Vitamin D und die Krebs-Erkrankung

Nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) entwickeln weltweit jeder fünfte Mann und jede sechste Frau im Laufe ihres Lebens Krebs. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sterben an den Folgen dieser Krankheit. Neben der konventionellen Behandlung gewinnen alternative Ansätze immer mehr an Bedeutung. In der wissenschaftlichen Forschung gilt Vitamin D, das Sonnenvitamin, als vielversprechender Naturstoff.

Die Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Vitamin D3 und Krebs begannen mit einer interessanten Beobachtung: Krebserkrankungen treten in sonnenarmen Ländern wesentlich häufiger auf als in den Tropen. Am Äquator mit der höchsten Sonneneinstrahlung ist die Krebsrate am geringsten. Diese Daten lassen sich durch die vermehrte körpereigene Produktion von Vitamin D in sonnenreichen Gegenden erklären. Ein Mangel an Vitamin D3 stellt somit einen Risikofaktor für das Auftreten von Krebs dar.

Welche Wirkung hat Vitamin D gegen Krebs?

Aktuelle Forschungen belegen, dass Vitamin D3 eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung spielt. Wenn sich eine bösartige (maligne) Krebszelle immer weiter teilt, entsteht mit der Zeit ein Tumor. In der Wachstumsphase unterliegen normale Zellen einer ständigen Kontrolle. Körpereigene Mechanismen überprüfen nach jedem Teilungszyklus, ob die neu gebildete Zelle gesund ist. Fällt die Prüfung positiv aus, kann sie sich weiter teilen. Ansonsten tritt eines von drei möglichen Szenarien ein:

Diese Kontrollmechanismen sind bei Krebszellen zum Teil außer Kraft gesetzt. Als wichtiger Regulator der Zellteilung kann Vitamin D den Zellzyklus stoppen und somit das Wachstum maligner Zellen verhindern. Zudem steuert der vielseitige Vitalstoff den programmierten Selbstmord von Krebszellen. Vitamin D3 nimmt ebenfalls eine wichtige Funktion bei der Differenzierung von Zellen wahr. Das wertvolle Biomolekül kann unter anderem bösartige Zellen in ungefährliche Zelltypen umwandeln.

In Zellkulturen und bei Tierversuchen ist Vitamin D in der Lage, das Tumorwachstum zu hemmen. Blutuntersuchungen von Krebspatienten zeigen darüber hinaus, dass hohe Vitamin D3 Spiegel die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Obwohl diese Ergebnisse einen starken Hinweis auf die zentrale Bedeutung von Vitamin D im Zusammenhang mit Krebs liefern, bleibt dieses Thema unter Ärzten umstritten. Der Hauptgrund liegt in den zahlreichen unbekannten Variablen. Dazu zählen vor allem:

Diese Unklarheiten sollten mithilfe von Langzeitstudien aufgeklärt werden. Bisherige Forschungsergebnisse enthalten zu viele Lücken. Deshalb kann die Wissenschaft noch keine endgültigen Schlüsse ziehen. Da die pharmazeutische Industrie kein Interesse an einem nicht patentierbaren Naturstoff hat, gibt es zu wenige klinische Studien mit Vitamin D3 bei Krebs. Die Studienlage ist nur für Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs ausreichend. Die Ergebnisse der Tierversuche sind jedoch so überzeugend, dass viele Forscher die Einnahme von Vitamin D zur Vorbeugung und Behandlung aller Krebsarten empfehlen.

Klinische Studien weisen darauf hin, dass sich das Krebsrisiko ab einem Vitamin D3 Blutspiegel von 40 nmol pro Milliliter verringert. Zur effektiven Vorbeugung von Krebs sollte die Konzentration des Vitalstoffs immer zwischen 40 und 60 nmol pro Milliliter liegen. Gesundheitsbewusste Menschen nehmen am besten zusätzlich Vitamin K ein, das ebenfalls der Krebsprävention dient.

