Überdosierung ist sehr groß. Erst bei einer dauerhaften Zuführung von mehr als dem Zwanzigfachen der empfohlenen Menge kann mit ersten Symptomen gerechnet werden.

Vitamin E Tierprodukte kaufen

Wer Vitamin E als Zusatz für das Hunde- oder Pferdefutter kaufen möchte, sollte Präparate mit Vitamin E aus natürlicher Quelle bevorzugen. Natürliches Vitamin E besteht nicht nur aus alpha-Tocopherolen, sondern enthält auch weitere physiologisch wirksame Isomere und es enthält Tocotrienole und Tocomonoenole mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben im Stoffwechsel. Synthetisches Tocopherol hat nur ein eigeschränktes Wirkspektrum. Vitamin E Präparate sollte man zudem nur aus zuverlässiger Quelle kaufen.

Fazit: Vitamin E ist ebenfalls für Hunde und Pferde gesund

Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin E ist gleichermaßen für Hunde und Pferde nicht nur gesund, sondern sogar notwendig zur Aufrechterhaltung der Funktion der Zellmembranen, der Leistungsfähigkeit und zur Eindämmung entzündlicher Prozesse sowie zur Stärkung des Immunsystems. Die empfohlene Menge an Vitamin E, bezogen auf ein Kilogramm Lebendgewicht ist bei Pferd und Hund gleich. Sie beträgt 1 mg je kg Körpergewicht. Besonders Pferde sind in den Wintermonaten der Gefahr einer Unterversorgung ausgesetzt, wenn das Grundfutter hauptsächlich aus Heu besteht, das kaum Vitamin E enthält.

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