Vitamin D reduziert das Risiko einer Metastasenbildung bei Krebs

Bleibt der Krebs auf ein Organ oder eine Struktur begrenzt, lässt sich die Krankheit meistens mit schulmedizinischen und alternativen Behandlungsmethoden beherrschen. Nur in Ausnahmefällen sterben die Betroffenen an der Krebserkrankung. Der Zustand wird erst dann lebensbedrohlich, wenn sich sogenannte Metastasen bilden. Mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner Tochtergeschwülste des ursprünglichen Tumors, die sich an anderen Stellen des Organismus ansiedeln. Die Metastasen entstehen dadurch, dass sich einige Krebszellen aus dem Primärtumor ablösen und über die Blutbahnen oder die Lymphgefäße ausbreiten.

Die bösartigen Zellen werden vom Immunsystem nicht als Bedrohung erkannt und können unbehelligt an verschiedenen Stellen des Körpers andocken. Anschließend integrieren sie sich in das gesunde Gewebe und sorgen für die Neubildung von Blutgefäßen. Wie der ursprüngliche Tumor wachsen auch die Metastasen immer weiter und verdrängen die vorhandenen Strukturen. Auf diese Weise können die Tochtergeschwulste befallene Organe zerstören und unkontrollierte Blutungen hervorrufen. Gefürchtet ist vor allem der teilweise oder vollständige Verschluss von Blutgefäßen (Thrombose).

Warum lösen sich manchmal Krebszellen von einem Tumor ab und in anderen Fällen nicht? Alle Zellen werden durch spezielle „Klebemoleküle“ (Adhäsionsproteine) in ihrem Zellverband festgehalten. Je mehr dieser Moleküle sich auf der Zelloberfläche befinden, umso stärker klebt die Struktur zusammen. Vitamin D sorgt unter anderem dafür, dass „Zellkleber“ wie Fibronektin und E-Cadherin auf der Oberfläche von Krebszellen gebildet werden. In Studien mit Zellkulturen ist Vitamin D3 in der Lage, die Metastasierung von Krebs zu unterbinden. Tierstudien mit Mäusen und Ratten unterstreichen diese Resultate. Eine zusätzliche Gabe von Vitamin D kann bei den Tieren die Metastasenbildung von Brustkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Prostatakrebs verhindern.

Ein Defizit an Vitamin D3 hingegen bewirkt bei den Nagetieren die vermehrte Bildung von Tochtergeschwulsten. Eine klinische Studie aus dem Jahr 2009 mit 512 Patientinnen bestätigt den Zusammenhang zwischen einem Vitamin D Mangel und der Metastasenbildung von Brustkrebs. Bei den Frauen, die während der 12-jährigen Beobachtungszeit einen verminderten Vitamin D3 Spiegel im Blut aufwiesen, verdoppelte sich das Risiko für Metastasen. Die Sterberate war ebenfalls 1,7-fach erhöht. Die schlechtere Prognose der Studienteilnehmerinnen mit einem Vitamin D Defizit hing nicht von individuellen Faktoren wie Tumorstadium, Body Mass Index und Alter ab.

Fazit: Hochdosiertes Vitamin D3 kann vor der Entstehung von Krebs schützen

Der genaue Zusammenhang zwischen Vitamin D und Krebs konnte bis heute nicht geklärt werden. Zahlreiche Untersuchungen an Zelllinien und Tiermodellen sowie verschiedene klinische Studien unterstreichen jedoch die Bedeutung von Vitamin D3 bei der Behandlung und der Vorbeugung von Krebs.

Durch eine ausreichende Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitalstoff verringert sich das Risiko der Entstehung von Metastasen. Nach aktuellem Forschungsstand ist eine Vitamin D Blutkonzentration von mindestens 40 ng pro Milliliter zur Prävention gegen Krebs notwendig. Je nach Sonneneinstrahlung entspricht das 2.000 bis 5.000 IE. Vor allem in den Wintermonaten empfiehlt es sich deshalb, hochdosiertes Vitamin D3 in Form eines Nahrungsergänzungsmittels einzunehmen.

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